Heidenheim / Thomas Jentscher Mit Pitcher Mike Bolsenbroek und Catcher Fernando Escarra können zwei hochkarätige Zugänge vermeldet werden, damit steht das Heidenheimer Team für 2019 weitgehend.

Als amtierender deutscher Vizemeister wollen die Heidenheim Heideköpfe auch in der neuen Saison, die bereits Ende März beginnt, ganz oben angreifen und gleichzeitig die Herausforderung im europäischen CEB-Cup (4. bis 10 .Juni in Brünn) meistern.

Die Aussichten dafür sind nicht schlecht, denn so wie es jetzt aussieht, gelang es Manager Klaus Eckle und Abteilungsleiter Thomas Kess trotz hochkarätiger Abgänge erneut, ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. Durch Pitcher Mike Bolsenbroek und Catcher Fernando Escarra konnten sich die HSB-Baseballer nun auf zwei Schlüsselpositionen weiter verstärken.

Der aus den Niederlanden stammende Bolsenbroek wechselt von Regensburg nach Heidenheim. Der 31-Jährige möchte mit der Nationalmannschaft seines Heimatlandes zu den Olympischen Spielen 2020 und sieht dafür bei den Heideköpfen nach eigenen Worten das „leistungssportgerechteste Umfeld“. Auch die Freundschaft zu Ludwig Glaser, der im Jahr zuvor den Weg von der Oberpfalz auf die Ostalb genommen hatte spielte eine Rolle, finanzielle Aspekte hatte der Wechsel für Bolsenbroek nicht.

Vier DM-Titel mit Regensburg

Auf jeden Fall gewinnen die Heidenheimer mit ihm einen der renommiertesten Pitcher der Baseball-Bundesliga hinzu. Der 2,04Meter große Werfer spielte von 2008 bis 2010 für die Philadelphia Phillies in den US-amerikanischen Minor Leagues (41Spiele, 64 Strike-Outs in 73Innings), danach für die Buchbinder Legionäre Regensburg, mit denen er vier deutsche Meisterschaften gewann.

Bolsenbroek verbuchte in 147 Partien in der deutschen 1.Bundesliga einen ERA (zugelassene Punkte pro Spiel) von nur 2.06 – ein absoluter Spitzenwert. Dabei gelangen ihm 983 Strike-Outs in 882Innings.

Der 27-jährige Escarra spielte 2017 und 2018 für die Mannheim Tornados, kam dabei am Schlag auf eine ausgezeichnete Trefferquote und überzeugte als Mann hinter der Platte. Bereits 2010 war er in 31Spielen als Catcher für die San Diego Padres in den amerikanischen Minor Leagues aktiv, 2015 und 2016 bekam er eine erneute Chance im US-Profi-Baseball, war bei den Baltimore Orioles allerdings hauptsächlich als Pitcher (33Spiele, ERA 3.00) im Einsatz.

Escarra soll vorrangig Heideköpfe-Teamcaptain Simon Gühring als Catcher entlasten, kann aber auch am erste oder dritten Base oder eben als Werfer eingesetzt werden. Der aus Südamerika stammende Spieler hat einen italienischen Pass, kann also als EU-Ausländer unbegrenzt eingesetzt werden.

Die Abgänge ausgeglichen

Da auch Pitcher Clayton Freimuth und Outfielder Gary Owens sowie die deutschen Nationalspieler Simon Gühring, Philip Schulz, Ludwig Glaser, Shawn Larry, Simon Liedtke und Johannes Krumm für 2019 fest zugesagt haben, steht das Team weitgehend. Damit dürften die Abgänge von Sascha Lutz, der als Spielertrainer in Mannheim angeheuert hat, Jay Pecci, RJ Hively (beide Karriereende) sowie Stefan Krapf, der wegen seines Studiums voraussichtlich nach Tübingen wechselt, weitgehend ausgeglichen sein.

Einen Zugang – vermutlich im Bereich der Werfer – könnten sich die HSB-Verantwortlichen noch vorstellen, wollen aber nichts übers Knie brechen. Außerdem ist die Zukunft von Mitch Nilsson, der nach seiner schweren Verletzung in der Finalserie 2018 derzeit in seiner australischen Heimat wieder erste sportliche Versuche wagt, noch offen. Sollte der Homerun-König nicht zu den Heideköpfen zurückkehren können, ist auch hier noch ein Ersatz denkbar.

Die Saison beginnt schon Ende März

Für die Heideköpfe beginnt die neue Spielzeit in der 1. Bundesliga - ihre mittlerweile 20. - voraussichtlich am 30./31. März mit Heimspielen gegen den württembergischen Rivalen Stuttgart Reds.

Gespielt wird wieder wie in früheren Jahren. Nord- und Südgruppe tragen jeweils 28 Partien in der „Regular Season“, danach folgt gleich das Viertelfinale mit den jeweils vier besten Mannschaften aus dem Süden und Norden.

Das Saisonende soll spätestens am 18. August sein, denn ab 6. September findet in Bonn die Europameisterschaft statt.