An diesem Abend standen ausnahmsweise mal sie im Mittelpunkt: In der Giengener Schranne wurden vergangene Woche engagierte Vereinsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bezirk mit dem DFB-Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Darunter waren auch fünf Funktionäre aus dem Landkreis Heidenheim: Susanne Mühlbauer (SC Giengen), Sybille Kraft (TSV Gussenstadt), Stephan Ciupke (VfL Gerstetten), Harald Straub (SV Auernheim) und Alexander Schuh (RSV Oggenhausen).

Welchen enormen Anteil die Ehrenamtlichen am Gelingen der Fußballwelt haben, zeigte sich anhand von Zahlen, die Hans-Georg Maier, Ehrenamtsbeauftragte des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) im Bezirk Ostwürttemberg, bereithielt. „Allein in Deutschland finden an jedem Wochenende rund 80.000 organisierte Fußballspielen statt“, sagte Maier.

80.000 Spiele pro Wochenende

In den rund 25.000 Fußballvereinen bekleiden etwa 400.000 Menschen ein Ehrenamt, weitere 1,3 Millionen agieren als freiwillige Helferinnen und Helfer. „Ohne sie fände kein Spiel statt, kein Verein könnte ohne ihren Einsatz überleben“, so Maier.

Der ehemalige Heidenheimer Bürgermeister Rainer Domberg, der in seiner Funktion als Präsidiumsmitglied und Schatzmeister des WFV vor Ort war, ergänzte: „98 Prozent des deutschen Fußballs besteht aus Amateurfußball“, so Domberg. Deshalb sei dieser auch die wichtigste Ehrenamtsplattform. Im Rahmen des DFB-Ehrungsabends des Fußballbezirks Ostwürttemberg wurden daher Menschen und Vereine in den Mittelpunkt gestellt, die sich auf besondere Weise verdient gemacht hatten.

Viele Vereine sind in Not

Giengens Oberbürgermeister Dieter Henle machte deutlich, welch tragende Rolle die Freiwilligen ausfüllen. „Wir freuen uns, diejenigen zu ehren, deren Engagement das Vereinsleben erst ermöglicht“, so Henle. Landrat Peter Polta wies darauf hin, dass die Zeiten für Sportvereine alles andere als einfach seien: „Seit Jahren ist ein Vereinssterben zu beobachten. Der Nachwuchs fehlt und es wird zunehmend schwerer, Kinder und Jugendliche für Sport zu begeistern.“

Deshalb sei es etwas Besonderes die Ehrenamtlichen für ihr Engagement auszuzeichnen. „Sie haben sich auch in schwierigen Zeiten nicht beirren lassen und ihr Herzblut und ihre Leidenschaft für das Ehrenamt und auch für den Fußball gegeben“, so Polta.

„Dabei macht es Spaß“

Doch was motiviert die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, sich unentgeltlich und mit viel Herzblut für den Verein einzusetzen? Susanne Mühlbauer, die seit vielen Jahren Vorsitzende des SC Giengen ist, kann sich nicht vorstellen, dass kleine Vereine ohne Ehrenamt funktionieren. „Es ist enorm wichtig, dass es Ehrenamtliche in den Vereinen gibt“, sagt sie und bedauert zugleich, dass es immer weniger Menschen gebe, die sich in dieser Form einbringen. „Dabei macht es wirklich Spaß“, so die 56-Jährige.

Etwas zurückgeben

Als Mädchen- und Frauenbeauftragte im Bezirksvorstand Schwäbisch Gmünd sieht Sarah Frey tagtäglich wie viele Menschen ihr Herzblut in die Vereinsarbeit stecken. Und sie sieht auch, wie wertvoll diese Arbeit ist. „Es ist einfach eine tolle Sache“, sagt die 36-Jährige, die durch ihr Engagement etwas zurückgeben möchte. „Was ich als Kind erlebt habe, möchte ich anderen weitergeben.“

Stephan Ciupke kennt das Ehrenamt von Kindesbeinen an. „Mein Vater war immer im Verein aktiv, deshalb ist es auch für mich selbstverständlich, mich einzubringen“, erzählt er. Sich ehrenamtlich zu engagieren bedeutet für den 45-Jährigen, für Vereinsmitglieder eine sportliche Heimat zu schaffen. „Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt er.

Umrahmt wurde des Ehrungsabend durch zünftige Musikeinlagen der „Fidelen Melkkübel“ aus Hohenmemmingen.

DFB-Ehrungen in der Giengener Schranne

Bildergalerie DFB-Ehrungen in der Giengener Schranne