Bis zur 89. Minute sah alles nach einem Déjà-vu aus. Erneut hatte der 1. FC Heidenheim beim SV Babelsberg eine Führung aus der Hand gegeben (in der vergangenen Saison gab es ein 2:2 nach 2:0-Führung). Und wie vor zwei Jahren schien es so, als ob die Heidenheimer aus ihrer Überzahl keinen Profit schlagen könnten (2010/11 verlor der FCH sogar noch 3:4).

Dass es dieses Mal zu einem Sieg (dem ersten beim dritten Gastspiel in Potsdam) reichen sollte, lag an Alper Bagceci. Aus einem Getümmel heraus brachte der 28-Jährige (erstes Saisontor) den FCH mit einem sehenswerten Drehschuss 3:2 in Führung. „Tim (Göhlert) verlängert den Ball mit dem Kopf, ich nehme ihn an und schieße aus der Drehung“, schilderte Bagceci die Situation. So einfach kann Fußball sein. Nur zwei Minuten später bediente der Joker (kam in der 78. Minute für Robert Strauß) bei einem Konter den mitgelaufenen Marc Schnatterer – 4:2.

Was am Ende so einfach aussah, war ein hartes Stück Arbeit. Dabei begann alles wie aus dem Lehrbuch: Nach einer Schnatterer-Ecke unterlief Babelsbergs Torwart Frederic Löhe den Ball, Dennis Malura stand richtig und erzielte unbedrängt per Kopf den Heidenheimer Führungstreffer.

Die Mannschaft von FCH-Trainer Frank Schmidt war wohl noch gedanklich beim Jubeln. Babelsberg jedenfalls stürmte vom Wiederanpfiff weg nach vorne und Philipp Kreuels nutzte die Unordnung in der FCH-Defensive zum schnellen 1:1-Ausgleich 14. Minute).

Sieben Minuten später musste Babelsbergs Assimiou Toure nach einer gelb-roten Karte vom Platz.  Zudem gelang Robert Strauß mit einem satten Volleyschuss aus 20 Metern die2:1-Halbzeitführung für den FCH (das erste Tor des 26-Jährigen für Heidenheim).

Zur Überraschung der etwa 40 mitgereisten FCH-Fans kam ihre Mannschaft im „Karl-Liebknecht-Stadion“ nach dem Seitenwechsel gehörig unter Druck. Angetrieben durch Ballverteiler  Christian Groß erspielten sich die Gastgeber ein Übergewicht und kamen durch einen Kopfballtreffer von Severin Mihm zum 2:2.

Wie bereits gegen Erfurt am vergangenen Mittwoch schaffte es der FCH zunächst nicht, eine numerische Überzahl auszunutzen. „Das ist ein Phänomen, das man auch in der Bundesliga beobachten kann“, nahm Bagceci seine Mannschaft in Schutz. „Wir sind aber umso glücklicher, dass es am Ende doch noch mit dem Erfolg geklappt hat.“