Herbrechtingen / Jochen Gerstlauer Die ersatzgeschwächte SG Herbrechtingen/Bolheim unterlag dem Tabellenzweiten Schorndorf unglücklich mit 26:27.

Das neue Handballjahr begann für die Damen der SG Herbrechtingen/Bolheim mit einer unglücklichen Niederlage. Dem Tabellenzweiten SG Schorndorf musste sich die SHB ganz knapp mit 26:27 geschlagen geben.

Vor dem Spiel wurde aufgrund des Fehlens von Lisa Friedrich, Franzi Braun, Lisa Feth und Nilda Sahin eigentlich nur über die Höhe der Niederlage diskutiert. Da die SHB das Hinspiel fast in Bestbesetzung mit 21:28 verloren hatte, rechnete man sich im Rückspiel nicht allzu viele Chancen aus.

Doch nach dem Schlusspfiff ärgerte sich nicht nur Torwarttrainerin Sabine Schweda über die hauchdünne Niederlage. „Aufgrund des Spielverlaufes hätten die Mädels zumindest einen Punkt verdient gehabt“, so Schweda, die insgesamt eine tolle kämpferische Leistung der gesamten Mannschaft gesehen hatte. Und tatsächlich war es am Ende doch ein sehr glücklicher Erfolg für die Gäste.

Trainer Thomas Feil musste aufgrund der Ausfälle improvisieren. Mona Gerstmayr rückte auf die Mitte-Position und machte dort ihre Sache gut. Zudem wurde „Handballrentnerin“ Stina Schurr reaktiviert, um einfach mehr Optionen auf der Bank zu haben. Spielführerin Cara Sturm und Steffi Renner übernahmen früh Verantwortung und brachten ihre Farben nach fünf Minuten mit 4:2 in Führung.

Als Sturm sogar auf 8:5 erhöhte, nahm Gästetrainer Hertkorn in der elften Minute schon eine Auszeit. In der Folge setzten die Gäste immer wieder, ihre starke und pfeilschnelle Linksaußen-Spielerin Mattauch ein. Nach 20 Minuten war der Vorsprung dahin und Schorndorf ging das erste Mal im Spiel in Führung. Auch Spielertrainerin Schaich lief nun langsam heiß und beim 13:16 aus Sicht der SHB-Damen war die Gefahr groß, dass Schorndorf davon ziehen könnte.

Doch Anne Schweda und Steffi Renner schafften zur Pause mit ihren Treffern den Anschluss zum 15:16. Alles war also noch drin in der zweiten Halbzeit.

Die Zuschauer sollten nun ein tolles Landesligaspiel mit viel Kampf und Leidenschaft zu sehen bekommen. Die junge Julia Mannbeiss, welche aus der Reserve hochgezogen wurde, schaffte schnell nach Wiederbeginn den Ausgleich. Es entwickelte sich ein Spiel auf Biegen und Brechen, wobei bei den Gästen vor allem Schaich und Mattauch nicht in den Griff zu bekommen waren.

Als Steffi Renner mit einem Doppelschlag knapp neun Minuten vor dem Ende die 24:23-Führung erzielte, lag eine Überraschung in der Luft. Torhüterin Aische Sadowski hielt in dieser Phase was zu halten war. Nach dem Ausgleichstreffer musste SG-Spielertrainerin Schaich nach der dritten Zeitstrafe vom Feld.

Gerstmayr brachte ihre Farben knapp zwei Minuten vor dem Ende mit 26:25 in Führung. Die Spannung war unglaublich und die Zuschauer unterstützen ihr Team lautstark. Aber es sollte nicht reichen. Nach dem Ausgleich und einem vergebenen Angriff erhielt Schorndorf 20 Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter und verwandelte diesen zum glücklichen 27:26-Sieg. Ein letzter Angriff der aufopferungsvoll kämpfenden SHB-Mädels brachte nichts mehr.

Trotzdem kann die Mannschaft stolz sein, dem Favoriten über das gesamte Spiel gesehen Paroli geboten zu haben. Dieses gewonnene Selbstvertrauen müssen die Schützlinge von Trainer Feil in die nächsten Partien mitnehmen.

Namen und Zahlen zum Spiel

SG Herbrechtingen/Bolheim – SG Schorndorf 26:27 (15:16)
SHB: Sadowski, Serwe; Sturm (4), Fleischer, Schurr (2), Schweda (4), Wiedmann (2), Gröner, Rühle (2), Biller, Gerstmayr (3/1), Mannbeiss (1), Renner (8/4)
Zeitstrafen: SHB 1 (Sturm) – Schorndorf 5
Strafwürfe: SHB 6/4 verwandelt – Schorndorf 5/3
verwandelt)
Zuschauer: 100
Schiedsrichter: Richter von der SG Wi/Wi/Do