Heidenheim / Edgar Deibert Nichts zu holen gab es für den 1. FC Heidenheim bei der 1:3-Niederlage bei Zweitliga-Spitzenreiter RB Leipzig. Hier die Stimmen zum Spiel. Einer, der trotz der Niederlage etwas aus Leipzig mitnehmen konnte, war Denis Thomalla. Für den 23-Jährigen war es die Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte, daher schnappte sich Thomalla das Trikot seines Freundes Anthony Jung. Zuvor hatte der Winter-Neuzugang als einzige Spitze viele Kilometer abspulen müssen. „Wir wussten, dass es nicht einfach wird und wir viel Aufwand betreiben müssen“, erklärte Thomalla.

Die Taktik des FCH fasste sein Mitspieler Robert Leipertz so zusammen: Hinten kompakt stehen, und die Räume eng machen. Zudem wollte der FCH „immer wieder Nadelstiche setzen“, fügte der 23-Jährige an und zog die 21. Minute als Beispiel heran. „Erste Chance, erster Torschuss, erstes Tor“, umschrieb Leipertz seinen bereits achten Ligatreffer (so viele wie in der gesamten letzten Saison) erzielt hat.

Die Vorlage lieferte wiederum Thomalla, der dabei bewies, dass sein Ex-Trainer mit seiner Einschätzung richtig lag (RB-Coach Ralf Rangnick bescheinigte Thomalla, dass er ein Auge für Spielsituationen habe). Eigentlich habe er selbst aufs Tor gehen wollen, doch sein Gegenspieler habe gut zugestellt, erklärte Thomalla. „Ich habe Leipi gesehen und der hat den Ball gut reingehauen.“

Danach habe der FCH weiter kompakt gestanden – bis auf die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit. Da habe der FCH das Glück gehabt, „was wir in der zweiten Halbzeit auch noch gebraucht hätten“, erklärte Leipertz besonders im Hinblick auf das 1:1. Während Thomalla von einem „unnötigen“ Gegentor sprach, wurde Leipertz deutlicher. „Es ist bitter, dass wir durch so ein Dreckstor das 1:1 kriegen.“ Bitter, weil es durch einen abgefälschten Ball fiel. Danach habe Leipzig „brutal“ seine Qualität ausgespielt.

Auf seine eigene Torjägerqualität wollte Leipertz daher auch nicht weiter eingehen. „Im Moment reite ich auf der Welle und versuche damit der Mannschaft zu helfen“, so der Linksfuß, der nach seinem Treffer zur Auswechselbank Richtung seines Zimmerkollegen Jan Zimmermann lief.

Und dies, obwohl der FCH-Torhüter ausgesehen habe „wie ein Klingone“, wie Leipertz es umschrieb. Zwar habe Zimmermann wohl „ziemlich gelitten“, dennoch habe sein angeschwollenes Gesicht lustig ausgesehen. „Zimbo hat Eigenhumor und konnte schon selbst darüber lachen. Wir ziehen uns gerne gegenseitig auf“, erklärte Leipertz, der am Ende doch etwas schmunzeln konnte.