Heidenheim / Thomas Jentscher Heidenheims Baseballer brauchen drei Siege, um wieder ins Finale einzuziehen und nächstes Jahr international zu spielen.

Die Heidenheim Heideköpfe treffen nach dem letztlich doch unerwartet klaren Sieg im Viertelfinale gegen Paderborn nun im Halbfinale auf dem Südmeister, die Mainz Athletics. Los geht die Serie mit zwei Spielen in der Gutenbergstadt am Samstag ab 16 und am Sonntag ab 14 Uhr.

Mainz ist bisher die überragende deutsche Baseballmannschaft des Jahres. Erst vier Niederlagen leisteten sich die Rheinhessen 2019, zu Hause sind sie noch komplett ungeschlagen und das Viertelfinale gegen Dohren war für die „Athleten“ nur ein leichter Aufgalopp (7:2/7:4/20:0).

Heideköpfe-Trainer Klaus Eckle weiß, dass da ein ganz harter Brocken auf sein Team zu kommt, ist aber dennoch optimistisch. „Der Sieg über die starken Paderborner hat uns Selbstvertrauen gebracht, auch die Trainingsleistung diese Woche war klasse.“ Personell gibt es keine Probleme und auch wenn es wie immer das Ziel sein muss, zumindest einen Sieg mit nach Hause zu nehmen, schickt der Heidenheimer Coach schon einmal eine Kampfansage Richtung Rhein: „Wir werden sicher nicht alles Pitching auf ein Spiel aufheben, sondern so aufstellen, dass wir beide Partien gewinnen können.“

Schon 2016 standen sich die langjährigen Rivalen im Halbfinale gegenüber, damals mit dem besseren Ende für Mainz, das sich letztlich auch den Titel holte. In diesem Jahr haben die Athletics gute Chancen auf die dritte deutsche Meisterschaft ihrer Vereinsgeschichte.

Eigentlich war die Offensive in den letzten Jahren die Domäne der Heidenheimer Keulenschwinger, heuer sieht’s allerdings anders aus. Die Mainzer Schlagreihe um die US-Amerikaner Austin Gallagher und Mike Blanke, den Schweden Peter Johannessen sowie die deutschen Nationalspieler Max Boldt und Kevin Kotowski ist bärenstark und mit einer Trefferquote von 29,5 Prozent der Heidenheimer (27,8) überlegen.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei den Homeruns. Fast jeder aus der Mainzer Schlagreihe kann den Ball über den Zaun befördern, 39 Homeruns der Athletics stehen 19 der Heideköpfe gegenüber-

Können die Heidenheimer Werfer diese Truppe stoppen? Mike Bolsenbroek, Enorbel Marquez-Ramirez, Marcel Giraud, Logan Grigsby und Justin Erasmus weisen allesamt sehr gute Statistikwerte auf, können aber sicher nur in Verbindung mit einer sehr guten Feldverteidigung versuchen, die Mainzer bei vielleicht vier, fünf Punkten zu halten.

Auf der anderen Seite verfügen die Athletics mit dem deutschen Nationalspieler Tim Stahlmann, Lennart Stöcklin und Mike Otto, sowie dem Australier Tom Fitzgerald und dem Polen Dominik Golubiewski über ein solides, aber nicht herausragendes Pitching. 4,59 Punkte lassen die Werfer im Schnitt zu, die Heidenheimer nur 3,23.

Auch hier sagt die Statistik nicht alles aus, klar dürfte aber sein, dass die Mainzer insgesamt etwas dünner besetzt sind, hinter Stahlmann, Stöcklin und Fitzgerald reißt es doch ziemlich ab. Noch mehr als in anderen Spielen gilt es also für die Heideköpfe, die gegnerischen Starter zu vielen Würfen zu zwingen und so einen Wechsel des Werfers zu erreichen. Auch in der Feldverteidigung hat Heidenheim leichte Vorteile gegenüber Mainz (nur 34 Errors gegenüber 56).

Auch wenn Mainz sicherlich als Favorit in die Serie geht, müssen sich die HSBler nicht verstecken, denn zwei der erst vier Mainzer Niederlagen in diesem Jahr gehen auf das Konto der Heideköpfe. Die Heideköpfe müssen sicher ihr volles Potential abrufen, aber wenn das gelingt, ist die Chance da, das Finale gegen den Sieger aus Solingen gegen Bonn zu erreichen. Dies würde auch einen Startplatz im europäischen Champions-Cup 2020 mit sich bringen würde, denn die HSBler haben durch ihren Triumph im Europacup wieder einen zweiten Startplatz für Deutschland erkämpft.

Gespielt wird im bekannten Modus, wer zuerst drei Siege hat, steht im Finale. Weiter geht die Serie mit Spiel drei am Samstag, 20. Juli, um 14 Uhr in Heidenheim. Ein eventuelles Spiel vier und fünf würden am Sonntag, 21. Juli, ab 13 Uhr ebenfalls in Heidenheim folgen.