Dorfmerkingen / Nadine Rau Die Sportfreunde greifen in der Oberliga an, Trainer Helmut Dietterle freut sich auf das erste Heimspiel.

Die Sportfreunde Dorfmerkingen haben den sensationellen Aufstieg in die Oberliga geschafft, sind dann vergangene Woche aber gleich mit etwas Pech in die neue Saison gestartet. Beim Auswärtsspiel in Neckarsulm haben sie mit 0:1 verloren, ein Treffer ihrerseits wurde fälschlicherweise nicht als solcher gewertet. Auch die Vorbereitung lief laut Trainer Helmut Dietterle etwas holprig ab. Dennoch hat er allen Grund, optimistisch zu sein: „Meine Mannschaft hat sich im ersten Spiel gut geschlagen, das war eine starke Leistung.“

Ravensburg kann also ruhig kommen zum ersten Heimspiel der Saison am kommenden Samstag (14 Uhr). Die Fans dürfen sich auf ein attraktives Spiel freuen, seien die Ravensburger doch eine sehr spielstarke Mannschaft. „Die Euphorie in Dorfmerkingen ist groß, wir haben spürbar mehr Fans als vorher“, freut sich der gebürtige Aalener. Mit Fußball kennt sich der 68-Jährige bestens aus, unter anderem hat er auch schon hier in Heidenheim als Trainer von Frank Schmidt den Aufstieg von der Verbands- in die Oberliga geschafft, mit Dorfmerkingen ist er schon vor 21 Jahren in diese Liga aufgestiegen.

„Qualität hat zugenommen“

Vergleichbar aber, so sagt es Dietterle, ist das mit heute nicht. Die Qualität des Fußballs habe sehr zugenommen, das mediale Interesse sei größer, der Stellenwert ein anderer. „Wir müssen sehr viel leisten, um uns in der Oberliga zu halten“, weiß der Trainer. Unterstützt wird er bei dem neuen Abenteuer von Co-Trainer Heiko Wick, außerdem im athletischen Bereich von Felix Gruber, der selbst noch Spieler ist.

Innerhalb der Mannschaft hat sich vor dem Start in die Saison einiges getan. Dietterle muss auf zwei Männer ganz verzichten (Vereinswechsel, Karriereende), mit Onur Mutlu und Tim Brenner sind außerdem zwei Leistungsträger länger verletzt. Auf der anderen Seite verzeichneten die Sportfreunde aber auch Neuzugänge: Michael Wende vom SV Göppingen, Andreas Mayer von Normannia Gmünd, Marc Gallego vom TSV Essingen Giovanni Schembri und Fabian Fürst aus der U 19 des VfR Aalen. „Der ein oder andere braucht natürlich noch eine Weile, aber wir werden hoffentlich alle langsam in der Oberliga ankommen“, so Dietterle zuversichtlich. Mit zu seiner Mannschaft gehörten auch Spieler, die Dorfmerkingen schon seit vielen Jahren die Treue halten.

Mehr als drei Trainings nicht drin

Trainiert wird nach wie vor dreimal die Woche, mehr sei im Amateurfußball schlicht nicht leistbar. An Qualität und Intensität werde im Training aber noch mehr gefeilt als vorher. Mit Mannschaften wie den Stuttgarter Kickers, dem VfB Stuttgart II, Villingen oder Bissingen trifft der Dorfklub nämlich auf Gegner, die zum Teil „unter fast professionellen Bedingungen“ trainieren und alle um den Aufstieg kämpfen.

Die Dorfmerkinger indes wären wohl zunächst damit zufrieden, die Klasse zu halten. Der Schlüssel zum Erfolg? „Teamgeist“, sagt Dietterle bestimmt. Davon lebe der Verein und daher sei ihm auch sehr daran gelegen, dass sich alle Spieler wohlfühlen.

Öffentliche Pressekonferenz

Über allem steht nicht nur für den Trainer, sondern auch für die Mannschaft und die Fans wohl die Freude auf das bevorstehende neue Kapitel in einer, wie Dietterle sagt, „hochinteressanten Liga“. Am Stadion gibt es eine neue Wand, auf der Freunde und Sponsoren festgehalten werden, außerdem wurde für die neue Saison ein neuer Mannschaftsbus gestaltet, den sich die Zuschauer am Samstag ansehen können. Sogar eine öffentliche Pressekonferenz ist nach dem Spiel im Sportheim Talblick anberaumt.

Dann fehlt im Grunde nur noch eines: der erste Sieg für die Sportfreunde. „Wir müssen auf alles gefasst sein“, weiß Dietterle, der zu wissen glaubt, dass er der älteste Trainer der ganzen Liga sei. An Aufhören ist, vor allem jetzt, aber nicht zu denken. „Solange alles funktioniert, ist für mich kein Ende in Sicht“, scherzt der 68-Jährige.