Brenz / Edgar Deibert Martin Mäck führt den TV zum 31:29-Erfolg und die Gastgeber damit zudem an die Tabellenspitze.

Ja, nach Pluspunkten führen die Handballer des TV Brenz die Tabelle der Bezirksliga an (nach Minuspunkten ist der Jahn aus Göppingen besser). Aber nein, vom Aufstieg spricht bei den Brenzern niemand. Da müssen auch nach dem gelungenen Saisonstart und 7:1 Punkten die Ziele nicht revidiert werden.

Und die sind relativ bescheiden: Ein Platz im gesicherten Mittelfeld soll es sein, sagt Philipp Gyaja. „Damit können wir sehr zufrieden sein. Ich glauber nicht, dass viele Mannschaften in Heiningen gewinnen werden. Im Prinzip sind wir etwas überm Soll“, so der Brenzer Trainer weiter.

Nach dem Abstieg aus der Landesliga übernahm Gyaja am Anfang der vergangenen Saison die Mannschaft. Den 40-Jährigen zog es geschäftlich von Ulm nach Giengen, Gyaja ist nämlich Lehrer am Margarete-Steiff-Gymnasium (Mathe und Biologie).

Im Derby gegen die TSG Schnaitheim feierten die Brenzer vor knapp 400 Zuschauern in der Hermann-Eberhardt-Halle einen verdienten 31:29-Sieg. Dabei waren die ersten Minuten der Partie ausgeglichen, wobei sich die Brenzer dann auf zwei bis drei Tore absetzen konnten und diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand gaben.

Bauder führt bei Brenz Regie

Eine herausragende Leistung bot laut Trainer Gyaja insbesondere Martin Mäck mit elf Toren. Ihn bekamen die robust agierenden Abwehrspieler aus Schnaitheim nie in den Griff. Ebenso führte Pascal Bauder gut Regie im Angriff. In der zweiten Halbzeit überzeugte dann auch noch der A-Jugendliche Torhüter Tobias Nowak mit wichtigen Paraden.

„Er hat uns zu schaffen gemacht“, sagt Dietmar Huber, der zusammen mit Jochen Ruoff die TSG Schnaitheim trainiert, über Martin Mäck. Insgesamt hätten die Brenzer auch dank ihrer Erfahrung ihre Führung letztlich clever über die Zeit gebracht.

Bei den Gästen sind dagegen viele junge Spieler, denen noch die nötige Erfahrung fehle, so der 47-Jährige weiter. So sind fünf TSGler 19 Jahre alt. Zudem haben nicht alle seiner Schützlinge ihr Leistungspotenzial abrufen können, bedauert Huber, der auf die TSG Schnaitheim eine Umbruchsaison zukommen sieht. In Brenz habe allerdings Lukas Früholz (4 Tore), eigentlich noch A-Jugendlicher, aber ein gutes Spiel gemacht.

Bloß keine Ansprache

Der Brenzer Coach war dagegen einzig mit den letzten Minuten sehr unzufrieden, da hier von seinem Team aufrgund von Nachlässigkeiten ein Sechs-Tore-Vorsprung leichtfertig noch fast aus der Hand gegeben wurde. Letztlich war der Sieg aber nie gefährdet. Direkt nach den Partien vermeidet es übrigens Gyaja, eine Ansprache zu halten. „Da sind die Spieler meiner Meinung nach nicht aufnahmefähig“, so der Brenzer Trainer.

Am Samstag, 12. Oktober, wird sich zeigen, ob der TV Brenz auch gegen das Spitzenteam aus Bartenbach mithalten kann (19.30 Uhr). Die TSG Schnaitheim hat dagegen spielfrei.

Philipp Gayaja einst in der Regionalliga – Dietmar Huber war Jugendtrainer

Philipp Gyaja spielte in seiner aktiven Zeit auf der Position Rückraum Mitte für Söflingen und Wiblingen auch in der Regionalliga, die heute mit der 3. Liga vergleichbar ist. Der heutige Brenzer Trainer beendete aber bereits mit Mitte 20 seine Spielerkarriere. Aus gesundheitlichen Gründen, wie er sagt. Gyaja, dessen Großeltern aus Ungarn stammen, wollte seine berufliche Zukunft nicht gefährden. Um dem Handball aber treu bleiben zu können wechselte er ins Trainergeschäft.

Dietmar Huber war einst bei der damaligen TSV Herbrechtingen in der Verbandsliga aktiv, ehe der Rückraumspieler nach Schnaitheim wechselte. Hier ist der 47-Jährige seit mittlerweile 18 Jahren. Huber trainierte aktuelle Herrenspieler wie Robin und Lennart Schmeißer, Max Simon, Aaron Benz sowie seinen Sohn Nils von der D- bis zur A-Jugend. Nach einem Jahr Pause betreut er seit dieser Saison zusammen mit Jochen Ruoff das Herrenteam.

TV: Haas, Nowak, Rhöm (4 Tore), P. Bauder (2), D. Bauder (1), Pflanz (3), Lohner, Frank, Gerstmayr, Mäck (11), Höfel (3), Gebhard, Späth (7)

TSG: Benz (8), Früholz (4), Huber (4), Gruschka, Baumann (1), Paul (1), F. Wagner (1), J. Wagner, R. Schmeißer, Chaudhari (6), Zeger (1), Brosi, Simon, L. Schmeißer (3)
Siebenmeter: Brenz 5 (4 verwandelt; Bauder 1/0, Mäck 1/1, Späth 3/3) – Schnaitheim 4 (Chaudhari 4/4)

Zeitstrafen: Brenz 4 (P. Bauder 2, D. Bauder, Mäck) – Schnaitheim 4 (Benz, Huber, F. Wagner, J. Wagner)