Burgberg/Hohenmemmingen / Edgar Deibert Die jüngst anvisierte Spielgemeinschaft zwischen dem FV Burgberg und dem RSV Hohenmemmingen zeigt, wie die Zukunft vieler Vereine aussehen wird. Die neuen Partner sind davon überzeugt, dass der Weg fast alternativlos ist.

Willst du mit mir gehen? So war groß in der HZ im Mai 2017 zu lesen. Und dies nicht bei den Kontaktanzeigen, sondern im Sportteil. Damals erzählten die Verantwortlichen der TSV Herbrechtingen, Oliver Benz und Rudolf Geiger, von ihren Bemühungen, mit einem anderen Verein eine Spielgemeinschaft zu gründen. Die TSV-Fußballer litten bereits da unter Spielermangel, daher wurden Gespräche mit dem SV Bolheim und dem FV Burgberg über eine Spielgemeinschaft geführt.

Aus der für die Saison 2017/18 anvisierten SG wurde nichts, doch die Kooperationen wurden nur aufgeschoben. So wird es ab der kommenden Spielzeit eine SG Herbrechtingen/Bolheim in der Fußball-Kreisliga B 5 geben, was die Vereine im Dezember 2018 bekannt gaben.

Ende der vergangenen Woche zogen der FV Burgberg und der RSV Hohenmemmingen nach. Die jeweiligen Vereinsverantwortlichen unterschrieben im Burgberger Vereinsheim den dazu nötigen Antrag, der bis Mittwoch, 15. Mai, beim Württembergischen Fußballverband eingegangen sein muss.

Schneller Abschluss

Im Gespräch mit den beteiligten Mitgliedern wurde deutlich: Auch menschlich sind sie voll auf einer Wellenlänge, was auch ein Grund dafür gewesen sein mag, dass die – wohlgemerkt erneuten – Verhandlungen über eine Spielgemeinschaft so schnell zum Abschluss gebracht werden konnten.

Nach einer Burgberger Anfrage saßen die beteiligten Mitglieder seit Anfang April zusammen – und machten nun schnell Nägel mit Köpfen, wie es Pascal Schlumberger, Abteilungsleiter beim FV Burgberg, ausdrückte. „Wir waren uns relativ schnell einig“, stimmte Markus Maier, seit Februar beim RSV Hohenmemmingen als Leiter der Fußballabteilung im Amt, zu.

Es sei schnell deutlich geworden, dass eine Spielgemeinschaft zwischen den beiden Vereinen mit Blick in die Zukunft Sinn mache, betonte Ralf Göhringer, zweiter Abteilungsleiter beim RSV. Warum? Darauf gab Kai Johannes eine einfache Antwort: „Es kommen zu wenig Spieler aus der Jugend“, so der erste Spielleiter des FV Burgberg. „Über kurz oder lang gibt es nichts anderes, um sportlich erfolgreich zu sein“, pflichtete Maier bei und führte mit dem Hinblick auf die Jugend fort: „Welche Mannschaft ist da denn noch allein? Bei den Aktiven wird es nun auch immer mehr Spielgemeinschaften geben.“

Der Weg ist also fast schon alternativlos, dies sieht auch Tobias Bosch so. Der zweite Abteilungsleiter des FV Burgberg zitierte indirekt dabei den Burgberger Trainer Werner Stutzmann. Dieser sei der Meinung, dass die Vereine, die als Erste Spielgemeinschaften realisierten, auch am längsten überleben und letztlich den Vorteil haben.

In fünf bis zehn Jahren werden auch im Aktivenbereich „auf alle Fälle mehrere Spielgemeinschaften antreten“, ist Pascal Schlumberger überzeugt. „Größere Vereine halten es vielleicht noch länger aus ohne, kleinere dagegen nicht.“ Das Thema Spielgemeinschaften sei somit auch im Erwachsenenbereich groß im Kommen.

Rechtzeitig handeln

Sowohl der FV Burgberg als auch der RSV Hohenmemmingen stünden zurzeit noch relativ gut da, was ihren Spielerkader angeht, fügte Kai Johannes an. Dennoch sollte die SG in diesem Jahr gegründet werden. „Wir wollten nicht bis zum Schluss warten.“ Es gehe darum, diese Kooperation rechtzeitig anzugehen und nicht, wenn es nicht mehr geht, stimmte Ralf Göhringer vom RSV Hohenmemmingen zu.

„Auch unsere Spieler sind davon überzeugt, dass es der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt ist“, sagte Markus Maier. Der RSV verfüge über eher jüngere Spieler, in Burgberg seien eher erfahrene. „Das ergänzt sich also gut“, so der Hohenmemminger Abteilungsleiter. Ähnlich sehe es in Burgberg aus. „Die jungen Spieler erhöhen den Druck“, erklärte Kai Johannes mit dem Verweis darauf, dass sich die Mannschaft beim FVB oft fast schon von alleine aufgestellt habe.

Nun solle sich der Konkurrenzkampf um die Stammplätze erhöhen. Überhaupt hoffen die Verantwortlichen, durch die SG attraktiver für junge Spieler zu werden und diese zu halten. Um im Wettbewerb mit anderen Vereinen konkurrenzfähig zu bleiben.

Neue SG soll wohl drei Teams haben - wechselnde Heimspielorte

Trainer der SG Burgberg/Hohenmemmingen wird Pascal Zuber, bislang Hohenmemminger Coach. Werner Stutzmann, Trainer des FV Burgberg, habe früh signalisiert, aus privaten Gründen nicht zur Verfügung zu stehen. Zudem sollen möglichst zwei weitere Teams von der SG gestellt werden. Die zweite Mannschaft, die in der Kreisliga B 5 starten soll, wird von Hannes Oberhuber betreut. Beim Reserveteam ist zu klären, in welcher Liga dieses starten wird.

Die Heimspiele der Spielgemeinschaft sollen abwechselnd in Burgberg und Hohenmemmingen bestritten werden. Auch die Trainingsorte wechseln dementsprechend. Zudem soll es neue Trikots geben (schwarz und weiß).

Offiziell als direkter Absteiger aus der Fußball-Kreisliga A 3 wird Hohenmemmingen geführt, da der RSV als zweiter Name geführt wird. Für die Konkurrenz bedeutet dies: Nun ist nur noch der Relegationsplatz offen.