Die Hoffnung ist zurück bei den Oberligahandballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim. Mit dem hart erkämpften 38:33-Erfolg beim Tabellenletzten HB Kinzigtal verkürzte der Aufsteiger den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze auf einen Punkt. Der Sieg gibt Rückenwind für die kommenden Aufgaben, ließ Trainer Sebastian Kieser jedoch nur eingeschränkt jubeln.
Die Partie wurde unter besonderen Begleitumständen gespielt. Das Kinzigtal ist die weiteste Auswärtsstation der Liga, rund 500 Kilometer und fast sechs Stunden Busfahrt bedeuteten eine zusätzliche Belastung. Mit dem Rückenwind der starken Leistung beim 30:19-Heimsieg gegen den TV Gerhausen wollte die SHB weiter nachlegen. „Wir sind um 10.30 Uhr schon losgefahren, was für das Spiel keine optimalen Voraussetzungen darstellt“, sagte der 46-Jährige, der personell aus dem Vollen schöpfen konnte.
Steigerung nach der Halbzeitpause
Die Reisestrapazen waren zu Beginn spürbar. Kinzigtal agierte befreit, führte durchgehend in der ersten Spielhälfte und stellte die Gästeabwehr immer wieder vor Probleme. Beim Stand von 9:12 nach 20 Minuten aus SHB-Sicht reagierte Kieser mit einer Auszeit. „Wir werfen in der ersten Halbzeit Bälle am Tor vorbei und haben etliche Ballverluste, das musste ich ansprechen“, erklärte er. Eine nachhaltige Wirkung blieb zunächst aus, doch die SHB verhinderte ein weiteres Absetzen der Gastgeberinnen. Beim Halbzeitstand von 18:19 zur Pause war der offene Schlagabtausch zunächst beendet. „19 Gegentore gegen den Tabellenletzten waren einfach schlecht. Da fand ich in der Halbzeit deutliche Worte“, so Kieser, der schnellere Beine in der Deckung forderte.

Sprung auf Platz neun: So legte die SHB ihren Auswärtsfluch ab
Der Appell zeigte Wirkung. Ein 3:0-Lauf durch Krempien, Siller und Grupp brachte nach Wiederbeginn die Führung, der Ball lief nun deutlich besser. Beim 25:21 nach 38 Minuten schien die Partie den erwarteten Verlauf zu nehmen, deshalb nahmen die Gastgeberinnen aus Kinzigtal früh eine Auszeit. Trotz nur eines Saisonsiegs gab der Tabellenletzte nicht auf und verkürzte auf 26:28. Erneut sorgte ein 3:0-Lauf der SHBlerinnen für Klarheit auf der Anzeigetafel. In der Schlussphase zahlte sich die breitere Bank der SHB aus. Alle Spielerinnen trugen sich in die Torschützenliste ein, der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.
Carmen Siller verletzt sich am Sprunggelenk
Getrübt wurde der Erfolg durch die Verletzung von Carmen Siller, die sich eine Blessur am Sprunggelenk zuzog. „Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist“, sagte Kieser über den Ausfall seiner Spielmacherin. Entsprechend gedämpft fiel die Freude aus.
In der Analyse überwog dennoch Zuversicht. „Wir haben heute unser Ziel erreicht und das Ding geholt und sind wieder an den Nichtabstiegsplätzen dran“, erklärte Kieser, der nach zuletzt zwei Siegen auf eine kleine Serie hofft. „Unser Ziel ist weiter, die Klasse zu halten. Dafür haben wir heute wieder einen wichtigen Schritt gemacht.“ Die geschlossene Mannschaftsleistung wertete der Trainer als wichtigen Faktor für die kommenden Aufgaben. An diesem Samstag, 14. Februar, wartet beim Heimspiel gegen die viertplatzierte SG Weinstadt eine höhere Hürde.
Namen und Zahlen zum Auswärtssieg im Schwarzwald
SHB: Serwe-Hug und Hirsch im Tor; Grupp (7), Fleischer (2), Schweda (1), Braun (1), Brachert (8/3), Krempien (2), Schönefeldt (3), Lindenmaier (3), Frey (3), Siller (8)
Zeitstrafen: SHB: 7 (Krempien 3, Fleischer, Braun, Frey, Siller) – HB Kinzigtal: 5
Zuschauer: 60
Schiedsrichter: Jan Glock und Maximilian Brodbek
