Heidenheim / Thomas Jentscher Beim Stand von 1:1 wird die Finalserie zwischen Heidenheim und Bonn fortgesetzt. Bei den Capitals erwartet die Heideköpfe am Samstag und Sonntag ein heißer Tanz.

Der Kampf um die deutsche Baseball-Krone geht weiter. Nach der Punkteteilung in Heidenheim (17:1 und 0:3) duellieren sich Heideköpfe und Capitals nun am Samstag und Sonntag (Beginn jeweils 14 Uhr) im Bonner Stadion Rheinaue. Fällt dort die Entscheidung oder gibt es den Showdown in Heidenheim?

Legt man die ersten beiden Partien zugrunde, spricht einiges für ein entscheidendes fünftes Spiel, das dann erst am 17. August stattfinden würde. Aber im Baseball entwickelt sich oft eine eigene Dynamik. So werden auch die Ergebnisse vom vergangenen Wochenende vielen vielleicht völlig unverständlich erscheinen.

Da sind die Heideköpfe im ersten Spiel in allen Belangen überlegen, schlagen 18 Hits, siegen haushoch und machen in der zweiten Partie dann gar keinen Punkt. Aber dieser Sport wird eben stark von den Pitchern geprägt und hier hat Bonn mit dem Amerikaner Zackry Dodson ein echtes Ass auf dem Mound. So sieht man dann im Baseball: Wenn ein Team mal „ins Schlagen“ kommt, trifft plötzlich jeder die Kugel satt, kommt man mit einem Werfer gar nicht zurecht, macht sich auch Verkrampfung breit.

Trotzdem ist nicht gesagt, dass der Linkshänder die HSBler noch einmal so dominiert. „Zweistellig werden wir gegen ihn wohl nicht punkten, aber ich glaube schon, dass wir ihn jetzt etwas besser attackieren können“, sagt Heideköpfe-Trainer Klaus Eckle.

Im Grunde beschäftigt er sich aber noch gar nicht mit der Partie am Sonntag, alle Konzentration gilt Spiel drei. Die Frage ist, ob Bonn nach den Problemen von Sascha Koch einen anderen Werfer beginnen lässt. Damit rechnet Eckle aber nicht: „Er ist ihr Starter, hat vergangenen Samstag auch nur wenig geworfen.“ Sicherlich werden die Capitals aber nicht lange mit einem Wechsel zögern und notfalls alle ihre zur Verfügung stehenden guten Pitcher einsetzen, um sich in der folgenden Partie in gewohnter Weise ganz auf Dodson zu verlassen.

Aber auch die Heideköpfe werden alles reinlegen, denn Spiel drei könnte der Schlüssel zum Sieg in der Serie sein. Mike Bolsenbroek, Enorbel Márquez-Ramirez, Logan Grigsby und Marcel Giraud stehen bereit, Justin Erasmus kann dann am Sonntag werfen. „Wir müssen an die Leistung vom Samstag und vom Halbfinale anknüpfen“, sagt Eckle und bleibt optimistisch: „Die Trainingsleistung ist gut, die Spieler sind fokussiert, wir sind guter Dinge.“

Natürlich weiß er, dass die Aufgabe in Bonn deutlich schwieriger wird. Schon vergangenes Jahr machten rund 2500 Zuschauer mächtig Stimmung, die Atmosphäre war etwas feindselig und man weiß nie, ob sich auch die Schiedsrichter von der Kulisse beeinflussen lassen. „Der Heimvorteil ist nicht zu unterschätzen, die Sichtverhältnisse sind anders, der Mound. Und natürlich machen die Fans auch etwas aus“, räumt Eckle ein.

Dennoch er ist zuversichtlich, dass sein Team diesem Druck standhalten kann. „Wir haben eine erfahrene Mannschaft, die sich von so etwas nicht beeindrucken lässt“, betont der Trainer. Den Europacup gewannen die Heideköpfe dieses Jahr auch durch einen Finalsieg über Gastgeber Brünn.

Nächstes Jahr wieder im Champions Cup

Ein Ziel haben die Heidenheimer Baseballer durch die Finalteilnahme, die siebte insgesamt und die fünfte in den letzten sechs Jahren, schon erreicht: 2020 werden sie wieder als Voith Heideköpfe im Champions Cup spielen. Durch den Klassenerhalt von Bonn und den Europacup-Sieg der HSBler in diesem Jahr hat Deutschland wieder zwei Startplätze in der Champions League des europäischen Baseballs. tj