Heidenheim / THOMAS GRÜNINGER Marc Schnatterer, Kapitän des Fußball-Drittligisten 1. FC Heidenheim, steht auf der Wunschliste mehrerer Vereine. Obwohl der 27-Jährige beim FCH noch einen laufenden Vertrag bis 2015 hat, sind offenbar neben Drittliga-Aufsteiger RB Leipzig auch einige höherklassige Klubs an einer Verpflichtung interessiert.

„Natürlich gibt es Interesse, natürlich führen wir Gespräche“, bestätigte am Montag auf Anfrage Schnatterers Berater Dirk Lips. Welche Vereine konkret angefragt haben und wieviele Klubs ernsthaft an einer Verpflichtung des Heidenheimer Leistungsträgers interessiert sind, wollte der Gerlinger Spielerberater, der bis 1995 als Pressesprecher beim Bundesligisten VfB Stuttgart fungierte, nicht verraten. Soviel aber ließ er noch wissen: es handelt sich überwiegend um höherklassige Klubs, Leipzig sei „eine Ausnahme“.

Seit Wochen halten sich Gerüchte, wonach Zweitliga-Rückkehrer Karlsruher SC zu den Vereinen gehört, die Schnatterer gerne verpflichten würden. Beim KSC stand der Mittelfeldspieler bereits zwischen 2006 und 2008 unter Vertrag, spielte mit der zweiten Mannschaft in der Regionalliga.

Leipzig hat starkes Interesse an "Schnatti"

Starkes Interesse an „Schnatti“ hat offenbar aber auch der in die 3. Liga aufgestiegene RB Leipzig. Die Sachsen planen zumindest mittelfristig zwei weitere Aufstiege, wollen also über kurz oder lang in der Bundesliga spielen. Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick äußerte sich in einem Interview des Fachmagazins „kicker“ zu den Planungen so: „Wir werden sechs, sieben Spieler holen, die gute Chancen auf einen Platz in der ersten Elf haben.“ Geld spiele eine untergeordnete Rolle.

Ordentlich Geld wird wohl auch erforderlich sein, um Schnatterer aus dem laufenden Vertrag herauskaufen zu können. Insider sprechen von einer hohen sechsstelligen Summe, die in diesem Fall wohl an den FCH überwiesen werden müsste.

Zukunft wohl offener denn je

Er wolle sich derzeit nicht zu solchen Spekulationen äußern, sagte Schnatterer am Montag, ließ dann aber auch erkennen, dass seine Zukunft im Augenblick wohl offener denn je ist. „Ich habe mich noch nicht entschieden“, verriet der FCH-Spielführer, der sich in den vergangenen drei Wochen „viele Gedanken gemacht“ hat, wie es für ihn weitergehen soll.

Unterdessen hat beim FCH noch kein Verein wegen einer Verpflichtung Schnatterers angeklopft. „Es gab bisher keine Anfragen“, sagte Holger Sanwald. Der Geschäftsführer ist „nach wie vor optimistisch“, dass der Heidenheimer Kapitän nicht von Bord geht. „Zum einen hat Marc einen laufenden Vertrag bei uns, zum anderen fühlt er sich hier wohl.“

Dass sein Herz dem FCH gehört, hat Schnatterer auch in jüngster Vergangenheit immer wieder betont. Er habe dem Verein sehr viel zu verdanken, gleichzeitig habe er dem FCH auch viel geben können. „Aber es ist auch klar, dass man als Fußballer immer höherklassig spielen möchten“, sagte er vor wenigen Wochen.

Zweite Liga: große Hoffnung nicht erfüllt

Die große Hoffnung, mit dem FCH gemeinsam zweitklassig zu werden, hat sich für ihn in der zurückliegenden Saison nicht erfüllt. Ob der inzwischen 27-Jährige weiter mit Heidenheim am Zweitliga-Aufstieg bastelt oder einen anderen Weg vorzieht, ist die große Frage, die im Augenblick niemand beantworten kann.

„Das ist auch für Marc grundsätzlich eine schwierige Entscheidung“, sagt Dirk Lips. der ebenfalls die enge Bindung zum 1. FC Heidenheim betont. Schon aufgrund dessen ist auch dem Spielerberater klar, dass bei einem entsprechenden Angebot sehr vieles passen müsse, um seinen Klienten aus Heidenheim wegzulocken.

Das große Interesse an seiner Person hat sich Schnatterer ohne Frage durch starke Leistungen vor allem in der zu Ende gegangenen Spielzeit verdient. Mit 16 Toren und 19 Vorlagen gehörte er zu den absoluten Topspielern der 3. Liga und stellte mit 35 Scorerpunkten einen neuen Liga-Rekord auf.