Heidenheim / Thomas Jentscher Nach dem 10:0 und 10:13 bei den Untouchables haben die Heidenheimer Baseballer alle Chancen aufs Halbfinale. Die Serie wird am Samstag und Sonntag mit Heimspielen fortgesetzt.

Ziel erreicht oder Chance verpasst? So richtig wussten das die Heidenheimer Baseballer nach dem 10:0 und 10:13 zum Play-off-Auftakt bei den Paderborn Untouchables selbst nicht. „Wir wollten mindestens einen Sieg mitbringen, aber wenn du im zweiten Spiel zehn Punkte machst, die Offensive endlich ins Rollen kommt, musst du eigentlich auch diese Partie gewinnen“, ärgert sich Heideköpfe-Trainer Klaus Eckle.

Dass es in der zweiten Hitzeschlacht des Wochenendes nicht geklappt hat, hatte mehrere Gründe. Zum einen kam Werfer Enorbel Marquez-Rámirez nicht wie gewohnt ins Spiel, litt auch unter einer nur schwer nachvollziehbaren Strike-Zone des Schiedsrichters. So ging Paderborn schon im ersten Inning mit 4:0 in Führung.

Nach dem 5:0 für die Gastgeber fanden die Heideköpfe im dritten Inning erstmals die richtigen Mittel gegen Paderborns starken venezolanischen Werfer Ramirez Diaz Nach einem Walk für Simon Liedtke und einem Hit von Simon Gühring schlug der immer besser in Fahrt kommende Andrew Campbell die ersten beiden Punkte nach Hause.

Viele Führungswechsel

Nachdem Diaz vom Mound musste, gelang dann im siebten Durchgang – unter anderem mit Doubles von Gühring und Shawn Larry – eine 5-Punkte-Rallye zur 7:5-Führung. Doch kamen folgenschwere Fehler hinzu. Justin Erasmus, der inzwischen die Pitcher-Position übernommen hatte, hatte bei einem eigentlich gut einstudierten Spielzug einen Aussetzer, warf am dritten Base vorbei. Prompt übernahmen die Untouchables mit drei Punkten wieder die Führung.

Die Heideköpfe schlugen wieder zurück, nach Hits von Philip Schulz und Gary Owens,war es erneut Campbell, der mit seinem Homerun die 10:8-Führung erzielte. Aber das war immer noch nicht das Ende, denn im achten Inning gab der gerade eingewechselte Werfer Logan Grigsby gleich einen Hit und einen Walk ab. Eckle entschied sich zum erneuten Tausch, der bis dahin schon drei Stunden bei brütender Hitze auf dem Feld stehende Luke Sommer übernahm.

Er schaffte das erste Aus, danach gelang beinahe ein Double Play, doch der Wurf von First Baseman Fernando Escarra ans zweite Base touchierte ganz unglücklich den Ellenbogen des auf dem Weg dorthin befindlichen Paderborner Läufers, sodass statt dem eigentlich sicheren Aus die Gastgeber zum 9:10 punkten konnten.

Kurz darauf hatten sie alle Bases besetzt, und gerade da ließ Sommer einen Ball zu weit in der Mitte, was Björn Schonlau mit einem Grand-Slam-Homerun zum 13:10 bestrafte. Das war der Schlusspunkt einer irren Partie – die Paderborner hatten damit die Serie ausgeglichen.

Überragender Bolsenbroek

Darauf hatte am Tag zuvor noch nichts hingedeutet. Beim 10:0 waren die Heideköpfe in allen Belangen überlegen. Vor allem Werfer Mike Bolsenbroek zeigte eine herausragende Leistung, ließ in sieben Innings nur zwei Hits und keinen Walk zu, warf dabei zehn Strike-outs.

Aber auch die Defense – unter anderem gelangen Shortstop Schulz zwei ganz starke Spielzüge – und die Offensive überzeugte auf der ganzen Linie.

Bereits im Auftaktinning setzten die Heideköpfe nach einem Double von Owens und einem Single von Glaser ein erstes Ausrufezeichen und gingen mit 3:0 in Führung. Dabei blieb es bis ins sechste Inning, ehe ein 3-Run-Homerun von Fernando Escarra für die Vorentscheidung sorgte und den Arbeitstag von Untouchables-Pitcher Daniel Thieben beendete.

Im siebten Abschnitt erhöhten die Heideköpfe gegen die Einwechselwerfer der Ostwestfalen den Druck und kamen zu weiteren vier Runs, so endete das Play-off-Spiel vorzeitig nach sieben Innings. „An diese Leistung müssen wir nun wieder anknüpfen“, sagt Eckle, der dem Gegner auch Respekt zollt. „Du musst dir gegen Paderborn jedes Aus hart erarbeiten, die Jungs sind pfeilschnell und sie spielen eine exzellente Defense.“

Wenn es gelingt, die eigene Fehlerquote wieder zu reduzieren, ist das Halbfinale aber durchaus greifbar. Zumal die Heidenheimer nun den Heimvorteil auf ihrer Seite haben. Weiter geht’s im Heideköpfe-Ballpark am Samstag (14 Uhr), Spiel vier folgt am Sonntag (13 Uhr). Sollte es dann in der Serie 2:2 stehen, wird gleich im Anschluss an selber Stelle das entscheidende fünfte Spiel ausgetragen.

Die anderen Viertelfinals

Insgesamt verlief der Play-off-Auftakt wie erwartet. Südmeister Mainz musste gegen den Nord-Vierten Dohren zwar etwas kämpfen, gewann aber letztlich beide Heimspiele und steht kurz vor dem Einzug ins Halbfinale. In den Serien zwischen Solingen und Mannheim sowie zwischen Regensburg und Bonn steht’s ebenso wie zwischen Heidenheim und Paderborn 1:1 und fünfte Spiele sind durchaus wahrscheinlich.

Namen und Zahlen

Paderborn Untouchables – Heidenheim Heideköpfe 0:10 / 13:10

Hits: 2:10 / 10:12, Errors: 0:0 / 4:5
Heideköpfe: Schulz (SS; 2 Hits bei 8 Schlagversuchen, 1 RBI, 3 Walks), Gühring (C; 5/10, 2 Doubles, 1 RBI), Owens (CF; 4/9, 2 Doubles, 3 RBI), Campbell (RF; 3/7, 1 Homerun, 2 Doubles, 5 RBI, 2 Walks), Larry (LF/DH; 1/4, 1 Double, 2 RBI), Glaser (3B; 1/7, 1 RBI, 2 Walks), Krumm (DH; 1/6, 1 RBI), Escarra (1B; 2/8, 1 Homerun, 3 RBI, 1 Walk), Liedtke (2B; 1/6, 3 Walks), Gentner (LF; 0/1), Sommer (LP/P; 2/5, 2 Walks), – Pitcher: Bolsenbroek (7 Innings, 0 Earned Runs, 10 Strike-outs), Enorbel Marquez-Ramirez (3 I, 4 ER, 2 SO), Erasmus (4 I, 1 ER, 3 SO), Grigsby (1 ER), Sommer (1 I, 3 ER, 1 SO)