Die Corona-Pandemie machte 2020 auch den Schnaitheimer Handballern einen Strich durch die sportliche Rechnung. Anstatt dem runden Leder in den seit Herbst geschlossenen Sporthallen nachzujagen, waren die Spieler der zweiten und dritten Männermannschaften deshalb in den vergangenen drei Monaten auf Feld-, Rad- und Waldwegen und in den heimischen vier Wänden aktiv.

Damit weder Fitness noch Teamgeist im Lockdown verloren gehen, war bereits Ende Oktober – nach Einstellung des regulären Spielbetriebes – eine coronakonforme Trainingsalternative gefragt. Um nicht nur allein zu trainieren, trafen und trifft sich das Team seither zweimal pro Woche im Videocall, um gemeinsam an Kraft und Koordination zu arbeiten.

Zusätzlich wurde mit Hilfe einer App kurzerhand eine eigene Laufgruppe gegründet, in der die Trainer wöchentliche Ziele festlegten, die es für jeden Spieler zu erlaufen galt. Mit der App kann die Laufaktivität dabei digital erfasst und mit dem Team geteilt werden.

Für jeden gelaufenen Kilometer und jedes Workout wurden Punkte vergeben. Bei diversen Sonderaufgaben, auf gut schwäbisch „Sbäschels“, konnte jeder noch Extrapunkte sammeln. Dazu zählten zum Beispiel Läufe, bei denen die Höhenmeter belohnt wurden, aber auch persönliche Laufbestleistungen oder ein virtuelles „Lauf-Bingo“. Zusätzliche Herausforderungen waren dabei auch gemeinsam als Team die gelaufenen Kilometer eines Fussball-Bundesligisten zu übertreffen oder eine Laufstrecke zu finden, die aus der Vogelperspektive das Kürzel TSG ergab.

Jede Woche wurde so ein aktuelles Punkte-Ranking unter den Spielern ermittelt und die Monatsbesten wurden mit einem Vereinsshirt belohnt. Wer dagegen die wöchentlichen Aufgaben nicht erreichen konnte, glich dies in Form eines Spendenbeitrages aus. Nach Abschluss der Challenge wurde dieser Betrag von vielen aufgerundet sowie mit Hilfe weiterer Spender und Beiträgen aus der Mannschaftskasse zusätzlich etwas erhöht.

So kam letztlich ein dreistelliger Betrag zusammen, der nun an die Deutsche Kinderkrebshilfe, das Hospitz Haus Barbara in Heidenheim und an die Nattheimer-Behindertengruppe gespendet wird.

So wollen die Sportler der TSG Organisationen unterstützen, die nicht nur wie sie selbst eine liebgewonnene Freizeitbeschäftigung auf Eis legen mussten, sondern zusätzlich in ihrer wertvollen Arbeit für Mitmenschen durch die Pandemie erheblich eingeschränkt wurden.