Aufsteiger RB Leipzig ist der Etat-Krösus der 3. Liga, was in erster Linie mit dem Hauptsponsor Red Bull zusammenhängen dürfte. Dem Plan, den Namen des Geldgebers gleich in die Bezeichnung des 2009 gegründeten Vereins aufzunehmen, erteilte der Deutsche Fußballbund eine Absage, deshalb nennen sich die Sachsen „RasenBallsport“, was sich überraschenderweise ebenso abkürzen lässt wie der österreichische Getränkehersteller.

In Leipzig haben die „roten Bullen“ die besten Trainingsbedingungen und natürlich gehört auch ein schicker, 420 PS starker Mannschaftsbus dazu. Dieses Transportmittel hat sicher die feinste Ausstattung – allerdings keine grüne Umweltplakette. Und so kam es am Samstag zu einer Anreise mit Hindernissen für die Leipziger Kicker.

RB-Bus fehlte die Plakette

Entweder hatte der Busfahrer nicht damit gerechnet, dass sich das Heidenheimer Stadion in der Innenstadt befindet oder er ging von ähnlicher Kulanz der Ordnungskräfte wie in seiner Heimatstadt aus. In Leipzig gilt nämlich ebenfalls eine Umweltzone, der RB-Bus hat aber eine Sondergenehmigung. Eine Anfrage der bei der Stadt Heidenheim ergab jedoch, dass hier keine Ausnahme gemacht wird.

40 Euro Strafe und einen Punkt in Flensburg wollte der Busfahrer dann nicht riskieren, so wandten sich die Leipziger in ihrer Not an den FCH, und der ließ seinen Gegner nicht im Regen stehen. „So etwas ist bei uns noch nie vorgekommen, aber natürlich helfen wir gern“, erklärt Pressesprecher Markus Gamm. Ein Bus des Partners Grötzinger-Reisen holte die Sachsen an einer Autobahnraststätte ab und brachte sie samt sorgsam umgeladener Ausrüstung auf den Schlossberg. Überraschend nur, dass die Leipziger überhaupt auf die Straße angewiesen waren, denn alle Beteuerungen zur Folge verleiht RB doch Flügel und im Luftraum über Heidenheim wäre keine Plakette vonnöten gewesen.

Heidenheimer Banner erzünen Leipziger

Auf dem Rasen zeigten sich die Leipziger Fußballer nicht irritiert, sondern eine Leistung, die ihrem Ruf als Mitfavorit in der 3. Liga zur Ehre gereichte. Wenn es für die vor vier Jahren in der Fünftklassigkeit gestarteten Rasenballsportler (übernahmen das Oberligastartrecht des SSV Markranstädt) noch weiter nach oben gehen sollte, wird wohl wieder viel diskutiert werden über den Retortenklub, der in Fußballdeutschland wenig Freunde hat und auch einige Heidenheimer Fans zu – teilweise übers Ziel hinausschießenden – Kommentaren beziehungsweise Plakaten animierte. Besonders ein Banner mit der Aufschrift „Fußballmörder“ empörte die Leipziger, die nun sogar rechtliche Schritte erwägen, falls der DFB nicht von sich aus aktiv werde.