Beim Aufwärmen war schon zu sehen, dass sich das Lazarett beim VfL Gerstetten langsam lichtet. Mit Meliksah Evrensel und Amir Werner standen, nach Kurzeinsätzen zuletzt, wieder zwei Stammkräfte von Anfang an zur Verfügung.

Kalter Ostwind, aber Sonne satt auf dem Heuchlinger Sportplatz und knapp 250 Zuschauer wollten die „Mutter aller Derbys“ in der Bezirksliga verfolgen. Im Kiosk wurde Glühwein ausgeschenkt und auf dem Platz schenkte SG-Angreifer Baris Acikgöz dem Gegner nach 12 Minuten den frühen Rückstand ein. Die Vorarbeit kam vom starken Christian Baur, der ein tolles Solo auf Außen mit einer punktgenauen Hereingabe abschloss. Acikgöz wurde sträflich frei gelassen und schob den Ball ungehindert ins Gerstetter Tor.

Acikgöz bleibt drei Mal cool

Derselbe Spieler war es auch, der einen langen Ball von Lukas Preßmer erlief und im Eins-gegen-eins auf VfL Keeper Denis Baum zuging. Den ersten Schuss konnte Baum noch parieren, aber beim Nachschuss war er machtlos. In der Folge wurde das Spiel etwas härter und war von Nicklichkeiten geprägt. Typisches Derby halt, der ansonsten gut leitende Schiedsrichter hätte in dieser Phase jedoch früher härter durchgreifen müssen.

Acikgöz ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. In der 43. Minute hämmerte der Torjäger der Gastgeber den Ball aus knapp 20 Metern aufs VfL-Tor. Die Lederkugel schlug halb hoch unhaltbar für Denis Baum ein. Ein sehenswerter Treffer und gleichzeitig ein lupenreiner Hattrick vom zuletzt stark aufspielenden SG-Angreifer.

Abwehr um Usenbenz steht sicher

Mit der hohen, aber verdienten Führung ging es in die Kabinen. Die zweite Halbzeit war dann über weite Strecken kein Vergnügen. Viel spielte sich im Mittelfeld ab und hohe Bälle fanden nur selten einen Abnehmer. Gerstetten spielte zwar jetzt besser und hatte mehr Ballbesitz, aber zwingend wurde es nicht. Die SG-Abwehr um den starken Usenbenz stand sehr sicher. Die beste Chance in der zweiten Halbzeit hatten sogar die Hausherren. Hering köpfte und Baum lenkte den Ball gekonnt über die Latte. So endete eine sehr unspektakuläre Halbzeit und die SG-Spieler durften sich Derby-Sieger nennen.

Daniel Mack hatte mehr Gegenwehr erwartet

Für SG-Trainer Daniel Mack war es unter dem Strich ein hochverdienter Sieg. Auf die Frage, ob er so wenig Gegenwehr erwartet hätte, meinte er: „Nein, überhaupt nicht, weil ich Erdal kenne und weiß, dass er Mannschaften sehr gut einstellen kann.“

VfL-Coach Erdal Kalin war von der Leistung seines Teams natürlich enttäuscht: „Ich war eigentlich zuversichtlich, dass wir eine gute Partie abliefern, weil die Trainingswoche gut war.“ Auf die Frage, wie sich der Schalter jetzt umlegen lässt, antwortete er: „Mund abwischen und weitermachen, irgendwann werden wir den Bock umstoßen.“

Namen und Zahlen


SG Heldenfingen/Heuchlingen   VfL Gerstetten 3:0 (3:0)

SG: Nannt, Usenbenz, Wirth, Koc (H. Preßmar), Baur, M. Schmid (90. B. Schmid), Pfieffenberger, Arslanovic, Hering (90. Lersch), L. Preßmar, Acikgöz (87. Hiller)

VfL: Baum, Eckardt, A. Werner, Evrensel, Kässmeyer, Yoldas, Kulaksiz, S. Lo Giudice (46. R. Manap), Güven (36. Güler), D. Werner, F. Lo Giudice (70. M. Manap)

Tore: 1:0, 2:0, 3:0: Baris Acikgöz (7./28./44.)