TSG-Trainer Fabian Paul konnte bis auf seine Torhüterin Sofia Kuch personell aus dem Vollen schöpfen. SHB-Coach Philipp Gyaja musste auf die weiterhin verletzte Franziska Braun und auf Lena Biller wegen Studium verzichten. Zudem waren einige Spielerinnen angeschlagen.

Knapp 350 Zuschauer in der Bibrishalle

Es waren knapp 350 Zuschauer, die sich den Derbydauerbrenner anschauen wollten. Die Stimmung war prächtig und die Grün/Weißen aus Schnaitheim suchten von Beginn an ihr Heil in der Offensive. Die formstarke Kim Bauder legte mit zwei Treffern gleich gut vor. Die Heimmannschaft wirkte noch etwas unsortiert und nervös. Langsam kam der SHB-Motor zwar ins Laufen, aber Schnaitheim hielt bis zum 6:4 die knappe Führung. Anki Lindenmaier bescherte nun den Gastgeberinnen die erste Führung im Spiel. Beim 8:7 nach zehn Minuten waren in diesem flotten Landesligsspiel schon 15 Treffer gefallen.

Die bis dato wacker kämpfenden Schnaitheimerinnen mussten zunächst etwas abreißen lassen. Trainer Fabian Paul legte beim 12:8 die grüne Karte zur Auszeit. Ines Mainka und Loretta Magyari schafften zwar den Anschluss nach knapp 19 Minuten, aber jetzt setzte sich langsam die individuelle Klasse der SHB durch. Die wiedergenesene und stark aufspielende Ines Rühle markierte den 17:13-Halbzeitstand für ihre Farben.

Schnaitheim verschläft den Beginn der zweiten Halbzeit

Die Schnaitheimerinnen verschliefen die Anfangsphase der zweiten Hälfte komplett. SHB-Spielmacherin Lisa Uhl und Ines Rühle sorgten nach zwei Minuten für das 20:13 und schon früh für eine kleine Vorentscheidung. Weiter folgte ein Sturmlauf der SHB-Damen auf das TSG-Gehäuse. Nach 35 Minuten stand es schon 23:14.

Die Gäste gaben dennoch nicht auf. In den letzten Minuten der längst entschiedenen Partie hielten sie zumindest den Rückstand und liefen in kein noch größeres Debakel. Vor dieser Tatsache muss der neutrale Beobachter letztlich den Hut ziehen.

Jubel bei den Handballerinnen der SHB.
Jubel bei den Handballerinnen der SHB.
© Foto: Markus Brandhuber

Die SHB-Damen freuten sich trotz des deutlichen Erfolges sehr über das gewonnen Spiel und sind jetzt durch den Punktverlust des Absteigers aus Burlafingen mit weißer Weste weiter auf Platz eins der Tabelle. Am Samstag, 19. November, steigt dann das Spitzenspiel SHB gegen Burlafingen/Ulm in der Bibrishalle (17.45 Uhr). Für Schnaitheim wird es in zwei Wochen in Bargau/Bettringen nicht einfacher. Es droht für die ambinionierten TSGlerinnen ein Fehlstart mit fünf Niederlagen.

SHB-Coach Philipp Gyaja.
SHB-Coach Philipp Gyaja.
© Foto: Markus Brandhuber

SHB-Trainer Philipp Gyaja war nach dem Spiel zwar zufrieden, aber auch nach dem deutlichen Sieg fand der Perfektionist noch ein Haar in der Suppe. „Es soll jetzt keineswegs arrogant klingen, aber wir müssen heute deutlicher als mit zehn Toren Unterschied gewinnen“, so Gyaja, der vor allem die vergebenen Chancen und technischen Fehler im Spielverlauf ansprach. „Wenn wir heute schon im Hinblick auf das Spitzenspiel gegen Burlafingen allerdings schon alle Fehlwürfe verbraten haben, dann ist es auch ok“, so Gyaja mit einem Augenzwinkern zum Abschluss.

Fabian Paul, Trainer der TSG Schnaitheim.
Fabian Paul, Trainer der TSG Schnaitheim.
© Foto: Markus Brandhuber

Fabian Paul war nach dem Spiel hingegen keineswegs enttäuscht. „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft heute sehr zufrieden“, so der Schnaitheimer Coach. „Wir haben heute unser bestes Saisonspiel gegen einen übermächtigen Gegner gemacht und darauf lässt sich in den nächsten Spielen aufbauen.“

Namen und Zahlen zum Derby

SHB: Serwe-Hug und Barth im Tor; C.Sahin, Fleischer (3), H. Barth (2), N. Sahin (2), Schweda (5), Lindenmaier (5), Rühle (4), Uhl (3), Gerstmayr (7/5), Feth (1), Renner, Siller (3/1)
TSG Schnaitheim: Diebold im Tor; Epple, Müller (1), Bauder (5/2), Grupp, Wiedmann (4), Riehl (1), Schuller (1), A.Riehl (1), Diedersdörfer (2), Schmeißer (1), Hofele (1), Mainka (2), Magyari (6/3)
Zeitstrafen: SHB 2 (Rühle, Feth), TSG 3 (Wiedmann, Riehl, Diedersdörfer)
Strafwürfe: SHB 7 (6 verwandelt), TSG 7 (5 verwandelt)
Zuschauer: 350
Schiedsrichter: Mayer von der SG Kuchen/Gingen