Es gibt so Tage, da wäre man lieber im Bett geblieben. Solch einen Tag erlebten die Handballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim am Sonntag bei der ambitionierten Mannschaft von Alfdorf/Lorch/Waldhausen (ALLOWA).

Die Dreier-Spielgemeinschaft ist laut SHB-Torwarttrainerin Sabine Schweda wohl die Mannschaft, die den schnellsten Handball in der Liga spielt. „Eigentlich hätten wir nur in Bestbesetzung eine reelle Chance gehabt“, sagt Schweda die mehrere Punkte für diese empfindliche Niederlage anführt.

So fehlte die formstarke Spielmacherin Nilda Sahin, die sich einer Schulter-Operation unterziehen musste, zudem verloren die Blau-Weißen Rückraumspielerin Lisa Friedrich in der 32. Minute nach der dritten Zeitstrafe und schließlich musste auch Lisa Feth Mitte der zweiten Halbzeit mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Feld. Und zu „guter Letzt“ agierte die SHB insgesamt 16 Minuten in Unterzahl, was gegenüber den nur sechs Strafminuten für die Gastgeberinnen natürlich ins Gewicht fiel.

Allerdings legten die Damen von Trainer Thomas Feil in der Lorcher Schäfersfeldhalle los wie die Feuerwehr. Ines Rühle sowie je zweimal Lisa Friedrich und Cara Sturm sorgten für eine 5:0-Führung nach sechs Minuten. Der Trainer der ALLOWA war bedient und musste früh die grüne Karte zur Auszeit zücken.

Die Gastgeberinnen kamen dann aber besser ins Spiel und gingen nach knapp 20 Minuten durch die spätere 15-fache Torschützin Barth zum ersten Mal in Führung. Sie war über das gesamte Spiel nicht in den Griff zu bekommen. Die Blau-Weißen verloren nun komplett den Faden und mussten den Gegner bis zum 11:17-Pausenstand davon ziehen lassen.

Mona Gerstmayrs Anschluss zum 12:17 gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit war noch mal ein kleiner Hoffnungsfunke, aber ALLOWA war weiter unaufhaltsam in Fahrt. Das Umschaltspiel der Gastgeberinnen war zugegeben einfach Extraklasse und so schraubte die Spielgemeinschaft den Vorsprung kontinuierlich nach oben.

Ein Gegenstoß nach dem Anderen rollte auf das SHB-Gehäuse zu und so kam auch Sabine Schweda nach dem Spiel und der Kanterniederlage zur Erkenntnis: „Mund abwischen und weiter.“ Trotz dieser empfindlichen Niederlage schließt die SHB die Vorrunde als Tabellenfünfter in dieser unglaublich stark besetzten Liga ab.
SHB: Sadowski, Serwe; Sturm (3), Fleischer (1), Schweda, Wiedmann (2), Gröner, Braun, Rühle (5), Friedrich (4), Gerstmayr (3), Feth (1), Renner (3/1)