Sontheim/Neresheim / Nadine Rau Beim FV Sontheim sollte es mit dem ersten Saisonsieg bisher einfach nicht klappen, zuletzt hatte Marcus Matticks Elf einen Totalausfall. Klappt es jetzt auswärts?

Manchmal müssen alle Geschütze aufgefahren werden: Eigentlich wollte Sontheims Spielertrainer Marcus Mattick beim Heimspiel gegen Stammheim nicht auflaufen, leidet er schließlich noch an seiner Knochenhautentzündung. „Aber wir lagen hinten und ich hatte keinen Stürmer mehr auf der Bank“, erklärt er. „Es hat nur nichts gebracht“, fügt er enttäuscht an. Die Sontheimer wollten daheim ihren ersten Heimsieg einfahren, stattdessen mussten sie eine 0:1-Niederlage einstecken. „Wir waren danach echt frustriert. In den ersten beiden Saisonspielen waren wir richtig gut, aber dieses Mal hat die Leistung nicht gepasst“, vergleicht Mattick.

Gestimmt hat in seinen Augen vieles nicht. Jeder Spieler hätte zehn bis zwanzig Prozent mehr drauflegen müssen und nach zwanzig Minuten hätte kaum noch etwas funktioniert: Einfache Pässe kamen nicht an, Zweikämpfe wurden verloren, und von Minute zu Minute sei die Mannschaft schlechter geworden. Gegen einen Gegner, der „nicht übermächtig“ war. „Es war wie verhext“, sagt Mattick.

Die Sontheimer hatten gehofft, zu Hause einen Puffer anlegen zu können, dass sie auswärts nicht ganz so sehr unter Druck stehen. Jetzt aber greift Plan B: Sie müssen auswärts Gas geben.

Für den FV geht es am Sonntag (15 Uhr) nach Weilimdorf, dem momentanen Tabellenletzten. Eine in Matticks Augen technisch starke Mannschaft, die aber ihren besten Stürmer verloren habe. Auch Ex-Nationalspieler Tobias Weis, der bei der letzten Begegnung zwischen den beiden Teams noch dabei war, fehlt mittlerweile.

Auf Sontheimer Seite sind Manuel Haas und Timo Gauß im Urlaub. Der Langzeitverletzte Dennis Böhm fehlt ohnehin. Was die beiden Verletzten René Färber (Schmerzen an der Achillesferse) und Jorgo Kentiridis (Muskelfaserriss), sollte das Abschlusstraining am Freitag zeigen, ob sie wieder einsatzfähig sind. Und Mattick? „Ich spiele nicht. Außer es fallen alle anderen aus“, scherzte er.

„Für mich war das rot“

Mit Ausfällen zu kämpfen hat vor dem Heimspiel gegen Türkspor Neu-Ulm auch Neresheims Trainer Erdal Kalin. Vergangenes Wochenende beim Spiel gegen Aufsteiger Köngen (0:0) musste er Neuzugang Thorben Joos schon nach zwanzig Minuten vom Platz nehmen, weil dieser auf die Schulter gefallen war. Ob er am Sonntag (15 Uhr) schon wieder spielen kann, ist noch offen. Sicher ausfallen wird der noch junge Patrick Bühler, der von einem Köngener kurz vor Schluss gefoult worden war. Die Diagnose: Das vordere Band des Sprunggelenks ist gerissen. Kalin rechnet mit vier bis sechs Wochen Schonzeit. „Für mich war das eine rote Karte, das habe ich dem Schiedsrichter auch gesagt“, ärgerte sich Kalin darüber, dass es nach dem Foul nur gelb gegeben hat. Für den 18-Jährigen, der sich bis hierhin gut integriert hat, sei das sehr schade.

Noch bei zwei weiteren Spielern muss das Abschlusstraining abgewartet werden: Yannick Knaus und Markus Gentner kämpfen mit muskulären Probleme. Obendrein ist Armin Husic im Urlaub, Nico Hering und Jens Jakobschy sind dafür wieder zurück. Schwierig, bei diesem Kommen und Gehen eine konstante Elf zu bilden. „Hoffentlich ist Husic dann mein letzter Urlauber“, sagt auch Trainer Kalin. Gefreut hat er sich über die Leistung seines Neuzugangs Fabrizio Lo Giudice. Das zeige, dass man beim SV mit den Verpflichtungen die richtigen Entscheidungen getroffen hat.

Nicht alles richtig gemacht hat seine Mannschaft indes beim vergangenen Spiel. Kalin kritisierte, dass seine Mannschaft aus einer 25-minütigen Überzahl nicht mehr gemacht hat. „Wir hätten das besser ausspielen müssen, aber wir waren viel zu hektisch“, beschreibt er die Situation in der zweiten Hälfte. Die Ordnung sei schlicht verlorengegangen und das Spiel nicht mehr druckvoll gestaltet worden. Im Training habe der Fokus entsprechend darauf gelegen: Ruhiger spielen, länger in Ballbesitz bleiben, die letzten Pässe nicht versieben.

Eine gute Vorbereitung wird gegen Türkspor Neu-Ulm nötig sein. „Wir wollen an unsere Leistung gegen Geislingen anknüpfen, einen offenen Schlagabtausch und hohes Tempo zeigen“, so Kalins Ziel, der überzeugt ist: „Wir werden Spaß haben.“

Neresheim trifft auf Ex-FCH-Spieler Alper Bagceci

Der SV Neresheim hat mit Türkspor Neu-Ulm, ebenfalls Aufsteiger, einen starken Gegner vor der Brust. „Das ist eine ganz andere Hausnummer“, hat Trainer Erdal Kalin Respekt.

Warum? Die Mannschaft besteht aus sehr erfahrenen Spielern wie Alper Bagceci, der bis vor kurzem noch für den SSV Ulm in der Regionalliga und einst für den 1. FC Heidenheim gespielt hat. Sascha Endres ist ein weiterer namhafter Spieler, auch er hat schon für Ulm und für Illertissen in der Regionalliga gespielt, außerdem Ilir Tupella. Auch er spielte schon für Illertissen in der Regionalliga.