Kreis Heidenheim / Edgar Deibert Ist nach dem Weiterkommen im Bezirkspokal bei der TSG Nattheim der Knoten geplatzt?

Es ist ein ungewohnter Anblick: In der Tabelle belegt die TSG Nattheim nur den 12. Platz. In der vergangenen Saison war sie bis zum 9. Spieltag Tabellenführer, im weiteren Verlauf der Spielzeit 2018/19 nie schlechter platziert als Rang neun. Auch unüblich: In den letzten beiden Ligaspielen blieben die TSGler ohne einen eigenen Treffer.

„Wir haben mehr erwartet, mit zwei Punkten kann man nicht zufrieden sein“, sagt Thomas Lieb, der zusammen mit Klaus Beyrle die TSG Nattheim trainiert. Für das Team gelte es nun einen kleinen Schritt nach dem anderen zu machen. Ein solcher ist der jüngste 5:1-Sieg im Bezirkspokal bei der SG Königsbronn/Oberkochen. Womöglich sei der Knoten nun geplatzt, hofft Lieb.

Den schlechten Start in der Liga möchte der 43-Jährige nicht an Einzelpersonen festmachen. Immerhin hat mit Robin Schürle ein Ausnahmekönner seine Karriere nach der letzten Saison beendet. Die TSG habe allerdings viele gute Fußballer in ihren Reihen, sagt Lieb. „Uns fehlt noch das Spielglück.“ So arbeite sich die Mannschaft viele Chancen heraus, treffe aber momentan das Tor nicht.

Nun ist am Sonntag, 8. September, mit Germania Bargau ein Hochkaräter, wie Lieb sagt, zu Gast (15 Uhr). Der Tabellensechste flog am Mittwoch aus dem Pokalwettbewerb raus (1:6 in Bettringen), hat aber mit Slobodan Pajic einen erfahrenen Trainer an der Seite. Nattheims Coach Lieb erwartet einen Gegner, der mitspielt. Und dass sich dadurch mehr Räume für sein Team ergeben.

Mit Bargau bekam es der VfL Gerstetten am vergangenen Spieltag zu tun. Und musste beim Landesliga-Absteiger eine unverdiente 0:3-Niederlage hinnehmen, bedauert Sebastian Knäulein. „Das Ergebnis gibt in keinster Weise den Spielverlauf wieder“, so der VfL-Coach. Sein Team habe es schlichtweg verpasst die Tore zu machen. „Wir haben gleich zu Beginn drei hundertprozentige Chancen leichtfertig liegen lassen“, sagt Knäulein.

Bargau ging dagegen mit der ersten Chance gleich in Führung und erhöhte nach einem individuellen Gerstetter Fehler auf 2:0. Außer der mangelhaften Chancenverwertung könne er seinen Spielern wenig vorwerfen, betont der Gerstetter Trainer. Im Training lag der Fokus dementsprechend auf dem Torabschluss.

Das Gerstetter Prunkstück bleibe aber die Offensive. Und dieses muss am Sonntag liefern, schließlich ist mit dem SV Lauchheim der Tabellenführer zu Gast (15 Uhr). In der Abwehr sei der Abgang von Markus Gentner gut aufgefangen worden. So ist Matthias Häcker (30) wieder eingestiegen („er tut uns unheimlich gut“, so Knäulein). Auch Neuzugang Maximilian Horst (30), der eigentlich aufhören wollte, mache seine Aufgabe sehr gut. Ebenso der 20-jährige Stefan Fallabeck.

Die erste Saisonniederlage kassierte die TSG Schnaitheim am vergangenen Spieltag (1:3). Dabei sei die SG Bettringen einfach die bessere Mannschaft gewesen, sagt Patrick Bartak. „Das war ein Kann-Spiel. Wir hätten nur dann gewinnen können, wenn wir einen richtig guten Tag erwischt hätten“, erklärt der Schnaitheimer Trainer. Für den 34-Jährigen ist die SGB der Favorit auf den Meistertitel.

Sein Team sieht Bartak im Plan. Der TSG-Kader sei nun breiter aufgestellt und auch qualitativ besser. „Wir sind auf einem guten Weg. Allerdings ist es noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen“, so der Coach, der vor dem kommenden Gegner, TSV Großdeinbach, warnt (Sonntag, 15 Uhr, Moldenberg): „Es ist immer gefährlich, wenn ein Aufsteiger noch nicht gewonnen hat.“