Burgberg/Hermaringen / Edgar Deibert Den wahnsinnigen Schlusspurt der SC Fußballer gegen den SV Wört bekam der 29-Jährige im Rettungswagen mit.

Ba ba ba – ba ba ba ba ba ba – ba ba ba ba ba ba – ba ba Bart. Die Band „Die Ärzte“ widmete einst der männlichen Haarpracht, auch der im Gesicht, ein ganzes Album („Le Frisur“). Doch nach dem 4:3-Sieg der Hermaringer Fußballer im Relegationsspiel gegen den SV Wört wurden die Rasierer gezückt. Die Objekte der Begierde: die Bärte von Markus Staudenmeyer, Marius Stegmaier und Ayhan Isik.

Aufstiegs-Rituale sind nämlich im Fußball fast schon Pflicht. Neben der obligatorischen Bierdusche für Trainer Roland Häge wurden auch die Bärte gestutzt, was das Zeug hielt. Markus Staudenmeyer hatte nämlich angekündigt, seine stolze Haarpracht, für deren Zucht er immerhin knapp acht Jahre gebraucht hatte, im Falle eines Aufstiegs lassen zu wollen. Stegmaier und Isik wollten da nicht nachstehen, schließlich kannten sie das Prozedere aus früherer Zeit, wie Isik erklärte.

Während die meisten Feiernden auf dem Burgberger Rasen der einsetzenden Sprinkleranlage aus dem Weg zu gehen versuchten, ließ Markus Staudenmeyer sich als Erster im Gesicht „verschönern“, gefolgt von Isik. Mit vereinten Kräften, gleich zwei Rasierern sei Dank, kam als Letzter Stegmaier in den Genuss einer Gratisrasur. Ganz kahlrasiert wurden allerdings alle drei nicht, schließlich sollte der Übergang erleichtert werden.

Davon mitbekommen hat Johannes Röhrer zwar nichts, kann aber davon berichten, dass Markus Staudenmeyer nun mit seiner speziellen Bartfrisur dem ehemaligen Wrestler Hulk Hogan ähnle. In der 56. Minute war für Röhrer gegen Wört nämlich vorzeitig Schluss. Beim Stand von 1:3 (der Linksfuß betont, er sei nach einem Freistoß von Florian Häberle noch entscheidend am Ball gewesen und widerspricht damit vehement anderslautenden Gerüchten) versuchte sich Röhrer im gegnerischen Strafraum an einem Kunststück.

Nach einem hohen Ball lag der 29-Jährige fast kopfüber in der Luft, traf den Ball allerdings nicht und kam auf der rechten Schulter unsanft auf. „Meine Mitspieler schütteln nur den Kopf. Das war aber eine Alles-oder-nichts-Aktion. Wenn ich den gemacht hätte, wäre ich der Held gewesen“, so Röhrer zu seiner luftigen Aktion. Das Besondere: Im letzten regulären Heimspiel der Saison traf er auf ähnliche Weise gegen Burgberg.

Gegen Wört aber erlebte Röhrer die restliche Spielzeit im Rettungswagen Richtung Klinikum. Aber auch dies war kein Problem, schließlich wurde er per Whatsapp-Videoanruf auf dem Laufenden gehalten – und feierte dementsprechend mit. Gebrochen habe er sich zwar nichts, allerdings seien zwei Bänder in der Schulter gerissen („Klaviertastensyndrom“). Am Freitag soll Röhrer nun operiert werden. Dies hielt ihn aber nicht davon ab, am Samstagabend noch zur Feier seiner Mannschaft dazuzustoßen.

„Es ist toll, was die Truppe für eine Moral gezeigt hat“, erklärte Röhrer im Hinblick auf den Hermaringer Kraftakt. Denn bereits vor der Partie gegen Wört fiel nämlich Markus Staudenmeyer aus (beim Warmmachen umgeknickt) und wurde durch den nicht zu hundert Prozent fitten Timo Stein (Probleme mit der Achillessehne) ersetzt. „Ich war einfach nur sprachlos“, so Röhrer, der seinen Bart zunächst noch behielt.

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