Bei WM und EM dabei

Kommender SHB-Gegner: So tickt die ehemalige deutsche Nationaltorhüterin Alexandra Meisl

Was für eine Herausforderung! Die Oberliga-Handballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen / Bolheim bekommen es am Samstag nicht nur mit dem TV Gerhausen zu tun (18.15 Uhr, Bibrishalle). Bei den Gästen ist mit Alexandra Meisl eine Torhüterin dabei, die 2003 mit Trier deutsche Meisterin wurde. Wen die 47-Jährige bei der SHB lobt, warum sie überhaupt wieder mit dem Handball angefangen hat und worauf sie sich freut:

Bereits mit 17 Jahren spielte Alexandra Meisl in der Bundesliga (bei Leverkusen). 2003 wurde die gebürtige Düsseldorferin mit Trier deutsche Meisterin. 63 Mal lief die 1,87 Meter große Torhüterin für die deutsche Nationalmannschaft auf, war bei zwei Europameisterschaften und einer Weltmeisterschaft dabei. Spricht man sie darauf an, scherzt sie: „Das ist schon lange her. Da bekomme ich eher das Gefühl, ganz schön alt zu sein.“

2010 hatte Meisl ihre Karriere mit 32 Jahren beendet – in diesem Jahr konnte sich mit Frisch Auf Göppingen den Klassenerhalt in der Bundesliga feiern (mit Göppingen war sie ein Jahr zuvor aus der 2. Liga aufgestiegen). Neun Jahre später gab sie aber ihr Comeback in der Bundesliga. Vom Frühstückstisch weg ging es an einem Samstagmorgen zu einem Spiel in Dortmund, wie sie erzählt. Göppingen hatte ein akutes Torhüterinnenproblem – und so sprang Meisl ein, am Ende wurden es drei Einsätze.

Mit ihrem Mann (er ist Lehrer in Ulm) ist die Torfrau in Blaubeuren heimisch geworden – kein Wunder also, dass der TV Gerhausen (vier Kilometer entfernt), damals noch in der Verbandsliga, seine Fühler nach ihr ausstreckte. „Für mich kam es eigentlich nicht in Frage. Wenn, dann wollte ich Torwarttrainerin sein“, erzählt Meisl. Doch eines Abends fasste sie den Entschluss, sich die Mannschaft anzusehen. „Es hat mich einfach wieder gepackt. Das Feuer, diese Leidenschaft für diese Sportart waren einfach da“, sagt die 47-Jährige und schiebt nach: „Eigentlich ist es wider die Vernunft. Es ist doch eine ganz schöne Herausforderung. Nach Spielen schmerzt der ganze Körper.“

Ein aktuelles Bild: Alexandra Meisl beendet nach dieser Saison ihre Laufbahn. Endgültig. Foto: TV Gerhausen

Sie ließ sich also überreden – und stellte sich dabei nicht ganz so doof an, wie Alexandra Meisl es selbst scherzhaft umschreibt. Bei zwei Spielen war sie dabei, als der TV Gerhausen 2022 den Aufstieg in die Oberliga schaffte. Seitdem ist Meisl fester Bestandteil des Teams. Doch am Ende dieser Saison soll definitiv Schluss sein. „Meine Zeit ist dann abgelaufen“, wählt sie gerne drastische Worte.

Somit wird sie am Samstag das einzige Mal in der Bibrishalle ihr Können zeigen, wenn sie mit Gerhausen bei der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim antritt. An die 21:23-Niederlage im Hinspiel erinnert sich Meisl dunkel. „Das Ergebnis deutet es schon an, es war eine Abwehrschlacht“, sagt sie – und lobt den Gegner. Zum einen sei ihr Marie Brachert in Erinnerung geblieben. Zum anderen, wie kann es anders sein, lobt Alexandra Meisl die beiden Torhüterinnen der SHB: „Die haben echt gut gehalten.“

Einst hatte Meisl eine Ausbildung zur Bankkaufrau gemacht. Seit drei Jahren ist die Diplom-Fitness-Ökonomin pädagogische Assistentin an der Grundschule Gerhausen. Ihr sportlicher Traum: Sie würde gerne für junge Torhüterinnen da sein und sich zum Beispiel im baden-württembergischen Handballverband engagieren. „Ich möchte gerne diese Leidenschaft für den Sport weitergeben“, sagt sie. Im Privaten ist ihr das schon sehr gut gelungen. Ihre beiden Töchter Marlena (14) und Emma (12) spielen Handball. Und die ältere darf sich als Torhüterin bereits einige Tipps ihrer Mama anhören…

Und drauf da: Beim Torwurf, hier Susi Frey von der SHB, ist es nicht immer einfach, ein entspanntes Gesicht zu machen.

Wie Kreisläuferin Susi Frey über ihren Wechsel zur SHB scherzt

Tore, bitte! Zuletzt vergaben die Handballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim viele Chancen. Ausgerechnet jetzt empfangen sie den TV Gerhausen um die ehemalige deutsche Nationaltorhüterin Alexandra Meisl. Was wiederum Kreisläuferin Susi Frey aber ziemlich kalt lässt:
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