Handball-Verbandsliga

Fatale 15 Minuten: Warum es für die SG Herbrechtingen/Bolheim gegen Hofen/Hüttlingen nicht ganz reichte

Zur Halbzeit war beim Spiel zwischen den Verbandsliga-Handballern der SG Herbrechtingen/Bolheim und der SG Hofen/Hüttlingen noch alles offen, am Ende setzten sich die favorisierten Gäste im Nachbarschaftsduell aber mit 36:30 durch. Wo sieht SHB-Trainer Sebastian Schmid die Gründe für die Niederlage?

Vor allem in der ersten Halbzeit lieferten sich die SG Herbrechtingen/Bolheim und die SG Hofen/Hüttlingen ein hochklassiges und flottes Spiel, die rund 350 Zuschauer in der gut gefüllten Bibrishalle sahen allein in den ersten 20 Minuten 40 Tore. Obwohl der Tabellendritte als Favorit anreiste und die Gastgeber drei Ausfälle verkraften mussten, gingen sie hoch motiviert in die Partie – und ärgerten sich am Ende über die 30:36-Niederlage, die vielleicht so nicht hätte sein müssen.

Für SHB-Trainer Sebastian Schmid hatte die Auslegung des Schiedsrichtergespanns großen Anteil am Ausgang des Spiels. „Sie haben nicht komplett gegen uns gepfiffen und sie hatten eine klare Linie, aber die kam uns eben nicht entgegen“, erklärt der 45-Jährige. Soll heißen: Während Hofen/Hüttlingen oft aus dem Rückraum zum Abschluss kam, ging seine Spieler immer wieder in die Lücken der meist eher tief stehenden Gästeabwehr. Dies führte zu vielen Situationen mit einer „Abwehr durch den Kreis“, die Unparteiischen stellten aber überwiegend die erste Kontaktaufnahme in den Vordergrund und verhängten nur wenige Siebenmeter, am Ende waren es gerade mal zwei auf jeder Seite.

40 Tore in der ersten Halbzeit

Auch sonst ließ das Gespann recht viel laufen, das Nachbarschaftsduell blieb dennoch weitgehend fair. Zu Beginn war die SHB mit ihrem Tempospiel erfolgreich und legte eine 4:2-Führung vor. Dann hatten sich die Gäste besser darauf eingestellt, dazu kamen einige Paraden von Keeper Nico Knauß und das bescherte Hofen/Hüttlingen einen Sechs-Tore-Lauf (4:8). Die Herbrechtinger hielten aber vor allem offensiv gut dagegen, beim Halbzeitstand von 19:21 war noch alles offen.

Die Entscheidung fiel zu Beginn der zweiten Hälfte, als den SHBlern in den ersten 15 Minuten nur ein einziger Treffer gelang. Es war eine Mischung aus eigenen Fehlern, Pech bei Abprallern und umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen. Zwar lief auch die Angriffsmaschinerie der „SG 2H“ nicht mehr ganz so rund, der 20:27-Rückstand eine Viertelstunde vor Schluss war aber zu groß. Die Gastgeber zeigten Moral und spielten die Partie gut zu Ende, kamen bei der 30:36-Niederlage aber nicht mehr wirklich heran.

Hohes Tempo, hohes Niveau

Für Schmid war letztlich auch die Phase nach der Pause entscheidend. Dafür hätten die Zuschauer eine „sensationelle erste Halbzeit mit viel Tempo und hohem Niveau“ gesehen. Dem schloss sich sein Gegenüber, der im Kreis bestens bekannte Trainer Gerd Mühlberger an: „Es war ein gutes Spiel mit wenig technischen Fehlern, auch wenn das hohe Tempo mit der Zeit natürlich viel Kraft gekostet hat. Ich bin extrem stolz auf meine Truppe, hier zu bestehen ist wirklich nicht einfach.“

Hofen/Hüttlingen feierte damit den fünften Sieg im fünften Spiel des neuen Jahres und bleibt in der Spitzengruppe der Verbandsliga. Die SHB, für die das am 28. Februar mit dem Heimspiel gegen Pfullingen II weitgeht, ist mit 15:19 Punkten Neunter. Wie viele Zähler für den Klassenerhalt noch fehlen, lässt sich nicht sagen, da die Abstiegsregelung noch offen ist.

Es spielten: Tim Kraft (9), Braun (5), Ruoff (4), Mannbeiß (3), Mezencev (3), René Kraft (2), Buntz (1), Jäger (1), Soderer (1), Weller (1), Englisch, Gehringer, Kovalchuk, Lindenmaier