Ein großes Kompliment sprachen die Gastgeber den Gästen aus, die trotz feststehenden Abstieges und nur neun einsatzfähigen Spielern die Reise vom Bodensee nach Herbrechtingen machten. Manche Vereine hätten sich sicherlich die Reise gespart und eine Geldstrafe vorgezogen. Sicherlich wollten die Spieler der SG Friedrichshafen/Fischbach in ihrem letzten Spiel versuchen, wenigstens einen Punkt in dieser Saison auf die Habenseite zu bringen.

SHB: Mit Heimsieg vom Publikum verabschieden

Bei der gastgebenden SG Herbrechtingen/Bolheim stand bereits nach dem 31:28-Heimsieg am vergangenen Mittwoch gegen die SG Hofen/Hüttlingen fest, dass es auch in der kommenden Saison Landesligahandball in Herbrechtingen und Bolheim geben wird.

Im letzten Heimspiel der Saison wollte man den Fans nochmal zeigen, dass man zurecht die Liga gehalten hat und es gelang der sechste Sieg im siebten Spiel. Der scheidende Trainer der SHB, Cosmin Popa, forderte sein Team aufgrund des dezimierten Kaders der Gäste auf, ordentlich Tempo aufs Parkett zu legen. Denn: Lediglich einen Auswechselspieler stellte der Absteiger vom Bodensee.

Michi Kling wieder an Bord

Personell konnte Popa fast aus dem Vollen schöpfen. Auch Michi Kling kam nach seiner Rippenverletzung wieder zum Einsatz. Und das Team folgte den Anweisungen seines Trainers. Ein Feuerwerk brannte die SHB in den ersten sieben Minuten ab. Mit drei Toren hatte Flügelflitzer Daniel Ruoff entscheidend Anteil an der 6:0-Führung. Zudem entschärfte Torhüter Adi Konkel einige Würfe der Gäste.

Abschlachten lassen wollten sich die Gäste aber nicht so einfach lassen. Mitte der Halbzeit waren sie beim 10:7 auf einmal in Schlagweite. Nach einer erneuten Tempoverschärfung sorgten Kraft, Jäger und Akermann beim 13:7 wieder für klare Verhältnisse. Der nach Steinheim wechselnde Luca Hauser zeigte nochmal sein Können und beim 18:12 war eigentlich schon auf gut Schwäbisch "elles gschwätzt".

SG Friedrichshafen/Fischbach will sich nicht abschlachten lassen

Die eher unspektakuläre zweite Halbzeit war dann eigentlich relativ schnell erzählt. Popa lies auch Spieler mit weniger Einsatzzeiten über die Saison hinweg ran und die Gäste kämpften tapfer gegen eine Kanterniederlage an. Routinier Dennis Wurelly war es, der den letzten Treffer für sein Team erzielte und beim letztlich deutlichen 34:27 einen guten Abschluss im letzten Heimspiel für seine Mannschaft schaffte.

Nach dem Spiel verweilten noch einige Fans im Foyer der Bibrishalle, um der Verabschiedung einiger verdienter Spieler sowie Trainer Cosmin Popa durch Michi Kling beizuwohnen.

Vier Spieler und der Trainer verlassen den Verein

Rückraumspieler Stefan Beljic wurde nach fast drei Jahren bei der SHB verabschiedet. Er möchte vorerst etwas pausieren und seine lädierte Schulter auskurieren. Eigengewächs Luca Hauser zieht es zum Liga höheren TV Steinheim. Er soll beim TV künftig auf Rückraum Mitte die Fäden in der Verbandsliga ziehen. Ebenfalls aufhören wird Kreisläufer Bodgan Marin. Er kam damals mit Cosmin zur SHB und muss berufsbedingt für die nächste Saison passen.

Auch Torhüter Adi Konkel wird seine Handballschuhe nach einer beeindruckenden Karriere nach dem letzten Spiel am kommenden Samstag an den Nagel hängen, steht aber der Mannschaft für Notfälle zur Verfügung und wird zur neuen Saison das Torwarttraining bei der SHB übernehmen.

Trainer Cosmin Popa verlässt die SHB nach drei Jahren, in denen er erhebliches im Verein geleistet hat, er möchte ebenfalls eine Pause einlegen.

Kommenden Samstag reist die SHB noch ins österreichische Feldkirch und schließt dann eine erneute turbulente Saison beim schon feststehenden Absteiger voraussichtlich als Tabellensechster ab.


SG Herbrechtingen/Bolheim - SG Friedrichshafen/Fischbach 34:27 (18:12)
SHB: Konkel und Gehringer im Tor; Kling (4), Hauser (3), L. Ruoff (2), D. Ruoff (5), Mecenzev (1), Kraft (2), Wurelly (3/1), Baur, Beljic (1), Jäger (4), Akermann (5), Weller (4/1)
Zeitstrafen: SHB: 7 (D. Ruoff 2, Kraft 2, Hauser, Wurelly, Weller), SG F/F: keine
Strafwürfe: SHB: 4 (2 verwandelt), SG F/F: 4 (einen verwandelt)
Zuschauer: 140

Jubel in Herbrechtingen Die SHB bleibt in der Landesliga

Herbrechtingen