Steinheim / Nadine Rau Der momentane Zweite TV Steinheim will bis zur Pause den Sprung an die Tabellenspitze geschafft haben. Ein Sieg im Spitzenspiel am Samstagabend gegen Kirchheim wäre der nächste entscheidende Schritt.

Noch dreimal schlafen, würde man zu Kindern sagen, die sehnsüchtig auf ihren Kindergeburtstag oder, wie jetzt, auf Weihnachten warten. Noch drei Spieltage sind es für die Landesligahandballer des TV Steinheim, ehe es in die Winterpause geht. Und die wollen sie nirgendwo anders als ganz oben verbringen, auf dem ersten Tabellenplatz.

„Wir können es aus eigener Kraft an die Spitze schaffen“, gibt sich Trainer Sebastian Kieser optimistisch. Dabei vergisst er trotzdem nicht, gegen welche Mannschaften seine Spieler noch antreten müssen: „Wir haben ein straffes Restprogramm vor uns.“

Am Samstagabend (20 Uhr) steht die erste schwere Aufgabe an. Dann empfangen die Steinheimer den Tabellendritten VfL Kirchheim, der nach zehn Spieltagen mit acht Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage exakt dieselbe Bilanz aufweist wie der TV. Lediglich das Torverhältnis gestaltet sich anders: Die Steinheimer sind den morgigen Gästen mit 325 Treffern um 27 voraus.

Mit Kirchheim ist es aber noch nicht getan: Im letzten Spiel vor der Pause muss die Kieser-Truppe auch noch in Reichenbach und damit bei der Mannschaft ran, die es vom ersten Platz zu verdrängen gilt. Betrachtet man nur die Tabelle, sollte das dritte verbleibende Spiel gegen die HSG Friedrichshafen-Fischbach (derzeit 12.) noch die einfachste Aufgabe werden, aber auch das ist längst nicht gesagt. Erst vergangene Woche haben die Steinheimer in Kiesers Augen gegen den Vorletzten Söflingen 2, obwohl sie gewonnen haben, spielerisch nicht überzeugt. „Das wirkte alles motivationslos“, beschreibt es Kieser.

Mit mehr Motivation

Mehr Motivation erhofft er sich im Heimspiel am Samstag, wenn die Halle sicher voll sein und auch Kirchheim seine Fans mitbringen wird. In der Halle der Kirchheimer darf im Gegensatz zu Steinheim kein Harz verwendet werden, Kieser bezeichnet sie daher als eine Mannschaft, die vor allem daheim im Vorteil ist. Ihre Niederlage und ihr Unentschieden mussten die Kirchheimer jeweils auswärts hinnehmen.

Was kommt auf die Hausherren zu? Kieser bezeichnet den VfL als eine ausgeglichene Mannschaft. Die Spieler wollen über hohes Tempo, über die zweite Welle und schnell durch die Mitte mit einfachen Toren zum Erfolg kommen. Und noch eine Sache weiß er: „Sie sind sehr geduldig im Angriff.“

3:2:1 oder 6:0-Abwehr?

Um selbst im Angriff erfolgreich zu sein, haben sich die Steinheimer diese Woche schwerpunktmäßig mit den Abwehrvariationen des Gegners beschäftigt und sich entsprechend darauf eingestellt. So verteidigt der VfL manchmal mit einer sehr offensiven 3:2:1-Deckung, fast schon einer Manndeckung, die Mannschaft spielt aber auch mal mit einer 6:0-Abwehr.

Neben der taktischen Ausrichtung musste sich Kieser diese Woche außerdem einmal mehr in dieser Saison damit beschäftigen, wer überhaupt spielen kann. Neben des nach wie vor verletzten Maximilian Rau fehlt auch Janik Eisele wegen einer Operation an den Nebenhöhlen.

Und noch einen Ausfall beklagt Kieser vor dem Spitzenspiel: Kreisläufer Tobias Fitzke wird wegen Knieproblemen fehlen – nicht nur gegen Kirchheim, sondern für das ganze restliche Jahr.

Andreas Kieser springt ein

Für Eisele, und da hört man dem TV-Coach die Erleichterung an, wird Andreas Kieser einspringen, der bis vor zwei Jahren noch in der ersten Mannschaft gespielt hat, mittlerweile aber bei der Zweiten dabei ist. „Das ist ein kleiner Glücksgriff für mich, weil er alle Abläufe gut kennt“, so Sebastian Kieser.

Wie schon vergangene Woche stehen außerdem Alexander Herbrik aus der zweiten Mannschaft und unter anderen der A-Jugendspieler Mark Laible, der jetzt sein Debüt gefeiert hat, gegen Kirchheim zur Verfügung.

Ob der Kader für einen Sieg ausreichen wird? „Es ist noch Luft nach oben. Aber für die A-Jugendlichen ist das ein tolles Erlebnis und das setzt vielleicht zusätzliche Motivation frei“, sieht es Kieser positiv.

Ebenfalls ein Heimspiel bestreiten am Wochenende die Landesligahandballer der SG Herbrechtingen/Bolheim, allerdings erst am Sonntag ab 16 Uhr. Mit dem Tabellenvierten SC Vöhringen kommt auch auf die SG ein schwerer Gegner zu – seit drei Spieltagen ist die Mannschaft ungeschlagen.

Etwas anders ist die Stimmung bei der SG: Auf das ungewohnt schlechte Spiel in Friedrichshafen folgte zwar immerhin ein Unentschieden. Ein Sieg würde der Mannschaft um Trainer Cosmin Popa allerdings gut zu Gesicht stehen – auch angesichts des darauffolgenden Spieltages, wenn die SHB mit Bargau/Bettringen gegen den nächsten starken Gegner spielen muss. Momentan belegt die SHB Tabellenplatz neun.

A-Jugend und zweite Mannschaft im Einsatz

Neben des Spitzenspiels der ersten Mannschaft sind am Samstag noch zwei weitere Steinheimer Mannschaften im Einsatz. Um 16 Uhr spielt die männliche A-Jugend gegen die JSG Brenztal und um 18 Uhr die zweite Mannschaft in der Bezirksklasse gegen den TV Rechberghausen.