Keine Frage, beide Mannschaften sind mit deutlich höheren Zielen in die hiesige Bezirksligasaison gestartet. Während die gastgebende HSG Oberkochen/Königsbronn trotz vieler Ausfälle bislang tabellarisch noch ganz gut da steht, stottert der Motor beim Heidenheimer SB, dem bis vor der Partie erst ein Sieg in fünf Spielen gelang, noch gewaltig.

HSB-Trainer Bayram Somogyi musste zuletzt noch auf einige Leistungsträger verzichten, konnte im Derby bei der HSG aber beinahe wieder aus dem Vollen schöpfen. So stand Flügelflitzer Oliver Aeugle nach langer Verletzungspause erstmals wieder zur Verfügung.

HSG fehlen neun Spieler

Anders die Lage bei den Gastgebern, deren personelle Situation sich weiter zuspitzt. Das HSG-Trainergespann Hoga/Hoga musste für das Duell gegen Heidenheim unglaubliche neun Spieler aus verschiedenen Gründen streichen. Auch im Hinblick auf vier Derbyspiele in Folge natürlich keine ganz einfachen Voraussetzungen.

Der HSB hinterließ zu Beginn der Partie vor einer etwas enttäuschenden Zuschauerkulisse in der Herwartsteinhalle den besseren Eindruck. Die knapp 200 Zuschauer sahen einen energisch auftretenden HSB, der, angeführt von Routinier Tobias Uhl, nach knapp vier Minuten schon mit 4:1 in Führung ging. Die Hausherren fingen sich aber und schafften durch Kai Lumpp, den einzig echten Rückraumakteur, den Anschluss zum 4:5. Bis zum 10:10 hielten die tapfer kämpfenden HSG`ler in der recht flotten Partie toll mit, doch langsam zogen die Heidenheimer den Hebel etwas an.

Vor allem Kreisläufer Marvin Valetzky wurde öfter gesucht. Durch die offensive Deckung der HSG war der Gästekreisläufer öfter sträflich frei. Zudem lief HSB-Keeper Markus Bosch mit tollen Paraden langsam zur Hochform auf. Beim 11:16 aus Sicht der Blau-Gelben legte HSG-Coach Tim Hoga die grüne Karte. HSG-Youngster Niklas Mack konnte im Anschluss an diese zunächst zwar mit zwei Treffern verkürzen, aber Heidenheim nahm eine komfortable fünf Tore Führung mit in die Pause. 

Einen perfekten Start in Halbzeit zwei bescherten der HSG Spielmacher Jakob Hug und Kreisläufer Lukas Eckardt. Beim 16:19 keimte bei den HSG-Anhängern wieder Hoffnung auf und HSB-Trainer Somogyi musste schon früh die Auszeitkarte legen. Der gewünschte Effekt trat ein und angetrieben von Rückkehrer Oliver Aeugle schraubte der Gast die Führung innerhalb kürzester Zeit auf 24:17 nach oben.

Jakob Hug mit drei Toren

War das knapp 20 Minuten vor Ende schon eine kleine Vorentscheidung? HSG-ler Jakob Hug stemmte sich jetzt fast im Alleingang dagegen. Seine drei Treffer in Folge zum 20:24 bedeuteten nochmal Spannung in der Herwartsteinhalle. Die Gäste hatten jedoch einfach mehr Optionen von der Bank und mit Markus Bosch einen gut aufgelegten Keeper. So enteilten die Gäste uneinholbar auf 32:26 knapp drei Minuten vor dem Ende. In dieser Phase ließen die Gastgeber etliche freie Chancen liegen. Vielleicht wäre es bei besserer Verwertung nochmals eng geworden. Hoga setzte mit einer offenen Deckung dann alles auf eine Karte, doch mehr als Ergebniskosmatik, in einer am Ende sehr fairen Partie, war letztlich nicht mehr drin. Duch den 33:30-Erfolg stoppte der HSB seine Talfahrt. Aber ob es der erhoffte Befreiungsschlag war?

HSG-Coach zeigt sich resigniert

 Der scheidende Coach der Heidenheimer, Bayram Somogyi, war nach dem Abpfiff natürlich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben heute viel für den Sieg gemacht und waren das ganze Spiel vorne, da ist der Sieg am Ende natürlich verdient.“ Den erhofften Befreiungsschlag habe er zwar letzte Woche schon erwartet, nehme ihn aber heute umso lieber mit.

HSG-Trainer Tim Hoga haderte nach dem Partie zwar mit den vergebenen Chancen, meinte aber auch: „Wir haben heute, auch in Anbetracht der 19 Gegentreffer in der ersten Halbzeit, kein gutes Spiel gemacht. Wir waren aber auch fast ohne Rückraum auf dem Feld und mussten neun Spieler ersetzen. Da wird es schwer, ein Spiel für sich zu entscheiden“, zeigte sich Hoga fast schon resigniert.

Namen und Zahlen zum Spiel


HSG Oberkochen/Königsbronn - Heidenheimer Sportbund 30:33 (14:19)
HSG: Gnatzik, Schweikert; Lumpp (5), Hofmann (3), Eckardt (3/1), Jäschke (1), Pharion (1), Hug (7/2), Müller, Balle, Mack (5), Oltersdorf (3), Stehle (2)
HSB: Bosch, Mack; Valetzky (5), Baur (1), Rendle (1), Stegmaier (3), Maresch (4), Uhl (4), Kascha (1), Gaschler (4), Hot, M.Hug (1), B.Hug (3/1)
Zeitstrafen: HSG:  3  (Lumpp, Eckardt, Mack)  HSB: 1 (Uhl)
Strafwürfe: HSG: 5 (3)  HSB: 2 (1)
Zuschauer: 200
Schiedsrichter: Doderer (Gmünd)