Dass man auch gegen das Tabellenschlusslicht ordentlich ins Straucheln kommen kann, erfuhr die TSG Schnaitheim am Samstag, 19. November, auf besonders bittere Art und Weise. Doch der Reihe nach. Die Gastgeber starteten vor 100 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz am Schnaitheimer Fischerweg ambitioniert und konzentriert gegen den Letzten.

Vom Anspiel weg landete ein langer Ball bei Luis May, der auf den besser positionierten Markus Schoger passte, der nach 50 Sekunden zur Führung traf. Und die TSG ließ nicht locker. Einen Freistoß aus etwas mehr als 20 Metern verwandelte Spielführer Hannes Hommel, flach an der Mauer vorbei, zum 2:0.

Mit zwei Distanzkrachern der Marke „Tor des Monats“ zur Führung

Die Gäste steckten zwar nicht auf, scheiterten aber stets an TSG-Torhüter Heiko Karnisky. So ging es beim Stand von 2:0 in die Pause. Vier Minuten nach Wiederanpfiff wurde der AC Milan Heidenheim für seine Bemühungen belohnt. Aus dem Gewühl heraus gelang Stürmer Özcan Toklucu der Anschluss.

Was dann zwischen der 71. und 77. Minuten innerhalb sechs Minuten folgte, hätte wohl niemand dem, gemeinsam mit dem SC Hermaringen, mittlerweile doch schon etwas abgeschlagenen Schlusslicht zugetraut. Mit zwei Distanzschüssen der Marke „Tor des Monats“, jeweils unhaltbar für Karnisky, erzielten Denis Comor und Manuel Paulus die 3:2-Führung.

Luis May hätte das Spiel für Schnaitheim entscheiden müssen

Dabei hätte May kurz vor dem Doppelschlag in der 67. Minute das Spiel für Schnaitheim entscheiden müssen. Nach einem schönen Solo war er an AC-Torhüter Aladji Tandjigora vorbei, seinen Treffer, es wäre das 3:1 gewesen, aber verhinderte AC-Kapitän Darko Cuckovic, in dem er den Ball auf der Linie klärte.

Wer nun glaubte, Schnaitheim sei geschlagen, der irrte sich. Die Gastgeber nutzten tatsächlich die letzte sich ihnen bietende Chance. Nach einer Gelb-Roten Karte gegen einen Milan-Spieler brachte Markus Braig den anschließenden Freistoß in den Strafraum, wo es zu einem Gestochere um den Ball kam. Letzterer landete im Tor, Hommel, damit zweifacher Torschütze, war wohl zuletzt dran, ihm jedenfalls wurde der Treffer vom Schiedsrichter zugesprochen.

Dusko Cuckovic: „Ich hätte mir Fair-Play gewünscht“

Diese Entscheidung, mit der der Abpfiff einher ging, brachte den reklamierenden AC Milan in Rage. „Unser Keeper hat ganz klar beide Hände auf dem Ball, er wird ihm aus der Hand geschlagen. Das darf niemals ein Tor sein“, äußerte AC-Trainer Dusko Cuckovic nach Spielende seinen Unmut. Seine Spieler bedrängten nach dem Abpfiff den Schiedsrichter und beklatschten ihn süffisant, woraufhin auch Schnaitheimer hinzukamen und es zu einer Rudelbildung und heftigeren Wortgefechten zwischen beiden Lagern kam, wohl aber zu keinen Tätlichkeiten.

„Ich hätte mir da Fair-Play vom Torschützen oder Gegner gewünscht“, so Cuckovic, der noch eins drauf setzte: „Anders herum wäre das Tor sicher nicht gegeben worden.“ Er selbst habe die beste Halbzeit seines Teams in dieser Spielzeit gesehen, das dieses Spiel hätte „zu einhundert Prozent“ gewinnen müssen.

Bedient war auch Paul May. Das Fazit des Trainers der TSG: „Wir hätten mit 4:0 führen müssen und das Ding zu Ende spielen. So aber müssen wir letztlich mit dem Punkt zufrieden sein.“

Kreis Heidenheim

Namen und Zahlen


TSG: Karnisky – Kloss (69.Lux), Kolb (56. Jester-Zürker), Störrle (76. Schäfer), Braig, Hommel, Eschweiler (82.), Schoger, Schmidt, May, Grupp

AC: Tandjigora – Matejko (76. Schäfer), Üc, Comor, Kirsch, Kentiridis, Sabino, Etoundi, Cuckovic, Halici (34. Aversente), Toklucu

Tore: 1:0 Schoger (1.), 2:0 Hommel (6.), 2:1 Toklucu (50.), 2:2 Comor (71.), 2:3 Paulus (77.), 3:3 Hommel (95.)