Hermaringen / Edgar Deibert Die Spielgemeinschaft ist dank eines Heimerfolgs über das Juniorteam Rems Meister der Bezirksstaffel. Für Trainer Jens Wiedenmann ist es der dritte Titel in Folge.

Feierwütige Fußballer wissen sich immer zu helfen. Da das Clubheim des SC Hermaringen geschlossen war, wichen Spieler und Verantwortliche der Spielgemeinschaft Sontheim/Hermaringen zu vorgerückter Stunde am späten Dienstagabend nach Brenz aus – in eine neue Vereinskneipe, wie es Trainer Jens Wiedenmann umschreibt.

Doch dass es überhaupt etwas zu feiern gibt, dafür sorgten seine jungen Kicker im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der A-Junioren-Bezirksstaffel. In Hermaringen trafen die Wiedenmann-Schützlinge auf die nach der regulären Saison punktgleiche SG 1. FC Mögglingen Juniorteam Rems. Da bei der Jugend die Tordifferenz nicht über Meisterschaften entscheidet, wurde die Extra-Partie notwendig.

Für Sontheim/Hermaringen war es die dritte Begegnung innerhalb der letzten sechs Tage nach dem Sieg im Bezirkspokal (Donnerstag) und dem Erfolg beim damaligen Spitzenreiter SG Schechingen (Samstag). Beachtlich, wie die Brenztäler diese hohe Belastung wegsteckten – und am Dienstagabend bei hohen Temperaturen einen klaren 4:0-Sieg feierten.

Erneut zwei Treffer von Mannes

Wobei das Tempo des Spiels insgesamt nicht wirklich hoch gewesen sei, räumt Coach Wiedenmann ein. Erneut hatte sein Team weniger Ballbesitz. Doch das störte die SG Sontheim/Hermaringen überhaupt nicht. Ronny Färber brachte die Gastgeber nach einer Ecke per Kopf in Führung (39. Minute).

Dean Mannes erhöhte nur eine Minute später mit einem sehenswerten Freistoßtreffer auf 2:0 und verwandelte in der 58. Minute einen Handelfmeter. Auch am 4:0 war Mannes entscheidend beteiligt. Dessen Schuss konnte der gegnerische Keeper zwar noch abwehren, doch Felix Sparr drückte den Ball über die Torlinie. „Wir haben wieder vorne einfach die Buden gemacht“, fasst Trainer Wiedenmann zusammen. Allerdings seien es erzwungene Tore gewesen, was wiederum für die Qualität der Mannschaft stehe.

Es sah nicht nach einem vorderen Platz aus

Dabei startete die SG Sontheim/Hermaringen eher verhalten in die Saison und fand sich Mitte der Vorrunde im Mittelfeld der Tabelle wieder. „Es hat nicht danach ausgesehen, dass wir weit vorne landen werden“, sagt Wiedenmann.

Im Verlauf der Spielzeit habe sich die Mannschaft aber gefunden. Zudem kehrte der länger verletzte Johannes Funk zur Rückrunde zurück, auch Nick Schenk (vorher Gundelfingen) sei ab der Winterpause eine Verstärkung gewesen, so Wiedenmann. Beachtlich: Beim Entscheidungsspiel gegen das Juniorteam Rems selbst waren vier B-Jugendliche dabei, zwei von ihnen liefen von Beginn an auf. Auch seien zum Ende der Saison hin immer mehr Hermaringer zu Leistungsträgern geworden, sagt Wiedenmann.

Aufstieg im dritten Anlauf?

Damit hat die neugegründete Spielgemeinschaft aus Sontheim und Hermaringen gleich die Meisterschaft gewonnen. Wobei es für Coach Wiedenmann die dritte in Folge ist. In den beiden Jahren zuvor scheiterte der 41-Jährige im Anschluss mit dem FV Sontheim aber jeweils in der Aufstiegs-Relegation zur Verbandsstaffel. Ganz so schlimm findet Wiedenmann das allerdings nicht. „Mir ist es lieber, in der Bezirksstaffel um die Meisterschaft mitzuspielen, als in der Verbandsstaffel gegen den Abstieg.“ Auch wenn die Verbandsstaffel eine Nummer zu groß sein könnte, möchte die SG Sontheim/Hermaringen alles probieren, um auch den Aufstieg feiern zu können.

Die Meisterparty hatte es dabei sicherlich schon in sich. Dabei ist Wiedenmann in zweifacher Hinsicht ein erfahrenes Feierbiest, wie es einst dem ehemaligen Bayern-München-Trainer Louis van Gaal nachgesagt wurde. Zum einen habe Wiedenmann im Hinblick auf die obligatorischen Bierduschen immer Ersatzwäsche dabei, wie er selbst sagt. Und zum anderen beantwortet er die Frage, ob er denn mit den jungen Kickern auch beim Feiern mithalten könne, mit einem knappen: „Ja.“

So geht’s weiter für Sontheim/Hermaringen

In der Aufstiegsrelegation (Hin- und Rückspiel) trifft die SG Sontheim/Hermaringen auf die SG Weinstadt (bei Stuttgart), den Meister der Bezirksstaffel Rems/Murr.

Gespielt werden soll am letzten Juni- und am ersten Juli-Wochenende. Jens Wiedenmann hofft, dass beide Teams sich jeweils auf einen Samstag einigen werden.