Herbrechtingen / Jochen Gerstlauer Die SG Herbrechtingen/Bolheim ringt Söflingen II mit 26:25 nieder und macht einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt.

Klare Ergebnisse gibt es bei der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim diese Saison nicht. Die Nerven der Fans wurden schon in einigen Partien strapaziert und auch im Heimspiel gegen die Oberliga-Reserve aus Söflingen musste trotz einer zwischenzeitlichen 26:22-Führung bis zum Schluss gezittert werden.

Trainer Cosmin Popa war nach dem Spiel heilfroh, dass seine Mannschaft in den letzten Minuten einen kühlen Kopf bewahrt und so die immens wichtigen Punkte für den Klassenerhalt eingefahren hatte. Neuzugang Stefan Beljic feierte mit sechs Treffern einen guten Einstand.

Die Gäste, die das Hinspiel mit 24:23 gewonnen hatten, durften aufgrund der über vierwöchigen Pause in der Oberliga Spieler der ersten Mannschaft einsetzen. Theoretisch hätte die ganze Oberligatruppe in der Bibrishalle auflaufen dürfen, Trainer Pointinger beschränkte sich aber mit Kraft, Dürner und Vesligaj auf drei Torjäger, um die bisher karge Punktausbeute im Abstiegskampf aufzubessern.

Die SHB musste weiterhin auf Bayik, Kresse, Mecenzev und Marin verzichten. Jäger hatte unter der Woche eine Wunde am Kinn davongetragen und ging angeschlagen in die Partie. Da kam es sehr gelegen, dass unter der Woche mit Stefan Beljic (zuletzt SC Vöhringen) unverhofft ein Neuzugang unter dem Buigen begrüßt werden konnte.

Und seine cleveren Anspiele an den Kreis zu Kling stellten die Mannschaft aus Söflingen anfangs vor erhebliche Probleme. Das tolle Zusammenspiel der beiden bescherte den Blau-Weißen eine 6:3-Führung nach knapp 13 Minuten. Die Abwehr stand hervorragend und als Beljic mit seinem Premierentor sowie Jäger auf 8:3 erhöhten, schien es perfekt zu laufen.

Aber erneut blieben die SHBler nicht konzentriert genug. Außerdem zogen die erfahrenen Akteure aus Söflingen nun die Zügel an, und so gelang den Gästen beim 10:10 wieder der Ausgleich. Mit 11:11 ging es dann in die Kabinen.

Popa stellte seine Abwehrformation in der zweiten Halbzeit etwas offensiver ein, um den Radius der starken Rückraumakteure der TSG einzuschränken. Es entwickelte sich nun ein munteres Spiel, in dem vor allem Beljic die Herbrechtinger mit seinen überlegten Rückraumtreffern bis zum 20:18 in der 40. Minute auf Kurs hielt.

Eine Überzahl nutzte Söflingen dann aber eiskalt aus. Torjäger Dürner brachte sein Team mit drei Treffern in Folge zum zweiten Mal in Führung (20:21). Die Sorge war groß, dass das Spiel nun kippen könnte. Jetzt steigerte sich aber auch Torhüter Konkel erheblich und seine Vorderleute bissen sich jetzt förmlich im Söflinger Angriffswirbel fest.

Nervosität kurz vor Schluss

Obwohl die Hausherren zwei Strafwürfe nicht im gegnerischen Gehäuse unterbringen konnten, lief es jetzt wie am Schnürchen. Ruoff von außen läutete eine fulminante Phase für sein Team ein. Knapp acht Minuten vor dem Ende schwor Popa bei einer Auszeit sein Team nochmals ein und brachte mit Youngster Luca Hauser einen frischen, pfeilschnellen Rückraumspieler, der für ordentlich Dampf sorgen sollte.

Mit drei blitzsauberen Toren in Folge brachte Hauser die SHB 26:22 in Front und es waren nur noch knapp dreieinhalb Minuten auf der Hallenuhr. Aber erneut machte sich bei den Herbrechtingern Nervosität breit. Ohne Not wurden die Bälle vertändelt und Söflingen kam durch Dürner (am Ende 10 Treffer) 90 Sekunden vor Schluss auf 26:25 heran.

Die SHB war in Ballbesitz, schaffte es aber wieder nicht, die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Somit hatte Söflingen nach einer Auszeit noch fast 30 Sekunden Zeit, um den Ausgleich zu erzielen, war dabei sogar in Überzahl. Doch die Gäste hatten nicht mit SHB-Routinier Wurelly und seiner enormen Reichweite gerechnet. Er warf sich in einen Querpass und fing fünf Sekunden vor dem Ende den Ball ab. Popa legte sofort die Karte zur Auszeit. Beljic warf nach Wiederanpfiff den Ball quer durch die Halle und die Uhr lief vollends zum umjubelten Sieg herunter.

Handball-Trainer Cosmin Popa Das Phänomen an der Seitenlinie

Der neue Coach der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim kennt bei Spielen kein Halten. Handball ist seine Berufung - doch obwohl er Sportlehrer ist, verzichtet in seinem Beruf auf die Sportart.

Namen und Zahlen zum Spiel

SG Herbrechtingen/Bolheim – TSG Söflingen II 26:25 (11:11)
SHB: Konkel, Hitzler; Kling (5), Hauser (3), Beljic (6), Trittler (2), Baur, Kraft, Wurelly, Ruoff (1), Elsenhans, Jäger (3), Akermann, Weller (6/2)
Siebenmeter: SHB 4/2 verwandelt – Söflingen 5/4
Zeitstrafen: SHB 6 (Trittler 2, Wurelly 2, Jäger, Akermann) – Söflingen 6
Schiedsrichter: Müller aus Bernhausen und Mühlhäuser aus Köngen
Zuschauer: 200