Brenz / Thomas Jentscher Beim 24:24 der beiden Kreisrivalen ging es ziemlich fair und friedlich zu.

Lag’s schon an der Vorweihnachtszeit oder einfach an der Einstellung – das Kreisderby zwischen dem TV Brenz und dem HSB verlief überaus fair und friedlich, und dazu passend wurden am Ende beim 24:24 auch die Punkte geteilt.

Dabei ging es durchaus um einiges. Nicht nur, dass jeder natürlich gern die Nummer eins unter den Kreisvertretern sein möchte, beide Teams hatten auch die Chance, in der Bezirksliga vorn dabei zu bleiben. Insofern nützte das Unentschieden keinem so recht, die Saison ist aber noch jung, sowohl für den TV Brenz als auch für den HSB ist weiterhin einiges drin.

Den besseren Start erwischten am Samstag die Hausherren, die immer wieder ihr Rückraum-Ass Martin Mäck in Stellung brachten und nach gut zehn Minuten – auch dank starker Paraden von Torwart Michael Haas – 5:2 führten. HSB-Coach Alexander Somogyi reagierte schnell mit einer engen Deckung gegen Mäck, bis zum 8:5 hielt die Drei-Tore-Führung von Brenz aber. Dann kamen die Gäste heran, auch weil sich die Gastgeber nun einige technische Fehler leisteten.

Vor allem Konstantin Rendle in der Mitte lieferte eine Klasseleistung ab und hielt den HSB mit seinen Schlagwürfen im Spiel. Beim 13:13 gelang Benjamin Hug erstmals der Ausgleich. Kurz darauf brachte Oliver Aeugle die Heidenheimer sogar in Führung, ehe Fabian Rettenberger im Nachfassen zum 14:14-Halbzeitstand traf.

Bis dahin war die Partie nicht gerade hochklassig, aber zumindest unterhaltsam. Nach dem Seitenwechsel wurde es dann etwas zäher, beide Mannschaften agierten nun ziemlich hektisch und ungenau. Der HSB ging zunächst durch Aeugle und Leon Gaschler 16:14 in Front, dann verpasste Aeugle beim Gegenstoß die Chance, sich auf drei Tore abzusetzen. Brenz glich wieder aus, hatte in der Folge mehrfach Pech bei Pfostentreffern und schaffte es nicht mehr, aus dem Rückraum Druck aufzubauen.

So stand es nach knapp 50 Minuten gerade mal 21:21 und es begann eine spannende Schlussphase. Pascal Röhm brachte Brenz in Führung , in Überzahl und mit Ballbesitz hätten die TVler nun die Vorentscheidung herbeiführen können. Doch diesmal wurde Mäck bei seinem Wurf geblockt, auf der anderen Seite traf wiederum Rendle und kurz darauf verwertete Aeugle sogar einen tollen Ballgewinn zum 22:23.

Brenz konterte nochmals mit zwei Treffern von Rettenberger, ehe Rendle nach 57 Minuten zum 24:24 traf. In den letzten drei Minuten wollte dann trotz Chancen keinem Team mehr ein Treffer gelingen. Die allerletzte Möglichkeit hatten die Brenzer und nach einem Foul des HSB kochten in diesem Derby tatsächlich noch die Emotionen hoch. Als der letzte Angriff des TV Brenz durch ein – allerdings relativ „normales“ – Foul gestoppt wurde, forderte TV-Coach Boris Gottfried vehement einen Strafwurf, was rein regeltechnisch auch möglich gewesen wäre. Doch die Schiedsrichter sahen es anders und zeigten dem Brenzer Trainer die rote Karte. So blieb es beim unter dem Strich auch gerechten 24:24-Unentschieden.

TV Brenz – HSB 24:24 (14:14)
Brenz: Haas, Linder; Röhm (5 Tore), Pflanz (2), Frank, Rettenberger (4), Gebhardt, Gerstmayr, Mäck (7), Höfel (3), Bauder (2), Hörger, Späth (1), Färber
HSB: Bosch, Valeczky (2), Baur, Rendle (8), Stegmaier, Biebl, Uhl (3), Kascha (1), Gaschler (1), Pinna, Benjamin Hug (2), Marcel Hug (3), Aeugle (4)
Siebenmeter: Brenz 0 – HSB 1/1 verwandelt
Zeitstrafen: Brenz 2 (Gerstmayr, Späth) – HSB 3 (Valeczky, Uhl, Kascha)
Schiedsrichter: Puhane (TS Göppingen) und Terbeck (TSV Bartenbach)
Zuschauer: 250

Die Stimmen der Trainer

Philipp Gyaja, einer der Trainer des TV Brenz, sprach nach der Partie von einer gerechten Punkteteilung, lobte vor allem seinen Torhüter. Da Florian Linder wegen einer Verletzung nicht trainieren konnte, lag die ganze Last auf Manuel Haas und der habe seine Sache sehr gut gemacht. „Es war kein hochklassiges Spiel, aber beide Teams haben gut gekämpft“, so Gyaja.

Durch das Unentschieden bleibt der TVB auf Rang zwei, auch wenn zwei weitere Mannschaften weniger Minuspunkte haben. „Aber es ist schön, oben mitzuspielen“, meint der Trainer und freut sich über die nun anstehenden zwei Wochen Pause. Am 22. Dezember geht’s zum Spitzenklub nach Treffelhausen, bis dahin könnte sich die personelle Situation bei den Brenzern weiter entspannt haben.

Bayram Somogyi, der Coach des HSB, stellte ebenfalls seinen Keeper in den Blickpunkt. „Wir sind nicht reingekommen, haben dann in der zweiten Halbzeit die Möglichkeit, auf drei Tore wegzuziehen. Aber wir haben zu einfache Fehler gemacht und so musste uns Markus Bosch im Spiel halten“, erklärt Somogyi, der trotz Platz vier mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden ist. „Auswärts läuft es einfach nicht, erst verlieren wir in Königsbronn, dann relativ knapp beim Spitzenreiter Jahn Göppingen und jetzt holen wir hier nur einen Punkt – da war mehr drin“, meint der Heidenheimer Trainer. Dennoch sind die Chancen weiter da. „In der Rückrunde haben wir noch alle Spitzenteam zu Hause“, so Somogyi. tj