Das Feiern der Siege haben die Handballer des TV Steinheim auch in der monatelangen Sommerpause nicht verlernt. Gut in Übung sind die TVler nach zwei Spieltagen ohnehin schon: Am Sonntagnachmittag gab es in der Gerstetter Georg-Fink-Halle mit dem 39:29-Heimserfolg gegen Rot-Weiß Laupheim bereits den zweiten Sieg im zweiten Spiel.

Mögliche Fragezeichen nach dem personellen Umbruch im Sommer sollten nach dem gelungen Saisonstart beantwortet sein. Das sieht auch Sebastian Kieser so. „Wir können ganz zufrieden sein“, sagte der Steinheimer Trainer nach Spielende und atmet tief durch. Dabei schwang aber auch eine ordentlich Portion Erleichterung mit. In unserer Analyse verraten wir die Gründe, warum der Steinheimer Start in die Spielzeit geglückt ist.

Grund 1: Die Leistungsträger

Das Torhütergespann der Gäste war schon kurz vor dem Verzweifeln. Quasi jedes Mal, wenn Tobias Mewitz zum Wurf ausholte, zappelte der Ball kurz darauf im Tornetz. Siebenmal ging der Steinheimer Kapitän an die Sieben-Meter-Linie und siebenmal traf er auch. Mit weiteren acht Toren aus dem Feld lieferte der Torschützenkönig der Vorsaison den Beweis, dass er schon früh in der Spielzeit in Topform ist. „Das war gar nicht schlecht heute“, sagte Mewitz nach der Partie. Unterstützt von dem treffsicheren Tim Baur (sechs Tore) und dem spielfreudigen Dennis Kaumann (fünf) führte der 28-Jährige sein Team zu einer 23:19-Pausenführung.

Dass die Gastgeber zur Halbzeit nicht schon deutlicher führten, lag an einer mäßigen Defensivleistung – und vor allem an einem starken Duo der Gäste. Rückraumspieler Timo Remane und Kreisläufer sorgten 30 Minuten lang für Unruhe in der Steinheimer Abwehr. „In der ersten Halbzeit waren sie eigentlich die Alleinunterhalter im Spiel der Laupheimer“, sagte Sebastian Kieser, „Deshalb haben wir nach der Pause aus umgestellt.“ Dank einer konsequenten Manndeckung gegen Remane und einer starken Torhüterleistung von Steffen Stängle zogen die Gastgeber im zweiten Spielabschnitt Tor um Tor davon.

Grund 2: Die Verstärkungen

Und auch wenn sich im Kader der Steinheimer nach den Abgängen mehrerer erfahrener Kräfte einiges getan hat, ist die Spielausrichtung – das haben die ersten beiden Partien gezeigt – die gleiche geblieben. „Wir spielen weiterhin mit einem hohen Tempo“, sagte Kieser. Um dieses über die gesamte Spielzeit aufrecht zu erhalten, brauche es laut dem Steinheimer Trainer die gesamte Mannschaft. Und dazu gehören auch die Neuzugänge. Gegen die Laupheimer zeigten Luca Hauser im Rückraum und Nils Huber am Kreis, dass sie in der Verbandsliga angekommen sind. „Ein paar Abläufe stimmen noch nicht ganz, aber sie haben angedeutet, dass sie echte Verstärkungen für uns sind“, lobte Kieser seine Neuen.

Rückkehrer Maximilian Rau (nach Kreuzbandriss) zeigte gegen die in der zweiten Halbzeit deutlich abbauenden Gäste ebenfalls, dass er auf dem besten Weg zu alter Stärke ist. Trotz häufiger Auswechslungen erhöhten die Steinheimer den Vorsprung bis zur 50. Minute auf zehn Tore, Aaron Benz traf zum 36:26. In der Schlussphase brachten die Hausherren den Vorsprung problemlos über die Zeit.

3. Grund: Die Halle und die Gegner

An den regelmäßigen Spieltermin am Sonntagnachmittag müssen sich die Fans der Steinheimer noch gewöhnen. Gegen die Laupheimer strömten aber 250 Fans in die Georg-Fink-Halle und sorgten in der Ausweich-Heimstätte für eine gute Kulisse. „Die Stimmung war in Ordnung. Sie ist natürlich nicht so wie in der Wentalhalle“, sagte Sebastian Kieser, fügte aber hinzu: „Wenn die Topteams zu Gast sind, wird sich das sicherlich noch ändern.“ Dann müssen aber nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Steinheimer Spieler ein Schippchen drauflegen. Denn: Zwar steht der TV nach zwei Spielen mit einer weißen Weste da, insbesondere die Gäste aus Laupheim waren kein echter Prüfstein. Wie gut der Vizemeister der Vorsaison mit seiner veränderten Mannschaft wirklich ist, wird sich in den Duellen gegen Teams wie die SG Hegensberg-Liebersbronn oder der SKV Unterensingen Mitte Oktober zeigen.