Fußballbegeisterte Brüder

Was Simon und Steffen Wegmann bislang in ihren Karrieren erlebt haben und was ihre Ziele sind

Simon und Steffen Wegmann sind beide fußballbegeistert. Die beiden Brüder spielen momentan für verschiedene Vereine, die TSG Schnaitheim und den VfL Gerstetten. Beide wurden aber beim 1. FC Heidenheim ausgebildet: 

Wie kann es anders sein, natürlich gibt es Parallelen zwischen den beiden Brüdern. Beide sind zum Beispiel sehr erfolgreich mit ihren Vereinen. Steffen Wegmann schaffte mit dem VfL Gerstetten in der vergangenen Saison über die Relegation den Aufstieg in die Kreisliga A3 und steuerte 17 Tore während der regulären Spielzeit bei. Aktuell kommt der 19-Jährige auf 15 Treffer und ist damit Toptorjäger der Kreisliga A3. Zudem steht der VfL auf dem zweiten Tabellenplatz. Auch sein älterer Bruder weiß, wie Aufstieg geht: Simon Wegmann schaffte in der vergangenen Saison mit der TSG Schnaitheim den Sprung in die Bezirksliga.

Und noch eins haben die beiden Brüder gemeinsam: Beide wurden beim 1. FC Heidenheim ausgebildet. Vom SV Mergelstetten ging es für Simon Wegmann schnell zum FCH, wo er sieben Jahre in der Jugend gespielt hat. Nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen musste er seine Zelte beim FCH aber abbrechen. „Mir wurde da schonungslos gesagt, dass ich keine Zukunft beim FCH hätte, das war für mich kein angenehmes Gespräch“, schilderte der 22-Jährige das harte Auswahlverfahren in Profivereinen. Nach einem kurzen Gastspiel beim SV Mergelstetten ging er dann aufgrund der Bemühungen der TSG-Verantwortlichen nach Schnaitheim. 

Auch Steffen Wegmann, spielte zunächst in der FCH-Jugend, was natürlich an seinem Bruder lag. „Ich musste damals mit meiner Mutter mit, um meinen Bruder vom Training abzuholen, da hatte ich überhaupt keine Lust drauf“, lächelt der 19-Jährige. Aber beim Zuschauen habe es dann gefunkt. „Ich bin zum Trainer (damals Mario Brandl) und habe gefragt, ob ich mal mitmachen darf, und dann bin ich bis zur U12 beim FCH geblieben“, erzählt Steffen Wegmann, der noch in seiner Jugendzeit in die damalige starke Spielgemeinschaft Steinheim/Gerstetten (SGM Albuch) wechselte.

Gerstettens Trainer Harald Fronmüller schwärmt von Steffen Wegmann

Bei den weiteren Hobbys, außer Fußball, sind sich die Brüder, die noch zusammen in Heidenheim bei den Eltern wohnen, auch einig. Darts und die Unternehmungen mit Freunden zählen ebenfalls zu den Aktivitäten der beiden Vollblutstürmer außerhalb des grünen Rasens. Mit ihren Fähigkeiten und ihren starken Bilanzen in der Vergangenheit sind sie schnell unverzichtbar für ihre Trainer geworden. Harald Fronmüller, Trainer des VfL Gerstetten, schwärmt von seinem Stürmer, der damals großen Anteil am Aufstieg hatte. „Er ist ein Schlüsselspieler, der uns weiter voranbringen kann und ein hohes Ansehen in der Mannschaft hat“, so der 54-Jährige über Steffen Wegmann, der in 37 aktiven Spielen für Gerstetten schon 33 Tore geschossen und sagenhafte 42 Mal ein Tor direkt vorbereitet hat.

Schnaitheim Coach Erdal Kalin lobt Simon Wegmann

Genauso positiv beschreibt auch Simon Wegmanns Trainer Erdal Kalin seinen Spieler. „Simon ist diszipliniert, trainingsfleißig und auch selbstkritisch, wenn mal etwas nicht funktioniert“, sagt der 54-Jährige über seinen flinken Stürmer, der in dieser Saison bisher auf fünf Tore und drei Assists kommt. Im taktischen Bereich sehen die Trainer bei beiden noch Luft nach oben, aber sie stehen ja noch am Anfang ihrer Karriere.

Wenn man nach den Zielen fragt, dann ist bei beiden der Wunsch ganz klar, eines Tages auch mal in die Landesliga reinzuschnuppern. „In erster Linie ist man ehrgeizig, auch mal höher zu spielen“, sagt Simon Wegmann, der sich sehr wohlfühlt in Schnaitheim und am liebsten mit seinen Mannschaftskollegen, wo er klar den 40-jährigen Sturmpartner Matthias Kolb als Vorbild nennt, einmal aufsteigen würde. 

Im Schnee auf dem Moldenberg: Simon (links) und Steffen Wegmann. Foto: Rudi Penk

Steffen Wegmann, der sein Abitur gemacht hat und entweder ein Polizeistudium (Kripo) anstrebt, oder wie sein Bruder Fachinformatiker werden möchte, möchte später ebenfalls mal höherklassig spielen, wobei auch er dies im Moment mit seinem VfL gerne erreichen würde. Seine Vorbilder in der Mannschaft sind die „Oldies“ Adrian Seibold und Eugen Eckardt, die, wie er sagt, die Jungen auf dem Feld super führen können.

Da Simon Wegmanns Weg im Aktivenbereich zur TSG Schnaitheim führte und Steffen Wegmann nach seiner Zeit in der FCH-Jugend wegen seines Klassenkameraden zur SGM Albuch wechselte, spielten sie im Männerbereich noch nicht zusammen. Bei der Frage, ob und wann die beiden vorhaben, mal in der gleichen Mannschaft zu spielen, müssen beide schmunzeln. „Ich habe derzeit noch zu viel Spaß in Gerstetten, weil wir auch schon seit der C-Jugend zusammen spielen“, sagt Steffen Wegmann und ergänzt: „Das Ziel ist, zu 100 Prozent mit Simon in den nächsten Jahren zusammenzuspielen, aber vorerst wird es noch nichts“, ist sich Steffen Wegmann sicher. Simon Wegmann beschreibt, dass es schon Versuche gegeben habe, seinen Bruder zu locken. „Ich habe von A bis Z schon alles probiert und auch Steffen wollte mich bereits nach Gerstetten locken. Wir fühlen uns beide aber noch zu wohl in unseren Vereinen. Das Ziel ist natürlich, dass das Stürmerduo Wegmann in der gleichen Mannschaft eines Tages aufläuft“, sagt Simon Wegmann – und lacht.

Die künftigen Gegner können sich dann bei dem treffsicheren Brüdersturm auf jeden Fall schon einmal warm anziehen …