Handball-Europameisterschaft

Beim Weltrekord dabei: So erleben Handballer aus dem Landkreis Heidenheim die Europameisterschaft

Die Handball-Europameisterschaft ist in aller Munde. Auch bei Handballern aus dem Landkreis Heidenheim. Mark Laible (TV Steinheim II) und Lukas Eckardt (HSG Oberkochen/Königsbronn) schildern, wie es beim Weltrekord in Düsseldorf war. Warum Laible der Weltrekord-Sammler ist:

Na, schon mitbekommen? In Deutschland wird momentan die Handball-Europameisterschaft ausgetragen. „Viele reden über Handball. Auch Kollegen bei der Arbeit, die mit Handball sonst weniger zu tun haben“, stellt Thomas Feil fest. Der Coach der TSG Schnaitheim findet aber eins nicht so gut: Wenn die Spiele der deutschen Nationalmannschaft mit seinen Trainingseinheiten kollidieren. „Der Fokus liegt auf der Liga“, sagt Feil. Und dennoch werden die Spiele in kleinen Gruppen auch im Clubhaus gemeinsam geschaut.

Trainiert die TSG Schnaitheim: Thomas Feil. Foto: Markus Brandhuber

Für Deutschland werde es richtig schwer, sagt Feil. „Mit dem Halbfinale wird es wohl nichts. Ich glaube, dass es eher Platz fünf wird.“ Aber: „Es ist eine junge deutsche Mannschaft, die Hoffnung für die Zukunft gibt“, fügt Feil im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2027 an, die ebenfalls in Deutschland ausgetragen wird.

Coacht die Handballerinnen der TSG Schnaitheim: Thilo Riehl. Foto: Markus Brandhuber

„Problematisch wird’s, wenn die Spiele auf die Trainings fallen“, sagt auch Thilo Riehl, der die Landesliga-Handballerinnen der TSG Schnaitheim zusammen mit Sabine Knödler betreut. „Da steht man schon unter einem gewissen Druck seitens der Mannschaft, dass man das Training entsprechend legt“, scherzt Riehl und betont: „Die Begeisterung ist da.“

Bei der TSG Giengen an der Seitenlinie: Jürgen Karow. Foto: Markus Brandhuber

Das ist Jürgen Karow allerdings nicht aufgefallen. Zumindest nicht im Umfeld außerhalb des Handballs, wie der Trainer der TSG Giengen erklärt. Sein Team selbst wollte sich das Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstagabend gegen Island nicht entgehen lassen. Zumindest wurde die zweite Halbzeit nach dem Training geschaut.

Trainieren gemeinsam den TV Steinheim: Arne Kühr (links) und Sebastian Kieser. Foto: Markus Brandhuber

Sebastian Kieser schaut sich so viele Spiele wie möglich an, sagt der 45-Jährige, der den TV Steinheim zusammen mit Arne Kühr coacht. „Die Begeisterung ist greifbar, die EM ist Kabinenthema“, so Kieser, der ein Beispiel folgen lässt: "Nach dem Training am Tag, an dem Deutschland gegen Frankreich gespielt hat, war nicht Thema, was die Steinheimer denn besser können. Die Jungs wollten nur wissen, wie es bei Deutschland steht", erzählt Kieser, dessen Trainerkollege auch bei einem EM-Spiel in Mannheim gewesen ist. Der Clou: Arne Kühr hatte die Karten von seiner Frau zu Weihnachten geschenkt bekommen.

Für die HSG Oberkochen/Königsbronn im Einsatz: Lukas Eckardt. Foto: Markus brandhuber

Bei einer EM-Partie dabei war Lukas Eckardt. Zusammen mit einigen Mitspielern von der HSG Oberkochen/Königsbronn und HSG-Handballerinnen – insgesamt bestand die Gruppe aus 25 handballbegeisterten Personen – ging es nach Düsseldorf zum Eröffnungsspiel der Europameisterschaft. Hier siegte Deutschland gegen die Schweiz mit 27:14 – vor 53.586 Zuschauern im umgebauten Stadion des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Ein Weltrekord, was die Anzahl der Zuschauer angeht. „Das war wirklich beeindruckend und etwas ganz anderes, als es in einer Halle ist“, schwärmt Eckardt.

Einige Steinheimer um Mark Laible (rechts) waren auch in Düsseldorf. Foto: ml

Auch Mark Laible wollte sich diese Kulisse nicht entgehen lassen und ist ebenfalls mit Freunden und Mitspielern nach Düsseldorf gefahren. Dort gab’s auch ein zufälliges Treffen mit den HSGlern. Aber erst nach dem Spiel. „Ich war überrascht, überhaupt jemanden aus dem Landkreis zu treffen“, sagt der Student (Bauingenieurwesen). „Ich war schon bei einigen Handballspielen in einigen Hallen. Aber das war ein Handballfest“, sagt der 22-Jährige, der für den TV Steinheim II aufläuft.

Seine Idee, nach Düsseldorf zu fahren, konnte umgesetzt werden, weil im Mai 2023 die letzten 10.000 Karten in den Verkauf gingen. „Wir haben zu dritt versucht, Tickets zu bekommen“, sagt Laible. Zwar waren es lauter Einzelkarten – es habe sich aber gelohnt.

Spielt für den TV Steinheim II: Mark Laible. Foto: ml

Mark Laible war damit zum zweiten Mal bei einem Weltrekord dabei. Zum einen in Düsseldorf und 2014 schon in Frankfurt. Damals, er war als Zwölfjähriger mit seiner Mutter im Stadion, waren 44.000 Zuschauer beim Bundesligaspiel zwischen den Rhein-Neckar Löwen und Hamburg dabei. „Damals und heute war es gigantisch“, schwärmt Weltrekord-Sammler Laible.

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