Der Rasen auf dem Schnaitheimer Moldenberg ist nach dem langen und nassen Winter noch nicht bespielbar. Deshalb musste das Derby zwischen Schnaitheim und Nattheim auf dem Kunstrasenplatz am Fischerweg stattfinden. Für Nattheims Coach Thomas Lieb nicht der ideale Untergrund für seine Spieler. „Wir haben noch kein Spiel in dieser Saison auf Kunstrasen gewonnen, weil uns das einfach nicht liegt“, so der 49-Jährige, der dann auch gewisse Probleme seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit sehen sollte.
Zahlreiche Zuschauer am Fischerweg
Das Interesse war bei sonnigen, aber kühlen Bedingungen mit über 250 Zuschauern sehr groß. Die Hausherren zeigten in den Anfangsminuten eine tolle Körpersprache und den Willen, nach dem 0:4 aus dem Hinspiel dieses Mal etwas Zählbares zu holen. Nattheim fand in der ersten Halbzeit schwer ins Spiel und kreierte kaum Torchancen.

Fußball-Derby: TSG Schnaitheim gegen die TSG Nattheim
Auf Seiten der Schnaitheimer hatte Stürmer Matteo Gammaro zwei gute Möglichkeiten, seine Mannschaft in Führung zu bringen. In der 28. Minute setzte Gammaro dann seinen Mitspieler Michel Wegele mit einem Querpass in die Mitte gut in Szene und der 29-jährige Mittelfeldspieler drosch den Ball freistehend aus knapp zehn Metern unhaltbar in das Nattheimer Gehäuse. Es war Wegeles drittes Saisontor. Bis zur Pause passierte nichts mehr und mit dem knappen 1:0 für Schnaitheim wurden die Seiten gewechselt.
Verdiente Führung für Schnaitheim
„Mit der ersten Halbzeit war ich überhaupt nicht einverstanden“, sagte Lieb nach dem Spiel, und tatsächlich zeigte seine Mannschaft nach einer sicher etwas lauteren Halbzeitansprache ein anderes Gesicht. Die Spielanteile waren nun gleich verteilt, aber Torchancen zunächst Mangelware. Schnaitheims Routinier Matthias Kolb hatte das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber am Pfosten.
In der 70. Minute war er dann wieder zur Stelle. Nattheims Torjäger Patrick Brümmer setzte sich in seiner unnachahmlichen Art auf links außen durch und hämmerte den Ball mit der „Picke“ zum Ausgleich ins lange Eck – das neunte Saisontor des 34-jährigen Stürmers. Brümmer hatte noch zwei gute Gelegenheiten, scheiterte aber am guten Schnaitheimer Keeper Timo Ratter.
Und noch ein Aufreger
Knapp zehn Minuten vor dem Schlusspfiff gab es noch einen Aufreger, als ein Nattheimer Abwehrspieler einen Schuss der Gastgeber mutmaßlich mit der Hand blockte. „Diesen Strafstoß muss man klar geben“, so die Einschätzung von Schnaitheims Trainer Erdal Kalin. Aber die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm. Das Spiel endete schließlich mit einem Unentschieden, das bei keiner Mannschaft große Euphorie aufkommen ließ. Ein unterhaltsames Spiel für die vielen Zuschauer war es aber allemal.
Kalin war nach dem Spiel etwas hin- und hergerissen. „Ich habe eine gemischte Gefühlslage aufgrund der ersten Halbzeit, nach der wir mit einer höheren Führung in die Kabine gehen müssen“, ärgerte sich der 54-Jährige über die vergebenen Möglichkeiten. „Spielerisch haben wir heute meiner Meinung nach den besseren Eindruck hinterlassen und hätten den Sieg eigentlich verdient gehabt“, so der Schnaitheimer Trainer, der aber auch einiges positiv sah: „Wir können die Ausfälle gut kompensieren und ich glaube, dass wir mit der gezeigten Leistung die nötigen Punkte in den restlichen Spielen holen werden.“
Thomas Lieb wusste, warum nicht mehr drin war. „Wir haben im Moment mit vielen Themen zu kämpfen und schaffen es nicht, die Leistung zu bringen, die es für 90 Minuten braucht“, spricht der 49-Jährige die Verletztenmisere seiner Mannschaft an. „Drei Punkte wären heute gut gewesen, um den Abstand nach unten zu vergrößern“, sagt der Nattheimer Coach, war mit dem Ergebnis dennoch zufrieden. „Aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit geht das Unentschieden in Ordnung und man muss auch einmal zufrieden sein“, schmunzelte Lieb, der noch ein Lob für den Gegner hinterherschob. „Respekt an Schnaitheim. Sie haben es heute gut gemacht.“
Namen und Zahlen
TSG Schnaitheim – TSG Nattheim 1:1 (1:0)
Schnaitheim: Ratter im Tor; G. Gammaro, Kolb, Braig, Eschweiler, Schoger (80. Apuzzo), M. Gammaro, Nietsch, May, Wegele, Grupp
Nattheim: Papadimas im Tor; Zimmermann, M. Horsch, Fischer (67. Gnosa), Brümmer, Demiröz (54. Haas), F. Horsch, Hochholzner, Eichhorn, Baamann (88. Güzelel), Fronz
Gelbe Karten: Schnaitheim 3 – Nattheim 2
Zuschauer: 250
Schiedsrichter: Nico John

