Dischingen / Philipp Hruschka Die Frauenmannschaft des FC Härtsfeld 03 befand sich mit einer nahezu perfekten Hinrunde voll auf Meisterschaftskurs. Dann kam Corona.

Am Freitag vergangener Woche wollten die Spielerinnen des FC Härtsfeld eigentlich feiern. Mit einer Kabinenparty nach dem Training wollte man die Vorbereitungszeit in der Winterpause abschließen. Am folgenden Sonntag dann sollte das Team mit der Partie gegen Hofherrnweiler in die Rückrunde der Bezirksliga starten – als Tabellenführer mit vollem Kurs auf die Meisterschaft.

Dann kam die Meldung vom Verband, dass wegen des Coronavirus der Spielbetrieb vorerst ausgesetzt wird. Das letzte Training wurde, mitsamt der Kabinenparty, abgesagt. Jetzt ist vieles unklar, während auch die Fußballerinnen in Dischingen vorerst zur Untätigkeit verdammt sind. „Wir haben uns schon darauf gefreut, unseren Platz zu verteidigen“, sagt FC-Trainer Markus Voitl. Jetzt wisse man aktuell gar nicht, ob und wann die Saison fortgesetzt werden kann.

Neun Siege aus zehn Spielen

Rückblick: Die Härtsfelder Frauen haben eine nahezu perfekte Hinrunde hinter sich: 27 von 30 möglichen Punkten holte das Team. Ein wichtiger Erfolgsfaktor war für den Trainer die Reduzierung von zwei Frauenmannschaften auf eine. „So waren wir durch die Bank sehr gut aufgestellt, während wir vorher auch in der ersten Mannschaft nicht immer alle Lücken kompensieren konnten“, so Voitl.

Mit den Verteidigerinnen Julia Wiedenmann und Marina Oberschmid sowie Stürmerin Milena Aufheimer sei die Mannschaft zudem an wichtigen Stellen verstärkt worden. „Sie haben dazu beigetragen, dass wir vorne die nötige Torgefahr hatten, aber gleichzeitig hinten dicht machen konnten“, sagt Voitl. Das bestätigen die Zahlen: Mit 45 zu sechs Toren hat der FC Härtsfeld gleichzeitig die beste Bilanz in Offensive und Defensive.

Die einzige Niederlage (1:2 gegen Fachsenfeld) war laut Markus Voitl verdient: „Wir sind zu Beginn ins Hintertreffen geraten, haben am Anfang vielleicht auch auf die falsche Taktik gesetzt“, erinnert er sich. In der zweiten Halbzeit sei dies besser geworden, für den Ausgleich habe aber dennoch das gewisse Quäntchen Glück gefehlt. „Unsere Gegner waren da sehr clever, haben es gut gemacht, und uns kaum Möglichkeiten gelassen“, so Voitl.

Fit halten in der Fußballpause

Aktuell ist der Trainingsbetrieb auf dem Härtsfeld – wie wohl überall dieser Tage – eingestellt. Voitls Mannschaft bleibt in dieser Zeit nur, sich zumindest im Rahmen des Möglichen einzeln vorzubereiten: „Fit bleiben, sich wettkampffähig halten, ist das Ziel. Damit wir, wenn es doch auf einmal wieder weitergeht, einsatzbereit sind“, so der Trainer.

Wenn es eine Rückrunde gibt, ist das Ziel klar: „Wir wollen natürlich unseren ersten Platz halten und in die Regionenliga aufsteigen“, sagt Voitl.

Eine mögliche Rückrunde könnte laut Voitl dabei durchaus spannender werden, als es ein Blick in die Tabelle vermuten lässt: „Fachsenfeld und Ebnat sind zwei starke Konkurrenten. Aber auch gegen Hüttlingen hat man gesehen, dass wir uns schwer getan haben.“

Mit der Vorbereitung ist der Coach zufrieden. „Verletzungstechnisch hatten wir eigentlich keine Ausfälle.“ Nur die Trainingsbeteiligung hätte besser sein können. Doch das hat einen in Dischingen bekannten Grund: „Bei uns spielt eben immer Fasching mit rein.“

Dass die fußballfreie Zeit schnell wieder ein Ende findet, damit rechnet Markus Voitl eigentlich nicht: „Das könnte dauern.“ Sollte es mit der Saison erst in ein paar Monaten weitergehen, wäre es aber auch nicht das Schlechteste, statt im Frühling und Herbst zur Abwechslung mal im Sommer spielen zu dürfen.

Und wenn der aktuelle Tabellenstand zum Endstand wird? „Die Freude wäre sicher größer, wenn wir uns das wirklich erarbeiten können. Wenn wir ganz regulär eines Spieltages bei Abpfiff wissen: Wir haben es geschafft. Und ich glaube, das ist allen Mannschaften lieber, egal wer gerade oben steht. Vor allem wollen wir ja alle bald wieder Fußball spielen.“