Heidenheim / Thomas Jentscher Im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft treffen die Heidenheimer Baseballer auf Paderborn. Los geht’s am Wochenende mit zwei Auswärtsspielen.

Nicht nur wegen der aktuellen Hitze steigen derzeit bei den Baseballfans in Deutschland wieder die Temperaturen, denn die Freunde des gepflegten Spiel mit Handschuh und Keule fiebern den Play-offs entgegen. So auch in Heidenheim, wo Klaus Eckle seine Mannschaft intensiv auf die Serie gegen die Paderborn Untouchables vorbereitet. Los geht’s mit zwei Spiele bei den Ostwestfalen am Samstag und Sonntag (Beginn jeweils 14 Uhr).

Dabei hält der Heideköpfe Trainer den Tabellenzweiten aus dem Norden für sehr stark, sogar stärker als Nord-Meister Solingen. Die Paarung entschied sich erst in letzter Sekunde. Durch den Sieg von Mainz im Nachspiel gegen Mannheim rutschten die Heidenheimer noch auf Rang drei im Süden vor. Ob das jetzt ein Vor- oder Nachteil ist, lässt sich unmöglich sagen, wie so oft sind Nord- und Südgruppe nur schwer zu vergleichen.

Gegner mit Profi-Erfahrung

Klar ist aber, dass sich die Paderborner nach etwas holprigem Start stabilisiert haben. Das liegt auch daran, dass den „Unberührbaren“ mittlerweile mit Daniel Thieben und dem Venezolaner zwei sehr starke Werfer zur Verfügung stehen. Dazu kommt mit Phildrick Llewellyn, einem Südafrikaner mit niederländischem Pass, ein exzellenter Catcher. Wie diese drei haben auch Maik Ehmcke, Marco Cardoso und Nadir Ljatifi bereits im US-Profibaseball gespielt.

Ihre ganz große Zeit hatten die Paderborner zu Beginn des Jahrtausends, zwischen 1999 und 2005 holten sie sechs deutsche Meistertitel. In dieser Zeit entstand auch ein Baseballinternat, so dass die Ostwestfalen – ähnlich wie Regensburg – über eine große Menge an jungen, gut ausgebildeten Talenten verfügen.

„Wir müssen unser bestes Baseball spielen“, ist sich Eckle sicher. Die Eindrücke aus dem Training stimmen ihn optimistisch, auch personell sieht es gut aus. Lediglich bei Johannes Krumm ist noch offen, ob er aus beruflichen Gründen zum Play-off-Start dabei sein kann.

Paderborn spielt recht aggressiv, hat viele schnelle Leute in seinen Reihen. Dementsprechend werden sie viel auf Steals gehen, Heidenheims Catcher Simon Gühring (oder Fernando Escarra) und seine Kollegen in der Feldverteidigung müssen also hellwach sein. Zuletzt klappte dies in Mainz nicht so gut. „So dürfen wir in den Play-offs nicht spielen, wir müssen so spielen wie im Halbfinale und Finale des Europacups“, erklärt Coach Eckle.

Die Untouchables hatten in der „Regular Season“ auch sehr gute Werte am Schlag, in den Duellen gegen die Heidenheimer Pitcher wird sich nun zeigen, wie aussagekräftig diese Statistiken sind. Als Starter sind Mike Bolsenbroek und Enorbel Marquez-Rámirez die erste Wahl, zur Ablösung stehen Logan Grigsby und Justin Erasmus bereit, aber auch Marcel Giraud, Patrick Seyfried und Simon Liedtke können einige Innings auf dem Mound bestreiten.

Wie die Werfer eingesetzt werden, lässt Eckle noch offen. Dies hängt natürlich vom Spielverlauf ab, denn mindestens eine Partie wollen die Heideköpfe in Paderborn gewinnen. „Wenn das gelingt, bin ich zuversichtlich“, sagt Eckle. Wie immer geht es im DM-Viertelfinale darum, zuerst drei Spiele zu gewinnen.

Am 6. Juli geht’s weiter

Die Serie wird am Samstag, 6. Juli im Heideköpfe-Ballpark fortgesetzt. Sollte es nach dieser Partie nicht 3:0 stehen, was auch sehr unwahrscheinlich ist, geht es am Sonntag mit Spiel vier weiter. Und wenn dann jedes Team zwei Siege haben sollte, findet das entscheidende fünfte Spiel ebenfalls am 7. Juli in Heidenheim statt, die Gastgeber müssten allerdings in dieser Partie zuerst an den Schlag.

„Ich bin sicher, dass wir über fünf Spiele mit unserem Pitching den längeren Atem hätten“, sagt Eckle. So weit will er aber noch nicht denken, erst einmal gilt es am Wochenende im Paderborner Ahorn-Ballpark zu bestehen.

Die zweite Mannschaft der Heideköpfe bestreitet am Sonntag ab 13 Uhr in der 2. Bundesliga zwei Heimspiele gegen die Neuenburg Atomics (Heideköpfe-Ballpark).

Die anderen Viertelfinalspiele

Die Play-offs um die deutsche Baseballmeisterschaft beginnen in diesem Jahr wieder mit dem Viertelfinale der jeweils besten vier Teams aus der Nord- und Südgruppe.

Dabei trifft Mainz als Meister im Süden auf den Nord-Vierten Dohren und ist klar in der Favoritenrolle. Dagegen dürften die Duelle zwischen dem Süd-Zweiten Regensburg und Titelverteidiger Bonn sowie zwischen Paderborn und Heidenheim völlig offen sein. Aber auch der Vierte im Süden, die Mannheim Tornados, ist gegen Nord-Meister Solingen alles andere als chancenlos.