Marc Hosinner Mit Heidenheims Trainer Frank Schmidt verbindet Arminias Coach Stefan Krämer eine Freundschaft – was am Samstag durch verbale und physische Sympathiebekundungen klar zum Ausdruck kam. Schiedsrichter Benjamin Brand wird aber wohl kaum in Krämers Freunde-Buch schreiben dürfen.

Auf dem Weg vom Spielfeld in die Kabine nahm er sich erst einmal einen Vertreter des Sicherheitspersonals zur Brust, der zuvor einen Disput mit einem Arminia-Kicker hatte. „Was willst Du. Lass meine Spieler in Ruhe“, blaffte Krämer den Mann an, der vor der Umkleidekabine des Schiedsrichters postiert war.

Dienst an der Pfeife versah am Samstag Benjamin Brand aus dem bayerischen Gerolzhofen. Mit dessen Entscheidungen, die zu zwei Elfmetern, zwei Roten Karten und einem umstrittenen Tor für den FCH führten, war Krämer natürlich nicht einverstanden. „Der DFB schickt zu einem Spitzenspiel der Dritten Liga einen jungen Schiedsrichter, der der Sache nicht gewachsen war“. so ein deutlich verärgerter Arminia-Trainer noch in der Mixed-Zone.

Krämer ließ lange auf sich warten

Krämer ließ in der Pressekonferenz lange auf sich warten, gab sich dort aber angenehm sachlich: „Ich bin Fußballer durch und durch. Ich messe mich gerne mit den besten Mannschaften der Liga, da gehört Heidenheim auch dazu. Ich kann auch verlieren, auch wenn das nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist. Mein Problem ist nur, dass meiner Meinung nach der Schiedsrichter heute ein bisschen zu viel Einfluss auf das Spiel genommen hat. Die Mannschaften hätten es verdient gehabt, ein besseres Spiel zu zeigen.“

Aufreger Nummer eins war sicher der Elfmeterpfiff nach Foul von Marc Lorenz, der daraufhin in der 22. Minute die Rote Karte sah. In der Rückschau müsste auch Bielefeld erkennen, dass die Entscheidung des 23-jährigen Referees gemäß den Regeln richtig war.

Ball springt Niederlechner  an die Hand

Heftigen Protest aus dem Bielefeld-Lager gab es, nachdem Florian Niederlechner in der 35. Minute sein erstes Tor erzielte. Da war der Ball zuvor klar an der Hand des Heidenheimers, der die Szene so beschreibt: „Das ging so schnell. Der Ball ist mir an die Hand gesprungen. Das war überhaupt keine Absicht.“ Der FCH-Stürmer schiebt aber noch nach: „Wenn's der Schiri nicht sieht, mach ich weiter und schieß den Ball rein.“

Unstrittig dürfte dagegen der Platzverweis für Arminias Top-Torjäger Fabian Klos in der 37. Minute sein. Der Gäste-Stürmer meinte nach dem Spiel zwar, er habe den Gegenspieler nicht getroffen, doch für Heidenheims Schlussmann Erol Sabanov spielte das letztlich eine untergeordnete Rolle: „Der geht da rein wie ein Kamikaze. Er muss so weit in der gegnerischen Hälfte weg bleiben. Der ist reingesprungen und hat die Gesundheit des Gegenspielers gefährdet.“

Frank Schmidt tat es „leid, dass sich der Steve so ärgern muss. Andererseits ist das ein knallhartes Business, in dem es um Punkte geht“.