Giengen / Mathias Ostertag Letzter Tabellenplatz, der Klassenerhalt ist aber immer noch drin: der TKSV Giengen muss in den letzten beiden Saisonspielen auf Coach Lacin Türkmen verzichten.

Den Entschluss, sein Traineramt zur Verfügung zu stellen, hatte Lacin Türkmen den Verantwortlichen schon vor knapp drei Wochen mitgeteilt. Zu diesem Zeitpunkt ging man aber noch von einer Trennung nach dem letzten Saisonspiel des abstiegsbedrohten Türkischen Kultur- und Sportvereins (TKSV) aus Giengen aus.

Nun ist der 32-jährige Türkmen unmittelbar nach der am Sonntag verloren gegangenen Partie beim SV Söhnstetten zurückgetreten. Damit reagierte Türkmen, der den TKSV in den vergangenen eineinhalb Jahren an der Seitenlinie betreut hatte, auch auf „das wiederholte undisziplinierte Verhalten“ bestimmter TKSV-Spieler, wie er in einem kurz nach Spielende auf dem Amateurfußball-Portal „Fupa“ veröffentlichten Spielbericht schreibt.

In dem Bericht spricht Türkmen von einem „kleinen Kopfstoß“ des mit einer Strafstoßentscheidung des Schiedsrichters nicht einverstandenen TKSV-Akteurs und der daraus resultierenden berechtigten Roten Karte sowie einer Gelb-Roten-Karte für einen weiteren Spieler, nachdem dieser den Referee mit „du bist so lächerlich“ tituliert hatte.

Für die Reaktionen der Spieler habe er kein Verständnis, sagt Abteilungsleiter Özdemir. Die beiden seien in der momentanen Situation natürlich frustriert, eine solche Überreaktion schade vor allem dem Verein. „Es sind leider immer die gleichen Pappenheimer. Das Spiel war vollkommen offen, auch ein Sieg war drin“, fasst der Abteilungsleiter die Situation zusammen.

Dass Lacin Türkmen zurückgetreten ist, kann Özgur Özdemir darum verstehen. „Wir haben ein gutes Verhältnis, haben einst beim SC Giengen zusammengearbeitet. Ich hatte gehofft, er zieht die Saison noch durch, aber verstehe auch, dass er keine Lust mehr hatte, sich über solche Dinge zu ärgern.“

Im HZ-Gespräch konkretisiert Lacin Türkmen weitere Gründe für seinen vorzeitigen Ausstieg: Ihn habe zuletzt auch gestört, dass Spieler teils erst am Spieltag abgesagt hätten, er habe praktisch nie zwei Spiele hintereinander mit dem gleichen Kader bestritten. Auch die Trainingsbeteiligung habe zu wünschen übrig gelassen, seien in der Vorrunde noch 30 Spieler anwesend gewesen, sei jetzt nur noch die Hälfte da. „Es fehlte mir auf lange Sicht die Perspektive, ich hatte andere Vorstellungen.“

Zukunft bei anderen Vereinen

Zudem sei er beruflich durch die Schichtarbeit sehr eingespannt und erwarte familiären Zuwachs. „Der Vorstand hat mir einen Job als Co-Trainer angeboten, das habe ich aber erst mal abgelehnt“, so Türkmen, der sich aber durchaus vorstellen kann, in nächster Zeit in dieser Funktion bei einem anderen Verein einzusteigen: „Ich könnte auch wieder als Schiedsrichter tätig sein, da müsste ich nur einige Schulungen nachholen.“ Eins sei auf jeden Fall klar: Dem Fußball bleibe er treu. In welcher Funktion, das werde die Zukunft zeigen.

In den abschließenden beiden Saisonspielen gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, TSV Niederstotzingen, und die Sportfreunde Fleinheim, wird Reservetrainer Eser Öztaslar den TKSV am Spielfeldrand betreuen, für die neue Saison ist der Verein bereits im Gespräch mit einem neuen Coach. Allerdings ist das Ganze noch nicht in trockenen Tüchern. Wohl auch, weil der TKSV Giengen den Klassenerhalt in der Kreisliga A 3 noch nicht in der Tasche hat.