Die Heidenheim Heideköpfe starten als doppelter Titelverteidiger in die Baseballsaison 2026, welche wieder große Belastungen mit sich bringen wird. Zur deutschen Baseball-Liga, mit jetzt noch deutlich mehr Spielen, kommen Vorrunden- und Finalturnier um den europäischen Champions-Cup. Je nach Abschneiden können da über 50 Spiele auf die HSBler zukommen. Deshalb ist Manager Klaus Eckle froh, schon einmal zwei vielversprechende Verstärkungen auf der Position des Werfers vermelden zu können.

So kommen der langjährige schwedische Nationalspieler Oskar Syren und der in der Bundesliga schon bekannte, mit spanischem Pass spielende José Pimentel. Der 22-Jährige lief schon für die Stuttgart Reds (2022) und die Hünstetten Storm (2023/2024) in der deutschen Bundesliga auf, spielte 2024/2025 bei den Cochise Apaches im US-College und im vergangenen Jahr für Trieste Alpine in der italienischen Seria A. In dieser gut besetzten Liga zeigte er mit fünf Siegen und zwei Niederlagen eine überzeugende Leistung, Eckle sieht den hochtalentierten Pitcher aber noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung.
Pitcher mit internationaler Erfahrung
Syren spielte zuletzt in seinem Heimatclub Leksand Lumberjacks in der schwedischen Elitserie und war von 2018 bis 2020 ebenfalls im US-College aktiv. 2022 spielte er in der niederländischen Ehrendivision, konzentrierte sich danach aber auf seinen Beruf als Fitnesstrainer. Nun will es der 26-Jährige noch einmal wissen und international auf sich aufmerksam machen. Durch ihre europäischen Pässe sind beide vielfältig einsetzbar, können als Werfer in verschiedenen Rollen an beiden Spielen eines Spieltags agieren und sollen so dem Heideköpfe-Pitchingkader die nötige „Tiefe“ geben.

„Unsere Planungen sind damit aber noch nicht abgeschlossen“, macht Eckle klar. Neben Sven Schüller, Pimentel und Syren muss noch mindestens ein starker Werfer her und der soll möglichst wieder Logan Hoffmann heißen. Der Kanadier, der im vergangenen Jahr mit seinen Leistungen riesigen Anteil an den beiden Titeln hatte, würde auch gerne wieder nach Heidenheim kommen, ist jedoch in seiner Heimat als Coach stark eingespannt. Zumindest im Europacup soll er aber erneut die „Voith Heideköpfe“ anführen. „Möglicherweise benötigen wir noch eine Verstärkung, letztlich hängt vieles davon ab, ab wann und für wie lange Logan hier sein kann“, erklärt Eckle.
Puzzeln fürs beste Team
Überhaupt gleicht die Personalplanung der HSB-Baseballer wieder einem Puzzlespiel. Catcher Phildrick Llwellyn wird erst Anfang Mai zu den Heideköpfen stoßen, Pitcher Sammy Steigert kommt Mitte Mai, die am College spielenden Eigengewächse Luca Hörger und Kilian Redle dann zum Europapokal. In diesem wird zunächst über Pfingsten in zwei Vierergruppen gespielt, es folgt dann einige Wochen später das Final Four. Die Austragungsorte stehen bislang nicht fest. „Zum Champions Cup wollen wir in der besten Aufstellung sein“, sagt Eckle, weiß dabei aber, dass eine Titelverteidigung extrem schwer ist. Denn mit je zwei Teams aus den Niederlanden, Italien, Deutschland (Heidenheim und Regensburg) sowie einem tschechischen Meister und Teneriffa für Spanien ist der Cup in diesem Jahr deutlich stärker besetzt.
„Die Qualität ist schon enorm, dennoch glaube ich, dass wir bei entsprechendem Pitching in einem einzelnen Spiel mit jedem Team mithalten können“, sagt der Heidenheimer Trainer. Für die anderen Positionen suchen die Heideköpfe nicht nach neuen Spielern. Alle Stammspieler der erfolgreichen Saison 2025 haben wieder zugesagt. „Wir haben zudem viele Anfragen bekommen, aber wir wollen weiter mit unseren bewährten Kräften spielen und vermehrt den eigenen Nachwuchs einbauen“, so Eckle.
Eigene Jugend steht im Blickpunkt
Junge Spieler wie Janne Thoröe, Samuel Gühring, Emil Hirschberger, Samuel Redle oder Noel Kavak sind auf dem Sprung, sollen nicht nur im Zweitligateam ihre Spielzeiten bekommen. „Das Ziel für diese Saison ist es, einige Talente an das Erstliganiveau heranzuführen“, sagt Eckle und möchte mittelfristig mit einer Offensive agieren lassen, die viel auf Tempo und Laufspielzüge setzt.
Auch in der deutschen Meisterschaft wird eine Titelverteidigung schwer. Deutschlands größter Club, die Regensburg Legionäre, will mit Macht Meister werden, war vergangenes Jahr schon ganz nahe dran und hat personell weiter zugelegt. Im Norden greifen die Paderborn Untouchables wieder an. Eckle: „Wir wollen auf jeden Fall in die Play-offs, und was dann passiert, wird man sehen. Dass wir eine Play-off-Mannschaft sind, haben wir ja schon öfters unter Beweis gestellt ...“
Saisonbeginn ist kurz nach Ostern
Den Saisonstart in der deutschen Baseball-Liga bestreiten die Heideköpfe am 10. April (18 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Stuttgart. Die zweite Partie gegen die Reds findet am 11. April (13 Uhr) in Stuttgart statt. Zuvor geht es wie gewohnt eine Woche ins Italien-Trainingslager.
Nach 20 Spielen in der Südgruppe kommen auf die Heideköpfe, so sie es unter die ersten drei schaffen, zwölf Partien gegen Teams aus dem Norden zu, erst dann folgen die Play-offs, beginnend mit dem Viertelfinale.
In der europäischen Champions League wird das erste Turnier mit vier Teams vom 21. bis 25. Mai gespielt; dem Europapokal gilt auch das Hauptaugenmerk des Titelverteidigers „Voith Heidenheim Heideköpfe“.

