Das Prädikat Spitzenspiel wird bei der Bewertung von attraktiven Begegnungen gerne vorschnell in den Mund genommen. Im anstehenden Verbandsliga-Heimspiel des TV Steinheim ist die Bezeichnung aber so treffend wie selten. Morgen Abend empfangen die Steinheimer den Spitzenreiter TV Reichenbach in der Gerstetter Georg-Fink-Halle (Anwurf 20 Uhr).

Mit nur einem Punkt Rückstand auf den TVR ist die Ausgangslage für die Steinheimer Handballer klar: Bei einem Sieg winkt die Tabellenspitze. Vor dem Aufeinandertreffen stellen wir die beiden Kontrahenten im Direktvergleich gegenüber.

Aktuelle Form

Wie schwierig die Gäste zu schlagen sind, haben sie im bisherigen Saisonverlauf eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Tabellensiebte der Vorsaison ist in dieser Spielzeit noch ungeschlagen, lediglich beim Remis gegen die SG Hegensberg-Liebersbronn gab man einen Punkt ab.

Die Steinheimer haben in dieser Saison ebenfalls sieben Partien gewonnen, die einzigen beiden Minuspunkte gehen auf die Niederlage beim TSV Denkendorf zurück (29:31). „Da könnte man leichte Vorteile bei Reichenbach sehen“, blickt der Steinheimer Trainer Sebastian Kieser voraus. Somit liegen die Reichenbacher mit Blick auf die Form ganz knapp vorne: Punkt TVR.
Zwischenstand: 0:1

Die Offensive

Am Samstagabend gastiert aber nicht nur der Spitzenreiter bei seinem ersten Verfolger. In dem Topspiel treffen auch zwei Superlative aufeinander. Die Steinheimer bieten in dieser Saison den besten Angriff aller 13 Verbandsligisten auf. 34 Tore erzielt die Mannschaft des Trainer-Duos Kieser/Kühr durchschnittlich pro Partie. Zwar sind die Gäste von der Fils ebenfalls treffsicher (32,5 Tore pro Spiel), ganz an die Ausbeute der Hausherren kommen sie aber nicht heran.

„Sie haben eine ähnliche Anlage wie wir und setzen auf Tempospiel in der Offensive und haben ebenfalls einen wurfstarken Rückraum“, so Kieser.

Im Duell der Treffsicheren hat Tobias Mewitz ebenfalls knapp die Nase vorn. In der Torjägerliste liegt der Steinheimer Kapitän (77) zwei Treffer vor Reichenbachs Yannik Heetel (75). Hauchdünn geht der Punkt an die Steinheimer.
Zwischenstand: 1:1

Die Defensive

Während die TVRler in der Offensive knapp das Nachsehen haben, ragen sie in Puncto Defensive heraus. Gerade einmal etwa 23,4 Tore kassierte der TVR im Durchschnitt, Steffen Stängle und Steffen Maier – das Torhüter-Duo des TVS – musste dagegen 29 Mal pro Spiel hinter sich greifen. „Sie haben eine sehr stabile Abwehr, das haben sie über die Saison bewiesen“, sagt Sebastian Kieser. Damit geht der Defensivpunkt klar an die Reichenbacher.

Zwischenstand: 1:2

Die Halle

Einen echten Bonus für die Steinheimer stellt die Anwurfzeit dar: Statt wie in den ersten Heimspielen am Sonntagnachmittag, geht das Topduell am Samstagabend über die Bühne. „Gegen Unterensingen war die Stimmung in der Halle schon super, das hat damals den Ausschlag für den Sieg gegeben“, so Sebastian Kieser.

Einen ähnlichen Effekt erhofft sich der Trainer der Gastgeber erneut. In der Gerstetter Halle finde sich seine Mannschaft immer besser zurecht. „Wenn man häufiger dort trainiert und spielt, gewöhnt man sich an die Eigenheiten“, sagte Kieser. Und auch die Punktausbeute stimmte: In drei Spielen in der Georg-Fink-Halle gingen die Steinheimer dreimal als Sieger vom Feld und holten sich dank des Heimvorteils den letzten Punkt.

Endstand 2:2.

Fazit

Nicht nur mit Blick auf den Saisonverlauf liegen beide Teams eng beieinander. „Das könnte ein echtes Spitzenspiel werden und Werbung für den Handball“, sagt Kieser, der lediglich auf Maximilian Rau verzichten muss (Bänderverletzung). Laut dem TVS-Coach werde die bessere Tagesform den Ausschlag geben. „Vielleicht gewinnt auch die Mannschaft mit der besseren Torhüterleistung“, so Kieser, für den eines feststeht: „Einen Sieg würden wir ordentlich mit unseren Fans feiern“, sagt er.

Handball-Verbandsliga: TV Steinheim gewinnt gegen SKV Unterensingen 35:32

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