Sontheim / Edgar Deibert Mit dem Top-Stürmer und Joshua Leoff verliert der FV Sontheim zwei Stammspieler zur neuen Saison. Zwei bis drei Neuzugänge sollen dafür kommen.

Der endgültige Durchbruch gelang Philipp Schmid in der vergangenen Saison: Der Stürmer war mit 44 Ligatoren der Top-Torjäger der Fußball-Bezirksliga und hatte einen maßgeblichen Anteil daran, dass der FV Sontheim Meisterschaft und Pokal gewann.

Es konnte kaum überraschen, dass der 24-Jährige bereits da Anfragen höherklassiger Vereine (Dorfmerkingen und Essingen) hatte. Begünstigt durch den beruflich bedingten Aufenthalt in den USA (September 2018 bis Februar 2019) entschied sich der Angreifer aber für einen Verbleib beim FVS.

Nun endet das Kapitel Sontheim für Schmid — vorerst. Noch fünf Spiele bestreitet er im FVS-Trikot, ehe er zur neuen Saison nach Bayern zum FC Gundelfingen (Landesliga Südwest) wechselt. Zwei Wochen vor Ostern habe er die erste Anfrage erhalten, erzählt Schmid. Seinen derzeitigen Verein habe er stets auf dem Laufenden gehalten, sodass die Verantwortlichen des FVS relativ früh planen konnten — ohne Schmid. So absolvierte dieser zwischenzeitlich auch ein Probetraining bei Normannia Gmünd (Oberliga).

Nach dem Nachholspiel gegen Neu-Ulm (18. April) habe Schmid dem FV Sontheim seinen Entschluss, den Verein zu wechseln, mitgeteilt, sagt Hannes Blank. Der Sontheimer Spielleiter betont dabei, dass der FVS dem scheidenden Stürmer keine Vorwürfe mache. „Sportlich gesehen ist das natürlich ein herber Verlust für uns“, sagt der 26-Jährige. „Philipps Anspruch ist es, sportlich eine Schippe draufzulegen.“ Und der FC Gundelfingen habe bessere Voraussetzungen. „Bei denen geht es fast schon halb ins profihafte“, sagt Blank, der dabei auch aufs Nachwuchsleistungszentrum des FC verweist.

Ähnlich sieht es der Stürmer. „Aus sportlicher Sicht ist es für mich ein Schritt nach vorne“, so Schmid. Da es in Bayern keine Verbandsliga gibt, wird gemeinhin die Landesliga Südwest höher angesehen als die Landesliga, Staffel II, in der der FVS momentan spielt.

Trainerschein auch anvisiert

Zwar will sich Schmid beim FC Gundelfingen voll und ganz auf Fußball konzentrieren, allerdings erhält er bei seinem neuen Klub auch die Möglichkeit, den Trainerschein zu machen, wie er erklärt. Schmid wird nämlich zugleich spielender Co-Trainer von Gundelfingens Coach Martin Weng. Dieser war einst Co-Trainer bei der U 17 des Bundesligisten FC Augsburg.

„Es ist keine Entscheidung gegen Sontheim“, betont Schmid. Vielmehr habe ihn das Komplettpaket in Gundelfingen überzeugt. „Auf der einen Seite ist es auch für mich schade, da es mir beim FVS sehr gefällt. Auf der anderen Seite kann ich neue Erfahrungen machen.“

Der FC Gundelfingen ist dabei auf seiner Suche nach einem torgefährlichen Strafraumstürmer fündig geworden. „Philipp hat seine Qualitäten als Knipser bereits unter Beweis gestellt. Hoffentlich kann er das auch bei uns umsetzen“, sagt Christian Renner. Gundelfingen kämpft noch um den Klassenerhalt, strebt aber nach Aussage des Abteilungsleiters in der kommenden Spielzeit eine „deutlich ruhigere Saison“ an.

Schmid selbst kennt dabei bereits in Gundelfingen einige Spieler, die aus Niederstotzingen, Burgberg oder Giengen kommen. Und seine aktuelle Mitspieler hätten größtenteils verständnisvoll reagiert, sagt der Angreifer. „Ich habe vermehrt gehört: Wenn du die Chance bekommst, kannst du nicht Nein sagen.“

Dem Hermaringer ist dabei nicht bange, dass die Sontheimer seinen erneuten Abgang kompensieren werden. Der FVS lebe von seiner mannschaftlichen Geschlossenheit. Dies sieht Spielleiter Blank ähnlich. Zum einen wollen die Sontheimer den sportlichen Verlust übers Kollektiv auffangen. Dies gelang dem Aufsteiger während Schmids USA-Aufenthalt bereits in der laufenden Runde über weite Strecken sehr gut. Zudem führe der FVS Gespräche mit möglichen externen Neuzugängen, zwei bis drei sollen laut Blank kommen. Allerdings könne Sontheim finanziell nicht mithalten. „Allein das Sportliche zieht leider nicht mehr“, bedauert Blank.

Zudem sollen auch in der kommenden Spielzeit einige Spieler aus der A-Jugend möglichst an die erste Mannschaft herangeführt werden. Dies klappte in der aktuellen Saison sehr gut, so haben sich die jungen Ruben Ertle und Joshua Leoff schnell zu Leistungsträgern entwickelt.

Planung nur für die Landesliga

Innenverteidiger Leoff, der unter anderem auch in der Jugend des FCH ausgebildet wurde, verlässt allerdings ebenfalls den FVS und wechselt zum FV Illertissen. „Das ist sehr schade, Joshua ist mit seiner schönen und ruhigen Spielweise zum Stammspieler geworden, was als A-Jugendlicher nicht selbstverständlich ist“, erklärt Spielleiter Blank. Zudem wechselt Julian Ritz (bislang acht Saisoneinsätze) zur TSG Schnaitheim.

Selbstbewusst plane der FV Sontheim nicht zweigleisig, sondern nur für die Landesliga, betont Blank. „Wir sind überzeugt, dass wir es schaffen. Die noch nötigen Punkte werden wir holen.“ Es stehen noch drei Spiele gegen Teams an, die in der Tabelle hinter dem FVS platziert sind. So geht’s am kommenden Samstag zum Tabellenvorletzten Blaustein (15.30 Uhr).

In den letzten Spielen will auch Stürmer Schmid zum Klassenerhalt beitragen. Dabei sieht er sich auf einem guten Weg, dass er zur alten Stärke zurückkehrt.

Brüder Mattick bilden weiter Trainergespann

Das Trainer-Duo bleibt dem FV Sontheim erhalten. Nach dem Heimspiel gegen Weilimdorf (28. April) wurde alles fix gemacht, sagt Spielleiter Hannes Blank. Marcus Mattick kam bislang in der laufenden Saison als Spielertrainer auf 15 Einsätze. Unterstützt wird der 29-Jährige vorn seinem Bruder Matthias als Co-Trainer (32).

Philipp Schmid erlernte das Fußballspielen in Hermaringen, ehe er nach Sontheim (C-Jugend) und anschließend zum FCH (B-Jugend) ging. Nach einer Saison bei den Aktiven des FVS wechselte der Angreifer nach Hermaringen (ein Jahr Bezirksliga und zwei in der Kreisliga A 3), ehe er in der Spielzeit 2017/18 zum FVS zurückkehrte.

Aus der Landesliga Südwest gibt es nur einen direkten Absteiger, drei Mannschaften müssen in die Abstiegs-Relegation. Der FC Gundelfingen belegt momentan einen Nicht-Abstiegsrang.