Es ist das absolute Spitzenspiel der Handball-Landesliga: Am Sonntag (17 Uhr) erwartet die HSG Oberkochen/Königsbronn als Tabellenzweiter den Spitzenreiter aus Altenstadt in der Herwartsteinhalle. Dabei können die Gäste vielleicht schon den entscheidenden Schritt gehen.
Denn aus einem Vierkampf in der Handball-Landesliga droht ein Solo zu werden. In den jüngsten Spielen hat sich Altenstadt (24:4 Punkte) etwas von der HSG (20:8), Treffelhausen (19:9) und Biberach (18:8) abgesetzt. Bisher gewann der TVA auch alle Duelle gegen die direkten Konkurrenten und bewies hier in engen Spielen gute Nerven.
Holpriger Start ins neue Jahr
Dagegen läuft es bei der HSG in diesem Jahr bislang nicht rund. Der Auftaktsieg bei Wangen II war noch in Ordnung, dann reichte es zu Hause gegen Schlusslicht Weingarten nur zu einem ganz knappen Erfolg und zuletzt setzte es eine Niederlage bei den abstiegsgefährdeten Lustenauern.
„Wir bekommen zu viele Gegentore, gerade hinten fehlt uns Niklas Engel doch an allen Ecken und Enden“, erklärt Trainer Tim Hoga und sieht in den immer wieder auftretenden Verletzungen einen Grund für die derzeit nicht so konstanten Leistungen. Offensiv läuft es dagegen recht gut und so fallen bei den Spielen der HSG auch die meisten Tore in der Liga – im Schnitt 65.
Aus dem Loch herausarbeiten
Ein anderes Problem könnte im mentalen Bereich liegen. Nach dem Aufstieg vor zwei Jahren und dem folgenden Fast-Durchmarsch wirkt die Mannschaft ein bisschen müde. „Wir haben jetzt lange Zeit erfolgreich gespielt, es war klar, dass irgendwann ein Loch kommt, das ist auch menschlich. Aber da müssen wir uns jetzt rausarbeiten“, sagt Hoga.
Und dazu wäre nichts geeigneter als ein Sieg gegen den Tabellenführer. Im Hinspiel war die HSG weitgehend auf Augenhöhe, hatte aber große Probleme mit Altenstadts Rückraum-Ass Tim Göttle (9 Treffer) und verlor letztlich 27:30. „Ihn müssen wir in den Griff bekommen, allerdings ist der TVA sehr breit und gut aufgestellt, hat alle Positionen doppelt besetzt“, so der HSG-Coach.
Sein sonntäglicher Kontrahent bringt übrigens einiges an Erfahrung mit: Lars-Hendrik Walther hat in seiner aktiven Zeit 456 Bundesligaspiele bestritten, der ehemalige Kreisläufer war mit Milbertshofen auch Europapokalsieger. Walther übernahm den TV Altenstadt 2024, führte das Team zurück in die Landesliga und steht nun kurz vor dem Durchmarsch.
Was alles passen muss
Bei einem Sieg, so auch Hogas Einschätzung, wäre Altenstadt so gut wie durch. Aber so leicht wollen es die HSGler den Gästen nicht machen, auch wenn für den Trainer klar ist, dass seine Truppe einen Sahnetag erwischen muss. „Wir müssen auf jeden Fall eine bessere Abwehr stellen, weitgehend fehlerfrei spielen, brauchen eine gute Torhüterleistung“, sagt Hoga. Wenn das alles klappt, ist sicher auch der Tabellenführer zu knacken.
Mit einem Erfolg käme Oberkochen/Königsbronn noch einmal auf zwei Punkte heran, wenn es nicht klappt, bliebe zumindest das Rennen um Rang zwei, der aller Voraussicht nach eine Relegationschance zum Aufstieg bietet. Damit würden sich die HSGler aber ohnehin erst beschäftigen, wenn es so weit käme. „Wir müssen jetzt erst einmal schauen, wieder in die Spur zu kommen, der Aufstieg ist nicht unser Ziel“, betont Hoga.
Schwierige Auswärtsspiele für TSG und TVS
Auch die beiden anderen Kreisvertreter in der Handball-Landesliga sind am Wochenende im Einsatz: Der TV Steinheim tritt am Samstag um 17.30 Uhr bei der SG Lauterstein II an. Die Gastgeber stehen auf Rang fünf, haben das Hinspiel in Gerstetten klar mit 28:21 gewonnen.
Für die TSG Schnaitheim geht‘'’s nach Österreich, am Samstag um 19 Uhr muss sich die Mannschaft bei HC Lustenau beweisen. In der Hinrunde gab es einen 34:29-Erfolg für die im sicheren Mittelfeld stehende TSG, doch auswärts sind die Vorzeichen ganz andere. Lustenau ist zwar Drittletzter, hat vor heimischer Kulisse aber bereits Topteams wie Treffelhausen oder Oberkochen/Königsbronn besiegt.

