Kreis Heidenheim / Jochen Gerstlauer Groß war die Motivation im Lager der SHB vor dem „Länderspiel“ in Österreich beim Aufsteiger und bis dato Tabellenletzten HC Hohenems.

Es war eine Art vorgezogenes Endspiel gegen die ebenfalls um die vermeintlich letzte Chance kämpfenden Hausherren. Dabei ist die SHB-Bilanz ernüchternd im neuen Jahr. Nach vier Auswärtsspielen nacheinander und teilweise hohen Niederlagen schwindet langsam aber sicher der Optimismus bei der Spielgemeinschaft, in den verbleibenden Spielen den Ligaverbleib doch noch zu schaffen.

An Motivation und Einsatzwillen fehlt es laut Mickel Washington aber nicht. Der Trainer wollte seiner Mannschaft nach dem Spiel keine Vorwürfe machen. „Wir schaffen es eben nicht, auch aufgrund der fehlenden Alternativen in manchen Mannschaftsteilen, ein konstant gutes Spiel abzuliefern“, bilanzierte ein sichtlich ratloser SHB-Coach.

Unter der Woche konnten Kling und Bauer beispielsweise krankheitsbedingt gar nicht oder nur eingeschränkt trainieren. Mit Bayik und Rugaci fehlen zudem wichtige Führungsspieler.

Gäste beginnen stark

Dabei organisierte die Mannschaft selbstständig einen Fanbus für dieses wichtige Spiel, um möglichst viele Fans hinter sich scharen zu können. Und es ging auch hoffnungsvoll los für die Gäste. Angeführt von einem starken Kling und schönen Treffern von Bauer und Hauser stand es nach fünf Minuten schon 4:1 für die SHB.

Nun steigerten sich die Hausherren aber zusehends. Hohenems ging, angetrieben vom ehemaligen litauischen Juniorennationalspieler Daugirdas, der am Ende mit zwölf Treffern großen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft hatte, nach knapp 14 Minuten 6:5 in Führung. Mailänder glich zwar nochmal kurzzeitig aus, aber drei Treffer in Folge war die Antwort der Vorarlberger. Viele Würfe der Spielgemeinschaft gingen in dieser Phase weit übers Tor der Heimmannschaft.

Nach einer Auszeit von Trainer Washington konnte der HC sogar auf vier Tore wegziehen. Vor der Halbzeitpause wollte die SHB zumindest noch den Anschlusstreffer setzen, um nicht mit einem zu großen Rückstand in die Pause zu gehen. Kling markierte dann auch den hoffnungsfrohen Treffer zum 10:13-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel versäumten es die Gäste aber in den ersten zehn Minuten Druck auf den Gegner auszuüben. Anstatt einer Aufholjagd setzte der Gastgeber zunächst die Akzente und schraubte die Führung nach 40 Minuten auf 17:12 hoch. Doch die SHB blieb zunächst dran. Nervenstark verwandelte Mäck zwei Strafwürfe und der alte Abstand von drei Toren war wieder hergestellt.

Frühe Vorentscheidung

So sehr sich die Mannschaft von Spielführer Zeiher auch bemühte, konnte sie die Emser in der Folge aber nicht entscheidend unter Druck setzen. Beim 20:23 durch Mäck knapp neun Minuten vor dem Ende hatte man aber immer noch die Chance was Zählbares aus Österreich mitzunehmen, doch unkonzentrierte Abschlüsse im Angriff ermöglichten es den Gastgebern zu einfachen Toren zu kommen. So war spätestens beim 20:25 knapp fünf Minuten vor dem Ende auch die Entscheidung gefallen.

Die Argumente, die für eine weitere Spielzeit in der Württembergliga stehen, gehen den Spielern der SHB langsam, aber sicher aus. In den verbleibenden Partien gilt es, die Köpfe nicht hängen zu lassen und mit breiter Brust diese respektabel zu begehen. Vielleicht ist es auch nicht verkehrt, ohne zu großen Druck die nächsten Spiele bestreiten zu können.