Herbrechtingen / Edgar Deibert Der ehemalige rumänische Nationaltorhüter trainierte zuletzt den Landesligisten Biberach.

Was lange währt . . . Die Verantwortlichen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim (SHB) haben diese Frage wohl zur Genüge gehört, ob beim Augenoptiker, Bäcker oder Zahnarzt: „Na, habt ihr schon einen neuen Trainer?“

Nach einer relativ langen Suche wurde die SHB aber fündig: Cosmin Popa folgt auf den scheidenden Coach Dr.  Mickel Washington, der bekanntlich aus beruflichen Gründen nicht weitermacht.

Damit startet die SHB nach dem Abstieg aus der Württembergliga mit einem erfahrenen Trainer in der Landesliga. Popa hat nämlich eine lange Handballkarriere hinter sich (siehe Infokasten).

Bei der Trainersuche seien viele Vereinsmitglieder engagiert gewesen, sagt Jochen Gerstlauer. Dabei möchte der SHB-Pressesprecher den Einsatz des Männerwartes Roland Hauser herausstreichen. „Es war schon ein Kraftakt“, sagt Hauser rückblickend. „Wir haben einen Neuanfang vor uns und brauchten einen Trainer, der diesen mitgestalten und mitleben will.“

Erst einmal durchschnaufen

Dabei habe es einige Kandidaten gegeben, die fürs nächste Jahr Interesse signalisierten. „Wir aber brauchten eine Sofort-Lösung“, betont der 55-Jährige, der zudem das Gefühl hat, dass die Trainersuche früher einfacher gewesen sei. Nun glaubt Hauser aber, dass Popa sich als Glücksgriff für die SHB erweisen könnte. „Er ist sehr sympathisch und trägt unsere Philosophie, mit jungen Spielern zu arbeiten, mit“, so Hauser über den neuen Coach. Nun gelte es mit der jungen Mannschaft in der Landesliga anzukommen und durchzuschnaufen.

Popa ins Spiel gebracht habe letztlich Michael Kling, Spieler der ersten Mannschaft und Trainer der „Zweiten“. Das erste Treffen fand dabei im Rahmen des SHB-Gastspiels in Langenau statt. Anfang dieser Woche wurde der Vertrag unterzeichnet, so Pressesprecher Gerstlauer.

Kling, der interimsweise bereits in der vergangenen Saison die erste Mannschaft betreute, soll Popa in der neuen Saison unterstützen. Nun habe die SHB zudem Planungssicherheit. Schließlich kommt auf den Absteiger aufgrund des großen personellen Umbruchs eine spannende Saison zu.

Mit Biberach auf Platz acht

Der neue Trainer freue sich allerdings auf die Herausforderung, sagt Gerstlauer weiter. In den Gesprächen mit Popa, der in Biberach wohnt (verheiratet, ein Kind), sei ganz klar rübergekommen, dass er sich die spannende Aufgabe bei der SHB nach dem Abstieg in die Landesliga sehr gut vorstellen kann. So kennt Popa die Liga aus seiner Zeit bei Biberach sehr gut.

Die TG führte er in die Landesliga und belegte mit ihr in der abgelaufenen Spielzeit den achten Platz. Dem Vernehmen nach war Popa aber nicht ganz zufrieden, Beobachter sprechen davon, dass ein Aufstieg das heimliche Ziel gewesen sei.

Die SHB erhält somit auch einen auch sehr ehrgeizigen Coach, den die knapp 80 Kilometer von seinem Wohnort zu seinem neuen Verein nicht abschrecken. Bei drei Trainingseinheiten pro Woche und einem Spiel am Wochenende wird Popa viel Zeit im Auto verbringen müssen.

Zudem verfügt er sicherlich über gute Kontakte. Nun darf man gespannt sein, ob Popa den ein oder anderen Spieler nach Herbrechtingen lockt – und damit tatsächlich zum Glücksfall wird . . .

Popa war einst rumänischer Meister

Der neue SHB-Trainer wurde in Rumänien geboren, besitzt aber auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Während seiner aktiven Zeit war  Popa unter anderem rumänischer Meister, zudem bestritt der heute 49-Jährige 25 A-Länderspiele.

Seinen ersten Profivertrag in Deutschland unterschrieb Popa im Jahr 1993 bei Borussia Fulda. Später stand er beim damaligen Zweitligisten Melsungen zwei Jahre lang zwischen den Pfosten, wo er auch 2005 seine Karriere beendete.

Danach war Popa bei der TG Biberach sportlicher Leiter der aktiven und der Jugendteams. Über kurze Trainergastspiele in der 2. Liga in Rumänien und der HSG Langenau/Elchingen ging Popa 2010 in die Schweiz, um vier Jahre lang beim TSV St. Gallen in verschiedenen Positionen tätig zu sein. Unter anderem feierte er als Trainer dort die Schweizer Meisterschaft mit der Regionalauswahl. Im Anschluss trainierte er fünf Jahre lang das Herrenteam in Biberach, das in der abgelaufenen Landesliga-Saison den achten Rang belegte. jg