Erstmals seit dem 20. Oktober 2012 (1:3 gegen Osnabrück) bezog der FCH wieder eine Heimniederlage, die aufgrund der schwachen zweiten Halbzeit verdient war. Nach einer temporeichen und ausgeglichenen Partie bis zur Pause brachten sich die Heidenheimer mit individuellen Fehlern auf die Verliererstraße. Nach den Toren von Frahn (61.) und Kaiser (78.) fehlten diesmal die spielerischen Ideen, um die Partie – ähnlich wie gegen Münster – noch drehen zu können.

Der FCH bleibt dennoch mit satten vier Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze, da auch die bisher hartnäckigsten Verfolger Erfurt und Wiesbaden (zugleich die nächsten Kontrahenten der Heidenheimer) ihre Spiele verloren. Neuer Zweiter ist jetzt Darmstadt 98.

Aufregung schon vor dem Spiel: Falsche Plakette am Bus

Aufregung gab es für die Leipziger schon vor dem Spiel. Ihr Mannschaftsbus verfügte nur über eine gelbe Umweltplakette und durfte deshalb nicht in die Innenstadt. Die Heidenheimer halfen aus, vermittelten einen Bus ihres Partners – und so fuhren die Sachsen mit „Grötzinger-Reisen“ auf den Schlossberg.

Auf dem durch anhaltenden Dauerregen aufgeweichten Boden ließ sich die Mannschaft des früheren Gmünder Trainers Alexander Zorniger unterdessen nicht zweimal bitten. Nach starken Heidenheimer Anfangsminuten hielten sie frech dagegen – und so entwickelte sich ein flottes Spiel, dem bis zur Pause nur die Tore fehlten. Die Abwehrreihen standen bis dahin allerdings sehr solide, so dass hochkarätige Möglichkeiten die Ausnahme waren. Auf Leipziger Seite scheiterte der ins Team gerückte Christian Müller  an Erol Sabanov (23.). Die Heidenheimer vergaben ihre größte Chance in der 41. Minute, als Julius Reinhardt zu Sven Sökler passte, dessen Direktschuss Torhüter Fabio Coltorti noch zur Ecke lenken konnte.

Die Schlüsselszenen des Spiels ereigneten sich nach einer Stunde. Zunächst hatte Marcel Titsch-Rivero nach Pass von Jubilar Marc Schnatterer (150. Drittligaspiel) den Führungstor bei einer Zwei-gegen-eins-Situation auf dem Fuß. Bei eigener guter Schussposition passte er quer zum mitgelaufenen Florian Niederlechner, der das etwas unpräzise Zuspiel aber nicht verwerten konnte.

Unmittelbar danach gab es dann auf der Gegenseite nochmals einen Querpass – wieder auf Heidenheimer Seite. Tim Göhlert wollte zu Mathias Wittek spielen, der den Ball aber nicht mehr unter Kontrolle bekam – Nutznießer dieser verpatzten Aktion war der überragende Daniel Frahn, der mit seinem Schuss Sabanov keine Chance ließ.

Spürbar geschockt vom Gegentreffer

Die Heidenheimer zeigten sich spürbar geschockt von diesem Gegentreffer, und fanden nie wieder richtig ins Spiel zurück. Mit Michael Thurk, Smail Morabit und Patrick Mayer brachte Trainer Frank Schmidt sämtliche zur Verfügung stehenden Offensivkräfte. Doch vom Angriffsschwung der ersten Halbzeit war nichts mehr zu sehen. Das Vorhaben, über lange Bälle zum Erfolg zu kommen, erwies sich nicht als probates Mittel. Und die Leipziger konnten nun ihre Konterstärke ausspielen. In der 78. Minute war die FCH-Deckung nicht im Bilde, als Frahn im Strafraum dem eingewechselten Dominik Kaiser zuköpfen konnte, der sich freistehend diese Chance nicht entgehen ließ und das vorentscheidende 0:2 markierte.

Dem FCH nutzte es in der Schlussphase auch nichts, dass die Leipziger ab der 81. Minute nach einer roten Karte für Müller nur noch zehn Mann auf dem Feld hatten. „Das war heute ein bitterer Tag für uns. Aufgrund der schwachen zweiten Halbzeit war die Niederlage verdient“, musste Frank Schmidt einräumen.

 
Am kommenden Wochenende pausiert die 3. Liga, in Heidenheim findet stattdessen das Turnier um den Alko-Cup statt. Dann folgen mit den Spielen in Erfurt, gegen Wiesbaden und in Kiel drei weitere große Bewährungsproben für Tabellenführer Heidenheim.