Mergelstetten / Edgar Deibert Der 39-Jährige übernimmt ab sofort und möchte möglichst schnell den Klassenerhalt in der Kreisliga A sichern. Bei der „Zweiten“ wird voraussichtlich Mike Maihofer zurückkehren.

Besinnlich war es beim SV Mergelstetten in den letzten Wochen keineswegs. Anfang Dezember des vergangenen Jahres trat Enrico Eisenreich als Trainer der ersten Mannschaft (Kreisliga A 3) zurück, ihm folgte die Leitung der Fußballabteilung.

Lange blieben die SVM-Fußballer aber nicht führungslos. Dem Vernehmen nach wurde eine kommissarische Abteilungsleitung, bestehend aus mehreren Vereinsmitgliedern, gebildet, die interimsweise die Geschicke leiten sollen. Offiziell werden zwar keine Namen genannt, allerdings liegt es auf der Hand, dass es bekannte Vereinsmitglieder sind. So wird auf „Fupa“, dem Amateur-Fußballportal der Heidenheimer Zeitung, Thomas Vetter als neuer Funktionär geführt. Dem Vernehmen nach soll etwa auch Thomas Potzner dem Gremium angehören.

Verhandlungen am 1. Weihnachtsfeiertag

Angesichts der prekären Situation wurde beim SVM auch keine Rücksicht auf die besinnlichen Tage genommen. So wurden auch am ersten Weihnachtsfeiertag Verhandlungen geführt, wie Giuseppe Donato erzählt. „Das ist zwar nicht alltäglich, angesichts des Zeitdrucks aber verständlich“, so der 39-Jährige, der zuletzt den FV Burgberg trainierte, seit Anfang der Saison aber eine Pause einlegte.

Diese habe ihm äußerst gut getan, er habe sich in dieser Phase auch nicht sehr viele Spiele angeschaut. Doch nun sei er wieder „richtig heiß“, so Donato, der bestätigte, einige Anfragen gehabt zu haben. Nicht jede sei allerdings für ihn in Frage gekommen, die des SV Mergelstetten allerdings schon. Dabei sei für ihn bei der Runde am ersten Weihnachtsfeiertag bereits nach zehn Minuten klar gewesen, dass er gerne das Traineramt der ersten SVM-Mannschaft übernehmen will. Dem Vernehmen nach sei Donato wiederum der „Wunschkandidat“ gewesen, mit dem der Verein langfristig plane.

Donato nicht abgeschreckt

Die Ereignisse der vergangenen Wochen im Umfeld des Vereins hätten ihn dabei nicht abgeschreckt, betont Donato, räumt aber ein, dass er „ein bisschen vorsichtiger“ an die Sache herangegangen sei. „Für mich ist der SVM aber ein Traiditionsverein“, stellt Donato zugleich klar und verweist auch auf die sehr guten Sportanlagen. „Ich kenne mich hier gut aus“, so Donato weiter. Schließlich hat der Bolheimer einst den AC Milan Heidenheim, der seine Heimspiele ebenfalls Auf den Reutenen austrägt, in die Bezirksliga geführt.

Von dieser träumt man beim SVM auch weiterhin – mittelfristig zumindest. „Wir brauchen nicht um den heißen Brei zu reden“, sagt aber der neue SVM-Coach, der am Mittwochabend offiziell der ersten und zweiten Mannschaft vorgestellt wurde. „In dieser Saison geht es um den Klassenerhalt.“ Schließlich belegt der SVM nach 16 Spieltagen nur den elften Tabellenplatz in der Kreisliga A 3 und hat lediglich zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang.

Die Geschehnisse der vergangenen Wochen und Monate möchte Donato dabei nicht bewerten. „Was passiert ist, darüber mag ich nicht urteilen.“ Allerdings stellt er auch klar: „Natürlich werde ich auf die Spieler eingehen. Letztendlich ist aber der Trainer der Chef auf dem Platz. Zusammen wollen wir aber ins richtige Fahrwasser kommen.“

Maihofer wieder zurück?

Auch bei der zweiten Mannschaft des SVM (Kreisliga B 5) wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Auf „Fupa“ wird seit dem 30. Dezember Mike Maihofer als neuer Trainer geführt. Dieser wurde nach dem vierten Spieltag der laufenden Saison (5:1-Sieg in Oggenhausen) zusammen mit seinem Co-Trainer Andreas Stenske entlassen. Laut der damaligen Abteilungsleitung hätte es dafür keine sportlichen Gründe gegeben. Vielmehr habe Maihofers „Außendarstellung“ nicht gestimmt.

Nun ist die Abteilungsleitung wiederum nicht mehr da, Maihofer – und auch Stenske – laut „Fupa“ aber dafür zurück (für diese Art von Meldungen sind die Vereine selbst verantwortlich). Maihofer selbst wollte dies offiziell gegenüber der HZ am Mittwoch nicht bestätigen, räumte aber ein, dass er sich mit dem Verein „in Gesprächen“ befinde. Ein kleines Fragezeichen bleibt somit. Sonst wäre es wohl auch zu besinnlich . . .