Die Mannschaft der Stunde in der Handball-­Bezirksliga ist der „Fast­absteiger“ der Vorsaison, der TV Brenz. Die Mannschaft um Trainer-Urgestein Richard Moser konnte auch sein zweites Saisonspiel zu Hause gegen die Verbandsligareserve des TV Steinheim gewinnen. Am Ende gab der buchstäblich längere Atem den Ausschlag.

Derbyfeeling vor 200 Fans

Steinheims Trainer Gerd Mühlberger haderte am Spieltag mit einigen Absagen. Mit einem reduzierten Kader wollten die Gäste den schnellen Brenzern aber dennoch alles abverlangen. Eines vorweg: Dank Torhüter Florian Tasholli und dem unermüdlich und letztlich 17-fachen Torschützen Luca Kolb gelang dies auch über weite Strecken.

Schnaitheim

Vor knapp 200 Zuschauern herrschte Derbyfeeling pur in Sontheim. Steinheim, mit einer Auftaktniederlage gegen Hofen/Hüttlingen gestartet, wollte den ersten Saisonsieg. Brenz hatte dank des Derbyerfolges eine Woche zuvor in Schnaitheim gehörig Rückenwind getankt und konnte, wieder mit Martin Mäck an Bord, personell aus dem Vollen schöpfen.

Brose mit Rückraumknallern

Aufgrund des dezimierten Kaders der Gäste rechnete man eigentlich mit einem frühzeitigen Hintertreffen. Doch Steinheims Reserve kann auch personell angeschlagen Handball spielen. Dank einiger Paraden von Torhüter Tasholli schaffte es Brenz nicht, sich schon in der ersten Halbzeit einen Vorsprung herauszuspielen. Youngster Tim-Elias Brose aufseiten der Hausherren sorgte in der Anfangsphase mit seinen Rückraumknallern für Begeisterung beim Brenzer Anhang.

Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, nach 20 Minuten stand es 7:7. Bis zur Halbzeit konnte Brenz nicht weiter als auf zwei Treffer davon ziehen (14:12). Auch in der zweiten Halbzeit ließen sich die Gäste nicht abschütteln. Zunächst. Allen voran Luca Kolb stemmte sich aufopferungsvoll gegen den Brenzer Angriffswirbel und auch Tasholli hielt, was zu halten war. Bis zur Mitte der zweiten Hälfte hielten die Grün-Weißen den 2-Tore-Rückstand, doch dann schwanden die Kräfte minütlich. Zu wenig Optionen saßen auf der Steinheimer Auswechselbank.

Brenz enteilt Tor um Tor

Steinheims Trainer versuchte sogar noch mittels offener Manndeckung die Wende zu schaffen, aber die Kondition seiner Spieler reichte nicht. Brenz nutzte jetzt die Überzahlsituationen besser und enteilte Tor um Tor. Auch die Schiedsrichter hatten mit Steinheim kein Einsehen und agierten nicht unbedingt gästefreundlich. So machte Brenz weiter Dampf auf die Gäste und konnte letztlich einen deutlichen 37:31 Sieg feiern. „Derbysieger, Derbysieger . . .“ sangen die in der Vorsaison nicht unbedingt mit Erfolgen gesegneten Gastgebern.

„Derbysieger, Derbysieger . . .“

Richard Moser, Coach der Brenzer, war nach dem Spiel entsprechend stolz auf sein Team: „Ich vermisse noch die Lockerheit und das Selbstverständnis, aber aufgrund der verkorksten letzten Saison nehme ich jeden Punkt natürlich gerne mit.“ Steinheims Trainer Gerd Mühlberger war entsprechend enttäuscht: „Aufgrund des fehlenden Rückraumes war heute nicht mehr drin.“ Seinen Spieler Luca Kolb hob er natürlich besonders hervor. Er hoffe, in den nächsten Spielen mit seinem Team die Kurve entsprechend zu bekommen.

Namen und Zahlen


TV Brenz – TV Steinheim II 37:31 (14:12)
Brenz: Linder und Sonntag im Tor; Röhm (5), Böhm (3), Pflanz (5/2), Nieß, Holzwarth (2), Brachert, Färber (1), Gerstmayr (3), Mäck (7/1), Bauder, Brose (8), Späth (3)

Steinheim: Tasholli im Tor; Laible (2), Fink, Herbrik (4), Benning, Grupp (2), Kolb (17/9), Weireter (2), Gebhard (1), Pharion, Hungerbühler (1), Schrom (2)
Zeitstrafen: Brenz 5 (Späth 2, Gerstmayr, Brachert, Mäck) / Steinheim 6 (Laible 2, Gebhard 2, Hungerbühler, Schrom)
Strafwürfe: Brenz 5 (3 verwandelt) / Steinheim 10 (9)
Zuschauer: 200
Schiedsrichter: Gebrüder Sancak aus Ulm und Wiblingen