Herbrechtingen / Jochen Gerstlauer Die dezimierten Gastgeber unterlagen dem Tabellenersten klar mit 22:32 und müssen aufpassen, nicht in den Absteisgstrudel zu geraten.

Es war schon eine schwierige Trainingswoche für den Coach der SHB, Cosmin Popa. Ein Grippevirus hatte mehr als die halbe Mannschaft in Beschlag genommen und auch zum Spiel gegen den Ligaprimus aus Reichenbach konnten Kraft, Ruoff und Trittler nicht ins Spielgeschehen eingreifen. Zu den Langzeitverletzten Bayik, Kresse und Marin gesellten sich somit also weitere schmerzliche Ausfälle. Damit war es schon fast ein aussichtsloses Unterfangen, dem Tabellenführer eventuell ein Bein stellen zu können.

Augenscheinlich körperlich überlegen und ohne Ausfälle reiste Reichenbach unter den Buigen. Da galt es für die SHB im Vorfeld schon fast eine Schadensbegrenzung anzustreben. Für die Hausherren war die Marschroute eigentlich nur mit der Flucht nach vorne schon vorgegeben. So ähnlich muss es auch Popa gegenüber seinen Spielern formuliert haben. Doch die Anfangsphase ging schon wie befürchtet gewaltig in die Hose und beim 0:3 nach gerade mal zwei Minuten wurde den Zuschauern schon leicht mulmig in der Magengegend. Nachdem Popa beim 2:6 nach sieben Minuten schon früh zur Auszeit bat, wurde es dann in der Folge besser.

SHB schafft den Abschluss

Neuzugang Beljic und der spätere zehnfache Torschütze Baur, welche als einzige Normalform bei der SHB erreichten, schafften den 7:9-Anschluss nach 15 Minuten. Nachdem Beljic noch zum 8:10 einwerfen konnte, musste er in der Folge verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Auch Kling bekam einen Schlag gegen die Schulter und beide Leistungsträger konnten in der Folge nicht mehr eingesetzt werden. Aufgrund dieser zusätzlichen Ausfälle wurde Reichenbach wieder stärker.

Das Spiel der Gäste wirkte reifer und flotter und so schraubte der Spitzenreiter die Führung wieder kontinuierlich nach oben. Die offensive Deckung schmeckte den SHB-Angreifern überhaupt nicht. Vieles war Stückwerk und die eingespielten Reichenbacher waren beim 18:11 zur Halbzeit bereits enteilt.

Für die zweite Halbzeit galt es für die Gastgeber ein Debakel zu verhindern. Die verbliebenen SHBler stemmten sich so gut es ging gegen den Angriffswirbel des Tabellenführers. Aber das jahrelang eingespielte Team aus dem Esslinger Kreis kannte kein Erbarmen mit der dezimierten Heimmannschaft.

Hannes Baur als Alleinunterhalter

„Alleinunterhalter“ Hannes Baur stemmte sich gefühlt als einziger gegen die TV-Abwehrwand, aber auch seine Tore brachten keine Annäherung oder zumindest noch einen kleinen Hoffnungsschimmer auf wenigstens einen Hauch an Spannung.

In den letzten Minuten wechselte der Gästecoach aufgrund der hohen Führung munter durch und die SHBler ergaben sich letztlich ihrem Schicksal.

Bleibt nur Trainer Popa zu wünschen, dass er vor dem kleinen Derby in Hofen/Hüttlingen kommenden Samstag wieder mehr Spieler im Training begrüßen kann. Ein Erfolgserlebnis für das angeknackste Selbstvertrauen wäre im Hinblick auf die weiteren schweren Aufgaben unglaublich wichtig, um nicht noch in den gefürchteten Abstiegsstrudel zu geraten.

Namen und Zahlen zum Spiel

SHB: Konkel und Hitzler im Tor; Kling (1), Hauser (1), Baur (10), Mecenzev, Wurelly (1), Beljic (4), Elsenhans, Jäger (1), Akermann (2/2), Weller (2/1)

Zeitstrafen: SHB 6 (Jäger 2, Weller 2, Elsenhans, Wurelly) – TV Reichenbach 3

Strafwürfe: SHB 5 (3 verwandelt) – TV Reichenbach 6/4

Zuschauer: 150

Schiedsrichter: Akgün aus Strohgäu und Hristic aus Bietigheim