Fußball

Warum Türkspor Heidenheim im Bezirkspokal kampflos gegen den VfL Gerstetten eine Runde weitergekommen ist

Das wäre spannend geworden! Eigentlich sollte der VfL Gerstetten in der dritten Runde des Bezirkspokales am Mittwochabend, 26. August, Türkspor Heidenheim empfangen. Dazu wird es aber nicht kommen. Was beide Trainer zu den Gründen der Absage sagen und warum Gerstettens Abteilungsleiter Rainer Schaller schon relativ frühzeitig eine Verlegung in Betracht ziehen musste:

Ungeahnte Situationen können im Sport immer mal entstehen. In puncto Personal beispielsweise sind es beim VfL Gerstetten (Kreisliga A3) im Moment alles andere als rosige Wochen. Viele Verletzungen und urlaubsbedingte Ausfälle haben den Saisonstart der jungen, ambitionierten Mannschaft nach einer Niederlage im Derby gegen Gussenstadt (1:2) und einem Unentschieden in Bissingen (1:1) etwas verhageln lassen. Aufgrund der angespannten Personalsituation wollten die Verantwortlichen in Gerstetten das angesetzte Pokalspiel vom 26. August gegen den Bezirksligisten Türkspor Heidenheim deshalb gerne verlegen. Abteilungsleiter Rainer Schaller hatte hierzu schon am 1. August beim Verband bezüglich einer Verlegung angefragt und am 14. August einen offiziellen Antrag gestellt, der seitens Türkspor nach einer zunächst „mündlichen Zusage an Fronmüller“, wie Schaller sagt, aber letztlich abgelehnt wurde.

„Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr gerne sportlich weitergekommen wäre und gerne gespielt hätte“, sagt Türkspor-Trainer Denis Werner zu diesem Thema. „Wir haben schon in der zweiten Runde gegen die TSG Giengen auf Wunsch der TSG das Spiel verlegt, was zeigt, dass man mit uns reden kann“, erzählt der 33-jährige Werner weiter.

Gerstettens Coach Harald Fronmüller versteht nicht ganz, warum die Heidenheimer nicht bereit waren, zu verlegen. „Wir hatten zuerst Dienstag, 25. August, vorgeschlagen, was bei Türkspor mit dem Argument, dass es kein Trainingstag ist, abgetan wurde“, so der 55‑Jährige. Auch der 2. September wurde als Ausweichtermin seitens der Gerstetter vorgeschlagen, was aber laut Türkspor urlaubsbedingt nicht gegangen wäre. Schließlich brachte Gerstetten noch den 9. September ins Spiel. „Da geht es laut Spielleiter Roland Wagner nicht, da bis dahin alle Spiele gespielt sein müssen, aufgrund der nächsten Auslosung“, so Fronmüller fast schon resignierend. Auf jeden Fall wäre Gerstetten letztlich ein zu hohes Risiko eingegangen, mit angeschlagenen Spielern zu spielen, und hat deshalb dann die Begegnung abgesagt. „Wir waren echt bemüht, das Spiel auszutragen“, so ein enttäuschter Gerstetter Trainer, der aber auch sagt: „Wir gratulieren Türkspor mit sportlichen Grüßen zum Erreichen der nächsten Runde.“ In der vergangenen Saison hatte er mit dem VfL noch das Finale erreicht.

Für Denis Werner war die Ablehnung der Spielverlegung jedenfalls nicht leicht, wie er sagt. „Als neuer Bezirksligist brauchen wir eine gewisse Routine und müssen auch nach uns schauen und ich muss an meine Mannschaft denken“, sagt der Türkspor-Trainer. Auf jeden Fall wünscht Werner den verletzten Gerstetter Spielern alles Gute, aber auch er hatte im letzten Spiel laut seiner Aussage neun Ausfälle zu verkraften.