Das nennt man mal Kontrastprogramm: Während die Steinheimer Handballer am Samstag (20 Uhr) bei Schlusslicht RW Laupheim in der Favoritenrolle sind, steht die Landesligatruppe der SG Herbrechtingen zu gleicher Stunde bei Tabellenführer HSG Bargau/Bettringen vor einer denkbar schweren Aufgabe – kann diese aber immerhin mit einer ganz frischen Verstärkung angehen.

Steinheim (20:6 Punkte) tat sich zum Wiederbeginn etwas schwer, rettete gegen die stets unbequeme HSG Winzingen/Wißgoldingen/Donzdorf aber letztlich einen 34:32-Sieg ins Ziel und festigte den dritten Platz. Vom Papier her sollte die Aufgabe am Samstag leichter werden, Gastgeber Laupheim (2:24) hat nur eines seiner bisher 13 Spiele gewonnen und steht am Tabellenende.

Die Trainer warnen trotzdem

Vor allem die Abwehr von Rot-Weiß ist mehr als löchrig. Im Schnitt kassieren die Laupheimer 34 Gegentore, zweimal waren es sogar 48. Auch das Hinspiel (39:29) entwickelte sich nach kurzer Anlaufphase zu einer klaren Sache für die Mannschaft des Trainergespanns Arne Kühr/Sebastian Kieser.

Warum warnen diese trotzdem vor der Aufgabe? „Ganz einfach weil es uns die Erfahrung lehrt“, sagt Kieser, der als Handballtrainer schon vieles erlebt hat. Wenn man mit dem Kopf nicht hundertprozentig bei der Sache sei, könne auch so ein Spiel nach hinten losgehen. Zumal Laupheim mit dem Rücken zur Wand steht und auch gegen Spitzenteams gewinnen muss, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

Wenn der TVS den Gegner nicht unterschätzt, sollte dennoch ein weiterer Sieg drin sein. „Wir wollen das Tempo hoch halten“, gibt Coach Kieser die Devise aus, denn nach der ersten Sechs fällt Laupheim deutlich ab. In der Breite sind die Steinheimer, bei denen voraussichtlich bis auf Tim Baur (Bruch im Unterarm) und Lars Eisele (beruflich verhindert) alle Spieler dabei sind, deutlich besser aufgestellt.

SHB mit neuem Torhüter

Ganz anders sieht es bei der SG Herbrechtingen/Bolheim (4:14) aus, die am Samstag in der Wasseralfinger Talsporthalle beim Landesliga-Tabellenführer HSG Bargau/Bettringen (14:2) antreten muss. Es ist das Duell des Ersten gegen den Letzten – klarer könnten die Rollen nicht verteilt sein.

Und dennoch gibt es Punkte, die Mut machen können. Zum einen gelang der Start ins neue Handballjahr mit einem 30:27 gegen die SG Hofen/Hüttlingen, zum anderen gab es ganz kurzfristig eine ebenso vielversprechende wie unerwartete Verstärkung: Der aus der Ukraine geflüchtete Alexander Kovalchuk hat sich der SHB angeschlossen, in seiner Heimat spielte der 24-jährige Torhüter in der ersten ukrainischen Liga für Odessa. Seine Spielberechtigung ist da, ob Kovalchuk angesichts der schwierigen Umstände am Samstag gleich zum Faktor werden kann, bleibt aber natürlich abzuwarten.

Den Trend fortsetzen

Für SHB-Trainer Sebastian Adam geht es nach dem Sieg über Hofen/Hüttlingen vor allem darum, den positiven Trend fortzusetzen, eine Niederlage beim Tabellenführer wäre auf der anderen Seite auch kein Beinbruch. „Für die Jungs ist es nun etwas leichter, wir können befreit aufspielen und wollen so lange wie möglich dran bleiben“, sagt Adam.

Dabei weiß er um die Qualitäten des Gegners: „Die HSG hat eine abgezockte Mannschaft, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt, hat einen erfahrenen Trainer und ist sehr ausgeglichen besetzt.“ Wie kann‘s trotzdem klappten? „Mit einer sehr kompakten und beweglichen Abwehr, wenn wir durch Gegenstöße zu einfachen Toren kommen und uns keine unnötigen Zeitstrafen einhandeln“, fasst Adam zusammen.